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Die Lyme-Borreliose

DOI: 10.1055/s-2007-958722

Die Lyme-Borreliose

CME-Fortbildung CME 25 Die Lyme-Borreliose Rationale Diagnostik und Therapie Lyme Disease Rational Medical Diagnostic and Therapy D. Hassler Zusammenfassung & Borrelieninfektionen sind die häu?gsten zeckenübertragenen Infektionen überhaupt. Etwa 4 % aller Zeckenstiche verursachen eine derartige Infektion. In aller Regel wird diese Infektion zunächst durch ein Erythema migrans an der Stichstelle sichtbar, bevor es zu einer Erregergeneralisation kommt. Durch adäquate Zeckenentfernung lassen sich viele Infektionen verhindern. Die Klinik der Borrelieninfektion ist äußerst vielfältig, im Spätstadium ist eine Kombination von Allgemeinsymptomen wie Nachtschweiß und Abgeschlagenheit mit Symptomen am Bewegungsapparat (Myalgien, Arthralgien) typisch. Die Diagnostik stützt sich neben der klinischen Symptomatik vor allem auf serologische Testverfahren, deren Durchführung und Interpretation inzwischen standardisiert sind. Die Borreliose kann in jedem Stadium erfolgreich therapiert werden. Bei der frischen Infektion genügt eine orale Therapie, im chronischen Stadium sind intravenöse Therapieregime notwendig. Historische Einführung & Einige klinische Manifestationen der Lyme-Borreliose sind schon seit mehr als hundert Jahren bekannt. Bereits 1883 wurde von Buchwald eine „diffuse idiopathische Hautatrophie“ beschrieben, Pospelow1 (1886) sprach von „atrophie idiopathique de la peau“, Judassohn (1891) von „atrophia maculosa cutis“ und Pick 1894 von „Erythromyelie“. Alle diese Krankheitsbilder erkennen wir heute als Varianten der zum Formenkreis der Borreliose zählenden Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA)( Abb. 1). Auch das Erythema migrans wurde bereits 1910 beschrieben, die akute neurologische Verlaufsform 1941 von Garin und Bujadoux. Erst mit der „Neuentdeckung“ der Borreliose 1975 in Lyme/Connecticut wurde aber das Krankheitsbild allmählich als Entität begriffen und mit der Entdeckung des Erregers durch Burgdorfer 1982 der Grundstock zur Diagnostik gelegt. Borrelien im Naturkreislauf & Borrelien werden in erster Linie von Schild-Zecken (bei uns Ixodes ricinus, der Holzbock) zwischen verschiedenen Mäusegenerationen weitergegeben. Hier spielt eine Besonderheit des Mäuse-Immunsystems eine Rolle: Die Maus erkrankt an der Borrelieninfektion nicht, sie lässt sogar eine lebenslängliche Bakteriämie zu. Dadurch können die im Mäuseblut zirkulierenden Borrelien jederzeit von Zecken wieder aufgenommen werden. Die Zecke ist nur zu etwa 1 % bereits transovariell mit Borrelien in?ziert. Das erste Entwicklungsstadium, die Larve, nimmt bei ihrer ersten Blutmahlzeit Borrelien aus Mäusen auf. Danach häutet sie sich zur Nymphe. Diese Nymphen sind bereits zu 15–25 % mit Borrelien in?ziert. Nach einer weiteren Blutmahlzeit häutet diese sich erneut und wird zum adulten Tier. Nur die adulten Weibchen brauchen dann vor der Eiablage eine weitere Blutmahlzeit. Bibliogra?e DOI 10.1055/s-2007-958722 Z Allg Med 2007; 83: 25–38 © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York · ISSN 1433-6251 Korrespondenzadresse PD Dr. D. Hassler Facharzt für Allgemeinmedizin · Infektiologie DGI · untere Hofstatt 1 · 76703 Kraichtal Dieter.Hassler@t-online.de 1 Von Pospelow stammt übrigens die immer wieder zitierte Beschreibung der „zigarettenpapierartigen Fältelung der Haut“ bei der Acrodermatitis chronica atrophicans Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 25–38 26 CME CME-Fortbildung Abb. 2 Die Rötelmaus, eines der Hauptreservoire für Borrelien Abb. 1 Originalabbildung aus Buchwalds Arbeit von 1883 Da also Zecken in ihrem Lebenszyklus zwei oder drei Blutmahlzeiten benötigen, kann der Erreger immer wieder aufgenommen und weitergegeben werden ( Abb. 2). Der Mensch spielt eigentlich im natürlichen Zyklus der Borrelien keine Rolle, aus Sicht des Erregers ist er sogar eine epidemiologische Sackgasse. Immunologisch unterscheidet sich der Mensch von der Maus: Er toleriert den Erreger nicht, sondern attackiert diesen. Der Preis dafür ist, dass der Mensch klinisch erkrankt. Andererseits wird eine Bakteriämie beim Menschen nur kurze Zeit möglich sein, sodass der Erreger nicht wieder aus peripherem Blut aufgenommen und weitergegeben werden kann. Daher ist eine Borreliose beim Menschen auch nicht durch Blutkontakte oder sexuell zu übertragen. Lyme-Borreliose: