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Aufschlussreiche Quelle

Max Geraedts

Das Versorgungsmonitoring in Form regelmäßiger Evaluationen der Versorgungsleistungen dient vor allem dazu, stärken und Schwächen des Gesundheitssystems zu identifizieren und durch Steuerung ein Optimum an Versorgungsqualität zu erzielen. Dieses Thema behandelt der erste Band der Reihe „Report Versorgungsforschung“, die sich dem aktuellen Diskussionsstand zu ausgewählten Themen der Versorgungsforschung widmet. Die Themenwahl knüpft dabei an die Förderinitiative der Ärzteschaft zur Versorgungsforschung an.

Auf der Basis eines im Dezember 2006 vom Robert-Koch-Institut gemeinsam mit der Bundesärztekammer durchgeführten Symposiums werden in 20 Beiträgen die in Deutschland vorhandenen Datenquellen und exemplarische Analyseergebnisse zur medizinischen Versorgung vorgestellt. Aus dem ambulanten Sektor werden Analysen der Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen sowie von Arzneimitteln auf der Basis von DKV-, KV- und Apothekenroutinedaten, aber auch auf der Grundlage von Daten aus Forschungspraxen berichtet. Im stationären Sektor liegt der Fokus auf den BQS- und Routinedaten der GKV, die inzwischen auch Langzeitbeobachtungen von Behandlungsergebnissen erlauben. Darüber hinaus wird ein Einblick in das Analysepotenzial spezieller Datenquellen wie der Krebsregister, der Kompetenznetze, der Surveys des Robert-Koch-Instituts sowie von speziellen Patientenbefragungen und Berichtssystemen zur Erfassung von Arzneimittelnebenwirkungen oder Behandlungsfehlern gegeben. Neben der Vorstellung der Datenquellen werden die methodischen Fallstricke von Sekundäranalysen aufgezeigt. Letztlich wird dafür plädiert, die vorhandenen Datenquellen nach sorgfältiger Validierung zu verknüpfen, um so ein Versorgungsmonitoring ohne neuen Datenerhebungen zu realisieren.

Ergänzt wird der Band durch eine strukturierte Darstellung von Datenquellen für die Versorgungsforschung, die von der Koordinierungsgruppe Versorgungsforschung der Bundesärztekammer zusammengestellt wurde. Damit eignet sich das Buch zum einen als Fundus für Versorgungsforscher und zum anderen als eine aufschlussreiche Quelle für Ärzte, die sich über die sinnvolle Verwendung und das Potenzial ihrer manchmal mühselig erhobenen Routinedaten informieren wollen.

(Deutsches Ärzteblatt 2008; 38: A1976)


(Stand: 08.06.2011)

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