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Die Achillesferse der Chinolon-Therapie

Die spontanen Berichtssysteme von Arzneimittelkommissionen weltweit weisen seit Jahren auf das Risiko der Sehnenerkrankungen vorwiegend der Achillessehne (von der Entzündung bis hin zur bilateralen Ruptur) bei der Behandlung mit Chinolonen hin.

Vor genau 25 Jahren wurde erstmals über diese Nebenwirkung berichtet. Ein soeben erschienener Report des australischen Adverse Drug Reactions Advisory Committee zeigt, dass das Problem auch heute noch unverändert Aktualität besitzt. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft publizierte bereits vor jetzt 6 Jahren eine Übersicht, aus der hervorgeht, dass unter den Chinolonen Levofloxazin, gefolgt von Ofloxazin, Ciprofloxazin und Norfloxazin die höchste Inzidenz aufweist.

Eine klare Beziehung zur Dosis besteht offenbar nicht. Prominente Risikofaktoren sind das Alter des Patienten (Durchschnitt 64 Jahre) und eine begleitende Corticoidtherapie. Männer sind zweimal häufiger als Frauen betroffen. Wichtig ist, dass Entzündungen und Ruptur bereits innerhalb der ersten Stunden nach Einnahmebeginn (etwa die Hälfte der Rupturen soll sich innerhalb einer Woche ereignen), u.U. aber auch erst vier Wochen nach Behandlungsende auftreten können. Ein Kausalzusammenhang ist nach dieser Zeit nicht immer leicht herzustellen.

Bei den gerade für ältere Menschen schwerwiegenden Folgen einer beidseitigen Achillessehnenruptur (ein Freund sagte vor kurzem, das sei von Symptomatik und Behinderung einer beidseitigen Oberschenkelamputation gleichzusetzen) sollte überlegt werden, ob Chinolone nicht eventuell durch andere Antibiotika ersetzt werden können.

Die Auflistung von möglichen Ursachen (s. Seite 5) bezieht sich auf den Fallbericht eines 62-Jährigen mit bilateraler Achillessehnenruptur.

Behandlungsmöglichkeiten (s. Tabelle links) reichen von konservativem Vorgehen über verschiedenen Naht- und Klebetechniken bis hin zur Gewebs-transposition.

Akali AU, Niranjan NS. Management of bilateral Achilles tendon rupture associated with ciprofloxacin: A review and case presentation. J Plastic Reconstruct Aesth Surgery 2008; 61: 830–834

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(Stand: 08.06.2011)

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