Epidemiologie & Borrelien werden ausschließlich durch Zeckenstich übertragen. Der Erreger be?ndet sich im Mitteldarm der Zecke. Ebenso wie die Zecke selbst müssen die Borrelien lange nahrungsfreie Intervalle überstehen und können in dieser Zeit ihren Stoffwechsel drosseln. Nach Beginn der Blutmahlzeit steht Nahrungssubstrat zur Verfügung, nun beginnen die Borrelien ihren Stoffwechsel zu steigern und wandern etwa nach 14 Stunden aktiv in die Speicheldrüsen der Zecke, von dort aus können sie mit Speichelsekret in die Stichwunde übertragen werden. Dies geschieht in der Regel erst nach mindestens 14 Stunden. Wenn man eine Zecke in dieser Zeit entfernt, kommt es also in der Regel nicht zur Infektion, wenn die Zecke nicht bei der Entfernung gequetscht wird und so auch Darminhalt in die Wunde gelangt. Im Mittel sind etwa 15 % der Zecken, die an Menschen saugen, mit Borrelien in?ziert [1]. Interessanterweise waren 80 % dieser Zecken Nymphen, also das mittlere Entwicklungsstadium. Diese Nymphen sind nur etwa 1,5–2,5 mm groß. Warum adulte Zecken eher selten an Menschen gefunden werden, ist unbekannt. Die Untersuchungen von Maiwald und Oehme haben gezeigt, dass es bei borrelienhaltigen Zecken in jedem vierten Fall zur Übertragung des Erregers kam. Man kann also folgende Rechnung aufmachen: 15 % der Zecken enthalten Borrelien, aber nur 4 % aller Zeckenstiche führen zu einer Borrelieninfektion. Angesichts dieser Zahlen lehnen wir (Landesarbeitsgruppe zeckenübertragene Erkrankungen Baden-Württemberg, Anm. des Verf.) eine generelle antibiotische Prophylaxe nach Zeckenstich ab und empfehlen eine Untersuchung der Zecke mittels PCR auf Borrelien. Nur bei Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 25–38 CME-Fortbildung CME 27 Merke: Zecke bei der Entfernung niemals quetschen! Ungeeignet sind daher Pinzetten, Zeckenzangen und ähnliche Instrumente. Besser geeignet ist ein Skalpell der Form 11, dessen fein ausgezogene Spitze man in den Spalt zwischen Haut und Zeckenkörper schiebt. Dann wird die Zecke durch Hebelwirkung nach oben gedrückt und herausgezogen (siehe Abb. 3). Abb. 3 positivem Nachweis halten wir eine antibiotische Prophylaxe für gerechtfertigt, da sonst 96 % aller Patienten unnötig behandelt würden. Prospektive eigene Untersuchungen haben gezeigt, dass in Endemiegebieten etwa 500 pro 100 000 Einwohner jährlich an einer Borreliose neu erkranken [2]. Diese Erkrankungsrate konnte durch adäquate Zeckenentfernung auf 85 pro 100 000 gesenkt werden. Im Bundesgebiet kommt es nach Schätzungen aufgrund derartiger prospektiver Untersuchungen zu mehreren zehntausend Neuerkrankungen pro Jahr. Diese Zahl ließe sich durch adäquate Zeckenentfernung erheblich senken. Die „Siebentageregel“ Alles, was vor dem siebten Tag an der Stichstelle sichtbar wird, gehört zur „primären Stichreaktion“. Diese wird durch mechanische Irritationen, etwa bei der Zeckenentfernung, oder durch Fremdkörperreaktionen auf Zeckenteile oder Zeckenspeichel ausgelöst. Ein Erythema migrans wird frühestens nach sieben Tagen sichtbar. Die Erkrankung beginnt: Erythema migrans & Nach Übertragung des Erregers beim Zeckenstich vermehren sich die Borrelien in der Haut und wandern aktiv von der Stichstelle nach peripher mit einer Geschwindigkeit von 3–6 mm/ Tag. Die Generationszeit beträgt bei Borrelien 12–36 Stunden, im Mittel 24 Stunden. Die Vermehrung des Erregers geschieht also sehr langsam, sodass in der Regel erst nach 7–14 Tagen die Zahl der Erreger so groß ist, dass eine erkennbare Immunreaktion einsetzt. Dann strömen Lymphozyten und Plasmazellen in das in?zierte Gebiet ein und verursachen die für uns sichtbare Verfärbung der Haut, das Erythema migrans ( Abb. 4). Ein Erythema migrans ist eine Blickdiagnose! Wir ?nden niemals ekzematöse Veränderungen, die Epidermis bleibt intakt. Ein Sonderfall des Erythema migrans ist das Borrelienlymphozytom (BL). Manchmal sehen wir im Zentrum eines Erythema migrans eine etwas dichtere Zellin?ltration, die ein Lymphozytom repräsentiert. Dieses kann auch solitär auftreten, vor allem bei Kindern am Ohr. Der Grund ist einfach darin zu sehen, dass die Borrelien bei ihrer peripheren Ausbreitung am Ohr auf Grenzen stoßen, sodass sich ein deutlicheres lokales In?ltrat bilden kann. Pathophysiologisch und histologisch sind die Übergänge von EM zu BL ?ießend. Wir haben allerdings beobachtet, dass ein solitäres Lymphozytom häu?g im Rahmen von Re-Infektionen auftreten