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Internistische Therapie

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Heinz Harald Abholz

Das Werk gibt einen Gesamtüberblick über alle internistischen Themen in einer auf die Therapie fokussierten Darstellung nach Diagnosen und Symptomkomplexen. Die einzelnen, meist zwischen zwei und zehn Seiten umfassenden Kapitel sind alle aufgebaut nach Diagnose und Ätiologie, Symptomatik, Diagnostik und Therapie. Sie stellen eine sehr knappe Darstellung der wichtigsten Aspekte des jeweiligen Themas dar; zahlreiche Tabellen erleichtern den kurzen Überblick.

Das gesamte Werk beschreibt die Möglichkeiten der Diagnostik und insbesondere Therapie. Dabei wird dem Leser aber fast durchgehend nicht der Weg gewiesen, was aus dem Fächer der Optionen und in welcher Stufung sowie unter welchen speziellen Konstellationen er wählen sollte. Damit folgt es dem klassischen Lehrbuch in seinem Überblickscharakter – nur ist es deutlich kürzer.

Fast der gesamte Text ist ohne Bezug zu dem, was heute evidenzbasierte Medizin genannt wird – ohne Hinweise auf die Evidenzlage zu einer Therapie oder auf die in der EbM sowie beim hausärztlichen Handeln so wichtige Frage der Beeinflussung klinisch relevanter Endpunkte. Darüber hinweg kann auch nicht täuschen, dass ab und zu auch einmal in einer Klammer der Evidenzgrad („evidence Grad A“) angegeben wird oder auf eine Leitlinie verwiesen wird. Da dies selten auftritt, kommt der Eindruck des „Zufalls“ zustande. Sicherlich ist dies auch der Kürze geschuldet, aber es gibt auch Werke (meist englische), die beides verbinden können: Kürze und Orientierung in Bezug auf die Basis der Ausführungen.

Dies macht das Werk für den Allgemeinmediziner wenig hilfreich, bestenfalls erscheint es geeignet, sich einen schnellen Überblick zu verschaffen, ob man so „an alles gedacht“ hat. Man erhält zudem – und dies ist die Stärke – bei den Behandlungen in der Regel auch Angaben zu Dosierungen, Dosierungsschemata und UAW.

Ich habe das Werk über drei Wochen immer wieder einmal aus meinem Alltag heraus genutzt und dabei festgestellt, dass man schnell einen offensichtlich guten und sehr zeitaktuellen Überblick bekommt. Ich musste aber immer wieder feststellen, dass jedes Mal, wenn man es „genauer wissen wollte“ oder gar eine Frage mit einem konkreten Patientenproblem beantworten wollte, ohne Hilfe da stand.

Dies hat mein Vorurteil gegenüber solchen allumfassenden Werken, die Themen auf wenigen Seiten abhandeln, bestärkt. Insbesondere wenn man schon etwas von der Medizin versteht, dann helfen für die kniffligen Fragen eigentlich nur ausführliche Lehrbücher der Einzelfächer oder oft auch nur die Suche nach Überblicksartikeln aus Zeitschriften.

Für den Berufsanfänger hingegen mag ein solches Werk hilfreich sein: Mit einem kurzen Text schnell festzustellen, ob er bei einem Krankheitsbild oder einem Symptomkomplex auch an alles gedacht hat bzw. zu erfahren, was es sonst noch so gibt. Nur wenn er auf die Punkte stößt, die er bisher nicht bedacht hatte, wird es dann wiederum oft notwendig, ein „richtiges Lehrbuch“ zu konsultieren.

Hans-Peter Wolff, Thomas R Weihrauch (Hrsg.)

Internistische Therapie: 2014/2015

Urban & Fischer/Elsevier, München

20. Auflage 2014

1262 Seiten, gebunden

ISBN 978–3437416521

Preis: 99,99 Euro

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Heinz-Harald Abholz

Abt. Allgemeinmedizin (Emeritus)

Heinrich-Heine-Universität

Moorenstraße 5

40225 Düsseldorf

abholz@med.uni-duesseldorf.de


(Stand: 16.01.2015)

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