Ausgabe: 01/2012
Mascha Bethke, Franca Pirovino, Gerhard Gillmann, Jan von Overbeck, Eva Blozik
Einleitung: Disease Management Programme (DMPs), die Telebiomonitoring des Blutdrucks (Messung der Blutdruckwerte zu Hause und Übermittlung an ein telemedizinisches Zentrum) sowie Patientenschulungen über das Telefon umfassen, können die hausärztliche Betreuung von schwer einstellbaren Patienten ergänzen. Diese Evaluation untersucht, inwieweit solche DMPs bei der hausärztlichen Einstellung des Blutdrucks helfen können.
Methoden: Die Analysen beruhen auf einer Fallserie mit 74 Hypertoniepatienten. Die Mittelwerte der übertragenen systolischen und diastolischen Blutdruckwerte im Programmverlauf wurden berechnet. Zusätzlich wurde der Anteil der Programmteilnehmer mit mittlerem systolischem bzw. diastolischem Blutdruck im therapeutischen Bereich erhoben.
Ergebnisse: Der mittlere systolische Blutdruck lag bei Programmeintritt bei 151 ± 17,2 mmHg. Nach einem Monat betrug der Mittelwert der mit Telebiometrie übertragenen Werte 135,5 ± 10,9 mmHg und sank bis zum siebten Programmmonat auf 129,9 ± 7,8 mmHg (p-Wert für Trend 0,001). Die mittleren diastolischen Blutdruckwerte waren bei Programmstart bei 97,6 ± 7,0 mmHg, sanken nach einem Monat auf 87,2 ± 8,6 mmHg und nach sieben Monaten auf 83,2 ± 6,9 mmHg (p 0,001). Gleichzeitig stieg der Anteil der Teilnehmer, deren systolische bzw. diastolische Druckmittelwerte im gewünschten Bereich lagen, klinisch und statistisch hochsignifikant an.
Schlussfolgerung: Unsere Daten zeigen, dass ein telebiometrisch unterstütztes und auf kurzen Patientenschulungen basierendes DMP unter Alltagsbedingungen wirksam ist und die Blutdruckwerte von Patienten mit arterieller Hypertonie senken kann. Ausschlaggebend ist hierbei, dass das DMP in Zusammenarbeit mit dem betreuenden Hausarzt durchgeführt wird.