kann. In diesen Fällen setzt die Immunreaktion etwas früher und heftiger ein als bei der Erstinfektion, so dass sich ein dichteres In?ltrat von Abwehrzellen auf kleinem Raum bildet. Sowohl beim Erythema migrans wie auch beim Lymphozytom ?nden wir in der Regel noch keine serologisch nachweisbaren Antikörper. Die Therapie darf daher niemals vom Antikörperstatus abhängig gemacht werden ( Abb. 5)! Der Erreger beginnt sich auszubreiten: Die Generalisationsphase & Bei der Wanderung durch die Haut treffen die Borrelien früher oder später auf Blutgefäße, deren Wände sie durchwandern. Dann beginnt die Bakteriämie im Sinne einer Erregergeneralisation. Diese kann völlig subklinisch verlaufen aber auch von heftigen Allgemeinsymptomen wie Abgeschlagenheit, Grippegefühl, Nachtschweiß und Palpitationen begleitet sein. Die Zahl der Erreger und die Heftigkeit der Immunreaktion bestimmt die Intensität der klinischen Symptome. Nun setzt die Immunreaktion ein, Antikörper werden gebildet, Makrophagen bekämpfen die Borrelien, so dass die Phase der klinisch erkennbaren Bakteriämie meist nur wenige Tage Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 25–38 28 CME CME-Fortbildung Abb. 4 Das Erythema migrans ist die sichtbar werdende zelluläre Immunreaktion (hier etwa 21 Tage nach Zeckenstich) Abb. 5 Lymphozytom am Ohr eines Kindes dauert. Trotzdem kann die Erregerstreuung bereits vorher erfolgt sein und zu Organbeteiligungen führen. Kommt es zur Liquorinvasion, tritt eine lymphozytäre Meningitis auf (etwa 3–5 % aller Fälle), das Vollbild ist die Kombination der Meningitis mit Neuritiden peripherer Nerven („Bannwarth-Syndrom“). Kardiale Beteiligungen können zu Reizleitungsstörungen, intermittierenden Tachyarrhythmien und zur Myocarditis führen. Selten kann diese protrahiert verlaufen und eine Kardiomyopathie auslösen. Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 25–38 CME-Fortbildung CME 29 Nester von Borrelien entkommen dem Immunsystem: die Chroni?zierung & Borrelien haben eine besondere Af?nität zur kollagenen Faser. In diesen Fasern können sie den Angriffen des Immunsystems entgehen und eine persistente Infektion bedingen. An diesen „immunologisch privilegierten Orten“ können die Borrelien lange überdauern und nach Monaten bis Jahren Symptome des Spätstadiums initiieren. In der chronischen Phase sind vor allem Gewebe des Stützapparates, also Sehnen, Knorpel und Knochen betroffen. Daher leiden die Patienten oft unter Arthralgien und Myalgien, Schmerzen in den Sehnenansätzen und vermehrter Periostemp?ndlichkeit. Die eigentliche Lyme-Arthritis ist nicht selten. Sie betrifft meist die größeren Gelenke, vor allem die stärker mechanisch belasteten wie Knie- und Sprunggelenke. Oft treten massive Ergüsse auf, manchmal so heftig, dass es zur Ruptur von Bakercysten kommt. Oft wechseln die betroffenen Gelenke in recht kurzen Intervallen. Auch im chronischen Stadium kommt es in Phasen der Krankheitsaktivität recht regelhaft zu begleitenden Allgemeinsymptomen: Die Patienten fühlen sich extrem abgeschlagen und müde, schwitzen nachts oft heftig und klagen über Palpitationen. Derartige Schübe werden oft ein bis viermal pro Monat berichtet. Spätfolgen durch Erregerpersistenz: Neuropathie und ACA & Bei einem Teil der Patienten entsteht nach jahrelangem Verlauf eine sensible Polyneuropathie, die durch eine axonale Degeneration peripherer Nerven ausgelöst wird. Motorische Ausfälle sind dagegen extrem selten. Schließlich können sich Borrelien, bedingt durch ihr Temperaturoptimum von 32–34? C, an den kühleren Akren aufkonzentrieren. Hier zeigt sich dann bisweilen eine Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA) mit blauroten Verfärbungen der Haut. Aus diesen Arealen lassen sich Borrelien problemlos anzüchten, was die Erregerpersistenz bei der chronischen Borreliose beweist ( Abb. 6). Machen unterschiedliche Borrelienarten distinkte Krankheitsbilder? & Aufgrund einer Arbeit von van Dam [3] wird immer wieder angegeben, dass die verschiedenen Borrelienarten unterschiedliche Krankheitsbilder auslösen. So soll Borrelia afzelii besonders oft Hautbeteiligungen, insbesondere die ACA auslösen, B. garinii soll besondere Af?nität zum Nervengewebe haben, B. burgdorferi am häu?gsten für die Lyme-Arthritis verantwortlich sein. Diese Annnahme muss hinterfragt werden, weil die Verteilung der Borrelienarten in den Benelux-Staaten eine andere ist als beispielsweise in Süddeutschland. Führende Art in Holland ist B. garinii, in unseren Untersuchungen in Süddeutschland fanden wir mit 44 % am häu?gsten B. afzelii. Zumindest in Einzelfällen konnten alle Arten bei allen Krankheitsbildern nachgewiesen werden. Diagnostik & Die Diagnostik bei Borrelieninfektionen ruht auf mehreren Säulen: Klinik, Serologie und Erregerdirektnachweis. Bei der frischen Infektion ist ausschließlich das klinische Bild entscheidend. Ein Erythema migrans ist eine Blickdiagnose und muss grundsätzlich behandelt werden, auch wenn die Serologie noch negativ ist. Bei der bereits generalisierten Infektion wird man in der Regel schon serologisch nachweisbare IgM-Antikörper erwarten können, im Spätstadium sind IgG-Antikörper zwingend zu erwarten. Auch während akuter Krankheitsschübe im Spätstadium muss das IgM nicht wieder positiv werden, oft sind nur IgG-Antikörper nachweisbar. Daher bestimmt das klinische Bild die Vorgehensweise. Ein Erythema migrans wird grundsätzlich ohne Serologie behandelt, ein Erregernachweis mittels PCR oder Kultur aus Hautbiopsien wäre möglich, ist aber in der Regel nicht notwendig. Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 25–38 30 CME CME-Fortbildung Abb. 6 ACA mit kissenartigen In?ltraten und Arealen mit deutlicher Atrophie der Epidermis Bei Verdacht auf Borrelieninfektion in der Generalisationsphase ist die Serologie oft hilfreich, kann aber zu Beginn noch negativ sein. Daher ggf. Wiederholung nach zwei bis drei Wochen. Bei Verdacht auf Neuroborreliose (mit ZNS-Beteiligung) ist eine Liquorpunktion mit Nachweis autochtoner Antikörperbildung beweisend. Bei chronischen Infektionen mit Symptomen des Spätstadiums, vor allem bei Gelenkbeteiligungen, sind zwingend IgG-Antikörper notwendig, um die Diagnose einer Borreliose zu rechtfertigen, seronegative Borreliosen im Spätstadium gibt es nicht. Der Erregernachweis gelingt dagegen nur in Ausnahmefällen, am ehesten aus Synoviabiopsien. Bei der Acrodermatitis ist ein Erregernachweis mittels PCR oder Kultur problemlos aus Hautbiopsien möglich. Diese Technik erlaubt bei der ACA auch eine Therapiekontrolle. Interpretation der Borrelienserologie & Heute wird generell ein zweistu?ges Testverfahren eingesetzt. Zunächst wird aus technischen Gründen ein Suchtest vorgeschaltet (IFT oder Elisa-Format), der sich weitgehend automatisiert durchführen lässt. Erhält man mit diesem Test ein positives Ergebnis, wird die Spezi?tät der Antikörper mittels Westernblot ( = Immunoblot) bestätigt. So können unspezi?sche Kreuzreaktionen der Suchteste und damit falsch positive Ergebnisse erkannt werden. Das Prinzip des Westernblot funktioniert so: Im Labor kultivierte Borrelien werden in ihre Einzelproteine zerlegt, diese werden elektrophoretisch auf einem Nitrozellulosestreifen aufgetrennt und so nach Molekulargewichten sortiert. Dann wird dieser Streifen mit Patientenserum inkubiert. Wenn Antikörper gegen die einzelnen Proteine vorliegen, binden diese und werden über eine Farbreaktion sichtbar gemacht. Das entstehende Muster ähnelt einem Barcode und zeigt sofort, welche der Borrelienproteine vom Patientenserum „erkannt“ werden. Einige der Proteine sind völlig unspezi?sch und damit stark kreuzreagierend (etwa 41 kD Flagellin, ein in der Bakterienwelt bei allen ?agellentragenden Bakterien verbreitetes Protein). Andere, wie 31 kD-OSP A und das 94 kD-Protein, sind hochspezi?sch. Das Gesamtmuster wird dann nach international festgelegten Kriterien interpretiert ( Abb. 7). Da alle Borrelienarten stark kreuzreagierend sind, kann man prinzipiell mit jeder Art einen Westernblot durchführen, im Allgemeinen werden aber zur Diagnostik B.-afzelii-Stämme eingesetzt. Mit diesen Tests können aber dennoch auch B.-garinii-Infektionen erkannt werden. Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 25–38 CME-Fortbildung CME 31 Der Lymphozytentransformationstest & Das Prinzip des LTT ist eigentlich bestechend: Man konfrontiert lebende Lymphozyten eines Patienten mit einem Antigen und überprüft, ob diese darauf reagieren, indem man die Stoffwechselaktivität über den Einbau von 3H-Thymidin misst. Leider unterliegt dieser Test starken Schwankungen und liefert oft falsch positive Ergebnisse. Die derzeit auf dem Markt angebotenen LTT-Teste sind nicht hinreichend validiert und daher derzeit nicht zu empfehlen. Therapie & Die Therapie der Borreliose ist ebenso wie die Diagnostik stadienabhängig. Die frischen Infektionen (Erythema migrans und Lymphozytome) werden beim Erwachsenen mit Doxycyclin 3 × 100 mg täglich über 20 Tage therapiert. Alternativen sind: Amoxicillin 3 × 750 mg bis 4 × 1 g/20 Tage; Cefuroximaxetil 2–3 × 500 mg/20 Tage oder Azithromycin 500 mg/10 Tage. Erythromycin hat in allen Studien deutlich schlechter abgeschnitten und kann nicht mehr empfohlen werden, auch Roxithromycin wird nicht empfohlen. Bei Kindern und Jugendlichen wird mit Amoxicillin oder Cefuroximaxetil therapiert (gewichtsadaptiert, 20 Tage), da Doxycyclin bei Kindern nicht eingesetzt werden kann. Alternative ist Azithromycin über mindestens 10 Tage. Borrelien-Infektionen im Stadium der Generalisation mit Allgemeinsymptomatik können prinzipiell genauso wie frühe Infektionen behandelt werden. Bei ZNS-Beteiligung sollte eine intravenöse Therapie erfolgen (beim Erwachsenen Cefotaxim 2 × 3 g tgl/15 Tage oder Ceftriaxon 2 g tgl/ 15 Tage, bei Kindern gewichtsadaptiert). Bei Cephalosporinallergie bleiben nur Penicilline oder Imipenem. Im chronischen Stadium sind orale Therapieversuche zwecklos, nur die intravenösen Therapieregime (s.o.) sind gesichert wirksam. Heutige Therapieempfehlungen [4–28] Phase 1: Lokalinfektion („Stadium 1“) Abb. 7 Westernblot mit Nachweis multipler Banden (starke 31-kD-IgG-Bande, auch 41 kD, 58 kD und 94 kD sind im IgG positiv) bei einem Patienten mit Lyme-Arthritis Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 25–38 32 CME CME-Fortbildung (Erythema migrans und Borrelienlymphozytom) Bei Erwachsenen: Doxycyclin 2–3 × 100 mg/20 Tage Alternativen: Amoxicillin 3 × 750–4 × 1000 mg/20 Tage Cefuroxim-Axetil 2–3 × 500 mg/20Tage Azithromycin 500 mg/10 Tage Bei Kindern: Amoxicillin (3–4 × tgl. 15 mg/kgKG), Cefuroxim-Axetil (2–3×tgl. 6 mg/kgKG), Azithromycin (1 × tgl 6 mg/kgKG) Bei Schwangeren: Amoxicillin, Cefuroxim-Axetil (wie oben) Phase 2 (Bakteriaemiephase) Siehe oben, alternativ auch i. v. Therapie mit Cefotaxim oder Ceftriaxon Bei ZNS-Beteiligung (Bannwarth-Syndrom): i.v. Cephalosporine Phase 3 (chronisches Stadium) Cefotaxim 2 × 3 bis 2 × 4 g/15–21 Tage i. v. Ceftriaxon 2–4 g/14–21 Tage i. v. Für eine prolongierte Therapie über mehr als 20 Tage liegt kein Beleg für einen Bene?t vor, die Nebenwirkungen steigen aber erheblich an. Für eine orale Therapie mit Doxycyclin im chronischen Stadium fehlen Belege der Wirksamkeit. Aspekte der Nachsorge & Nach Therapie eines Erythema migrans wird routinemäßig nach 3 Monaten einmalig die Serologie kontrolliert. Wenn es dann nicht zur IgG-Serokonversion gekommen ist, gilt die Erkrankung als ausgeheilt. Reste von IgM-Antikörpern können noch längere Zeit nachweisbar sein, dies ist nicht beunruhigend. Nach Therapie einer chronischen Borreliose werden im Allgemeinen mindestens vier serologische und klinische Kontrollen in sechsmonatigen Abständen vorgenommen. Dann kann man in der Regel ein langsames Verschwinden der spezi?schen Immunantwort erkennen [29]. Die Klinik hat aber eindeutig Vorrang in der Beurteilung des Therapieerfolges: Meist verschwinden als erstes die Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit und Nachtschweiß, Gelenkschmerzen bessern sich meist zögernd über Wochen und Monate, Neuropathien hinterlassen oft eine Defektheilung. Da bei Borrelien keine Resistenzen gegen die üblicherweise eingesetzten Antibiotika existieren, reduziert jede Therapie die Zahl der Borrelien um einige Größenordnungen. Man kann also immer zumindest mit einer vorübergehenden Besserung rechnen. Rezidive kündigen sich frühestens nach 10–12 Wochen durch ein Wiederauftreten der ursprünglichen Symptome an. Ein völlig ausbleibender Therapieerfolg sollte daher immer Anlass sein, die Diagnose nochmals kritisch zu hinterfragen. Generell gilt: Borreliosen sind in jedem Stadium heilbar. In jüngster Zeit wurde eine Studie von Klempner [30] stark diskutiert. Klempner fand, dass im chronischen Stadium durch wiederholte intravenöse Therapien keine Verbesserung der Symptomatik erreicht werden kann. Diese Studie wird immer wieder als Beleg angeführt, dass es keinen Sinn mache, nochmals intravenös zu behandeln, wenn die klinische Symptomatik persistiert. Da in Klempners Studie aber mehr als 50 % der Patienten eine sogenannte „seronegative“ Borreliose hatten, hat diese Untersuchung absolut keine Aussagekraft, da es seronegative Borreliosen im Spätstadium schlicht nicht gibt. Eigene Zahlen von mehr als 1500 Patienten mit chronischer Borreliose zeigen folgende Ergebnisse: 82 % waren mit einem Therapiezyklus dauerhaft geheilt, bei 18 % war ein zweiter, bei 8 % ein dritter und bei 3 % ein vierter Zyklus notwendig. Nur bei drei Patienten mit Allergien gegen Penicilline und Cephalosporine war keine kurative Therapie möglich [29]. Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 25–38 CME-Fortbildung CME 33 Interessenskon?ikt: keine angegeben. Literatur 1 Maiwald M, Oehme R, March O, et al: Transmission risk of Borrelia burgdorferi sensu lato from Ixodes ricinus ticks to humans in southwest Germany. Epidemiol Infect 1998; 121 (1):103–108 2 Hassler D: Langzeitbeobachtungen zum Krankheitsbild der Lyme-Borreliose in einem Endemiegebiet: Daten zur Vektorökologie, Epidemiologie, Serologie und Klinik, Therapie und Therapiekontrolle. Habilitationsschrift, Heidelberg, 1998, (unveröffentlicht) 3 van Dam AP, Kuiper H, Vos K, et al: Different genospecies of borrelia burgdorferi are associated with distinct clinical manifestations of lyme borreliosis. Clin Infect Dis 1993; 17 (4):708–717 4 Breier F, Kunz G, Klade H, et al: Erythema migrans: three weeks treatment for prevention of late Lyme borreliosis. Infection. 1996; 24 (1):69–72 5 Dattwyler RJ, Halperin JJ, Volkman DJ, et al: Treatment of late Lyme borreliosis--randomised comparison of ceftriaxone and penicillin. Lancet 1988; 1 (8596):1191–1194 6 Dattwyler RJ, Volkman DJ, Conaty SM, et al: Amoxycillin plus probenecid versus doxycycline for treatment of erythema migrans borreliosis. Lancet 1990; 336 (8728):1404–1406 7 Dattwyler RJ, Luft BJ, Kunkel MJ, et al: Ceftriaxone compared with doxycycline for the treatment of acute disseminated Lyme disease. N Engl J Med 1997; 337 (5):289–294 8 Dever LL, Jorgensen JH, Barbour AG: Comparative in vitro activities of clarithromycin, azithromycin, and erythromycin against Borrelia burgdorferi. Antimicrob. Agents Chemother 1993; 37 (8):1704–1706 9 Dotevall L, Hagberg L: Successful oral doxycycline treatment of Lyme disease—associated facial palsy and meningitis. Clin Infect Dis 1999; 28: 569–574 10 Hassler D, Zöller L, Haude M, et al: Cefotaxime versus penicillin in the late stage of Lyme diseaseprospective, randomized therapeutic study. Infection 1990; 18 (1):16-20 11 Hassler D, Riedel K, Zorn J, Preac-Mursic: Pulsed high dose cefotaxime therapy in refractory Lyme borreliosis. Lancet 1991; 338: 193 (Letter) 12 Johnson RC: Isolation techniques for spirochetes and their sensitivity to antibiotics in vitro and in vivo. Rev Infect Dis 1989; 11 (Suppl 6):1505–1510 13 Karlsson M, Hammers-Berggren S, Lindquist L, et al: Comparison of intravenous Penicillin G and oral Doxycycline for treatment of Lyme Neuroborreliosis. Neurology 1994; 44 (7):1203–1207 14 Kohlhepp W, Oschmann P, Mertens HG: Treatment of Lyme borreliosis. Randomized comparison of doxycycline and penicillin G. J Neurol 1989; 236 (8):464–469 15 Liu NY, Dinerman H, Levin RE: Randomized trial of doxycycline vs. amoxicillin/probenecid for the treatment of Lyme arthritis: treatment of non responders with iv penicillin or ceftriaxone. Arthritis Rheum 1989; 32: 46 16 Luft BJ, Dattwyler RJ, Johnson RC, et al: Azithromycin compared with Amoxicillin in the treatment of erythema migrans. A doble blind, randomized, controlled trial. Ann Intern Med 1996; 124: 785–791 17 Luger SW, Paparone P, Wormser GP, et al: Comparison of cefuroxime axetil and doxycycline in treatment of patients with early Lyme disease associated with erythema migrans. Antimicrob Agents Chemother 1995; 39 (3):661–667 18 Mülleger RR, Millner MM, Stanek G, et al: Penicillin G sodium and Ceftriaxone in the treatment of neuroborreliosis in children - a prospective study. Infection 1991; 19: 279–283 19 Nadelman RB, Luger SW, Frank E, et al: Comparison of cefuroxime axetil and doxycycline in the treatment of early lyme disease. Ann Intern Med 1992; 117 (4):273–280 20 P?ster HW, Preac-Mursic V, Wils ke B, et al: Randomized comparison of ceftriaxone and cefotaxime in Lyme neuroborreliosis. J Infect Dis 1991; 163 (2):311–318 21 P?ster HW, Preac-Mursic V, Wilske B, et al: Cefotaxime vs penicillin G for acute neurologic manifestations in Lyme borreliosis. A prospective randomized study. Arch Neurol 1989; 46 (11):1190–1194 22 Preac-Mursic V, Wilske B, Schierz G, et al: In vitro and in vivo susceptibility of Borrelia burgdorferi. Eur J Clin Microbiol 1987; 6 (4):424–426 23 Preac-Mursic V, Weber K, P?ster HW, et al: Survival of Borrelia burgdorferi in antibiotically treated Patients with Lyme Borreliosis. Infection 1989; 17: 355–359 24 Preac-Mursic V, Marget W, Busch U, et al: Kill Kinetics of Borrelia burgdorferi and Bacterial Findings in Relation to the Treatment of Lyme Borreliosis. Infection 1996; 24: 9–16 25 Skoldenberg B, Stiernstedt G, Karlsson M, et al: Treatment of Lyme borreliosis with emphasis on neurological disease. Ann-N-Y-Acad-Sci 1988; 539: 317–323 26 Steere AC, Hutchinson GJ, Rahn DW, et al: Treatment of the early manifestations of Lyme disease. Ann Intern Med 1983b; 99: 22–26 27 Steere AC, Levin RE, Molloy PJ, et al: Treatment of Lyme arthritis. Arthritis Rheum 1994; 37 (6):878–888 28 Strle F, Preac-Mursic V, Cimperman J, et al: Azithromycin versus doxycycline for treatment of erythema migrans: clinical and microbiological ?ndings. Infection 1993; 21 (2):83–88 29 Hassler D, Schnauffer M, Ehrfeld H, Müller E: Disappearance of speci?c immune response after successful therapy of chronic Lyme borreliosis. Int J Med Microbiol 2004; 293 (Suppl 37):161–164 30 Klempner MS, Hu LT, Evans J, et al: Two controlled trials of antibiotic treatment in patients with persistent symptoms and a history of Lyme disease. N Engl J Med 2001; 345: 85–92Facharzt für Allgemeinmedizin · Infektiologe DGI · untere Hofstatt 1 · 76703 Kraichtal Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 25–38 34 CME CME-Fortbildung Zur Person PD Dr. Dieter Hassler Geboren am 1. 2.1949 in Wiesental/Nordbaden 1967–1971 1971–1978 Studium der Chemie an der Ruprecht-KarlsUniversität Heidelberg Studium der Humanmedizin in Heidelberg, Abschluss mit dem Staatsexamen im Jahr 1978 Promotion mit dem Prädikat „Magna cum laude“ am Institut für Nuklearmedizin des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (Direktor Prof. Dr. K.E. Scheer). Auszeichnung mit dem Richtzenhain-Preis des DKFZ Klinische Tätigkeit und Weiterbildung im Kreiskrankenhaus Bruchsal, verantwortlich für die Organisation des Notarztsystems Bruchsal und die Ausbildung der Notärzte Niederlassung in eigener Praxis in KraichtalMünzesheim. Im selben Jahr nach Facharztprüfung Anerkennung als Facharzt für Allgemeinmedizin Anerkennung als Infektiologe 1978–1984 1984 2006 Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 25–38 CME-Fortbildung CME 35 CME-Fragen Borreliose 1 ? A B C D E Borreliose-Infektionen werden übertragen von Stechmücken Flöhen Wanzen Zecken Läusen 6 ? A B C D E Eine Borreliose im Spätstadium sollte Oral über mehr als acht Wochen mit Oralcephalosporinen therapiert werden Immer intravenös über 2-3 Wochen mit iv-Cepha losporinen therapiert werden Braucht in der Regel gar keine Therapie Sollte nur regelmäßig serologisch kontrolliert werden Ist nicht mehr heilbar 2 ? A B C D E Ein Erythema migrans wird sichtbar Ab dem Tag des Zeckenstichs Frühestens nach sieben Tagen Nach bis zu drei Wochen Manchmal erst nach sechs Monaten Noch nach Jahren 3 ? A B C D E Bei einem Erythema migrans ist eine serologische Untersuchung vor der Indikationsstellung zur Therapie Völlig entbehrlich, da es sich um eine Blickdiagnose handelt Durch Haut-PE zu ergänzen Unverzichtbar Manchmal aus differenzialdiagnostischen Gründen notwendig Im Ermessen des Patienten A B C D E 7 ? Bei der Diagnostik der Borreliose im Spätstadium ist die Serologie mit Bestätigungstest (Westernblot) Unverzichtbar, da immer Antikörper nachweisbar sein müssen Nur von geringer Aussagekraft Oft falsch negativ Oft falsch positiv Immer durch LTT zu ergänzen A B C D E 8 ? Zum klinischen Bild einer Borreliose im Spätstadium gehören Abgeschlagenheit Nachtschweiß, Arthralgien und Myalgien Durchfälle Blindheit Motorische Lähmungen Keines dieser Symptome 4 ? A B C D E Zur Therapie eines Erythema migrans bei Kindern unter 12 Jahren sind geeignet Chinolone Doxycyclin Amoxicillin, Cefuroxim-Axetil, Azithromycin Refobacin-Salbe Corticoidhaltige Creme A B C D E 9 ? Nach adäquater Therapie bei chronischer Borreliose ist die Serologie Immer lebenslänglich unverändert positiv Meist noch für mehrere Jahre positiv, geht aber langsam zurück unmittelbar nach Ende der Therapie zu kontrollieren niemals wieder zu kontrollieren wegen Kreuzreaktionen nicht verwertbar 5 ? A B C D E Die Therapiedauer beim Erythema migrans beträgt 1–3 Tage Eine Woche Mindestens zwei, besser drei Wochen Mehr als vier Wochen Das EM heilt auch ohne Therapie ab A B C D E 10 ? Wenn eine adäquate Therapie bei chronischer Borreliose ohne Effekt bleibt, Ist von einer Resistenzentwicklung auszugehen Handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung Ist das ohnehin der Regelfall Sollte man Corticoide geben Sollte man die Diagnose kritisch überdenken Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 35 36 CME CME-Fortbildung Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 36–37 CME-Fortbildung CME 37 Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 36–37 38 CME CME-Fortbildung CME-Fortbildung mit der ZFA Zerti?zierte Fortbildung Hinter der Abkürzung CME verbirgt sich „continuing medical education“, also kontinuierliche medizinische Fort- und Weiterbildung. Zur Dokumentation der kontinuierlichen Fortbildung der Ärzte wurde das Fortbildungszerti?kat der Ärztekammern etabliert. Hauptzielgruppe für das Fortbildungszerti?kat sind Ärzte mit abgeschlossener Facharztausbildung, die im 5-jährigen Turnus einen Fortbildungsnachweis erbringen müssen. Es ist jedoch auch für Ärzte im Praktikum bzw. in der Facharztweiterbildung gedacht. Die Fortbildungseinheit In den einheitlichen Bewertungskriterien der Bundesärztekammer ist festgelegt: „Die Grundeinheit der Fortbildungsaktivitäten ist der Fortbildungspunkt. Dieser entspricht in der Regel einer abgeschlossenen Fortbildungsstunde (45 Minuten)“. Für die erworbenen Fortbildungspunkte muss ein Nachweis erbracht werden. Hat man die erforderliche Anzahl von 250 Punkten gesammelt, kann man das Fortbildungszerti?kat bei seiner Ärztekammer beantragen, welches man wiederum bei der KV (niedergelassene Ärzte) oder bei seinem Klinikträger (Klinikärzte) vorlegen muss. Anerkennung der CME-Beiträge Die Fortbildung in der ZFA wurde von der Nordrheinischen Akademie für Ärztliche Fortund Weiterbildung für das Fortbildungszerti?kat anerkannt, das heißt, die Vergabe der Punkte kann direkt durch die Thieme Verlagsgruppe erfolgen. Die Fortbildung in der ZFA gehört zur Kategorie „strukturierte interaktive Fortbildung“. Entsprechend einer Absprache der Ärztekammern werden die von der Nordrheinischen Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung anerkannten Fortbildungsveranstaltungen auch von den anderen zerti?zierenden Ärztekammern anerkannt. Datenschutz Ihre Daten werden ausschließlich für die Bearbeitung dieser Fortbildungseinheit verwendet. Es erfolgt keine Speicherung der Ergebnisse über die für die Bearbeitung der Fortbildungseinheit notwendige Zeit hinaus. Die Daten werden nach Versand der Testate anonymisiert. Namens- und Adressangaben dienen nur dem Versand der Testate. Die Angaben zur Person dienen nur statistischen Zwecken und werden von den Adressangaben getrennt und anonymisiert verarbeitet. Teilnahme Jede Ärztin und jeder Arzt soll das Fortbildungszerti?kat erlangen können. Deshalb ist die Teilnahme am CME-Programm der ZFA nicht an ein Abonnement geknäpft! Die Teilnahme ist sowohl im Internet (http://cme.thieme.de) als auch postalisch möglich. Im Internet muss man sich registrieren, wobei die Teilnahme an Fortbildungen abonnierter Zeitschriften ohne Zusatzkosten möglich ist. Alle Teilnehmer, die auf dem Postweg teilnehmen, benötigen für die Teilnahme den CME-Beitrag, den CME-Fragebogen, den CME-Antwortbogen, Briefumschläge und Briefmarken. Auch hier fallen bei Angabe der Abonummer für die Teilnahme keine zusätzliche Kosten an. Teilnahmebedingungen Für eine Fortbildungseinheit erhalten Sie 3 Fortbildungspunkte im Rahmen des Fortbildungszerti?kates. Hierfür müssen 70% der Fragen richtig beantwortet sein. müssen die Fragen der Einheiten A bis D des CME-Antwortbogens vollständig ausgefüllt sein. Unvollständig ausgefüllte Bögen können nicht berücksichtigt werden! muss Ihre Abonnentennummer im entsprechenden Feld des CME-Antwortbogens angegeben oder eine CME-Wertmarke im dafür vorgesehenen Feld aufgeklebt sein. CME-Wertmarke für Nicht-Abonnenten Teilnehmer, die nicht Abonnenten der ZFA sind, können für die Internet-Teilnahme dort direkt ein Guthaben einrichten, von dem pro Teilnahme ein Unkostenbeitrag abgebucht wird. Für die postalische Teilnahme können Nicht-Abonnenten Thieme-CME-Wertmarken erwerben. Bitte richten Sie Bestellungen an: Georg Thieme Verlag KG Kundenservice Rüdigerstraße 14 70469 Stuttgart Tel.: 0711/8931-900 E-Mail: kundenservice@thieme.de Teilnahme auch online möglich unter cme.thieme.de Hassler D. Die Lyme-Borreliose … CME 2007; 83: 38


(Stand: 01.01.2007)

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