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Nolte SH. Das „Impfparadogma“ – und mögliche Auswege. Z Allg Med 2015; 91: 463–466

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Leserbrief von Dr. Philipp Conradi

Die Zeitschrift für Allgemeinmedizin hat einen bemerkenswerten Artikel veröffentlicht. Stephan Nolte beschreibt Schadwirkungen durch allgemein übliche Immunisierungen. Er stellt Schutzimpfungen und die Abwesenheit von Zielerkrankungen in einen Zusammenhang mit dem Auftreten anderer Infektionen sowie neurologischer und immunologischer Erkrankungen.

Gleich zu Beginn meine Kritik: An dieser Stelle hätte ich mir mehr epidemiologische Fakten gewünscht und dass der Autor diese bitte in seinem Schlusswort liefern möge.

Ausgangspunkt der Argumentation ist die Beobachtung, dass sich die Kindersterblichkeit in Guinea-Bissau nach Einführung der DPT-Impfung verdoppelt hatte. Dieses Phänomen wurde laut Autor von der WHO nachanalysiert und letztendlich bestätigt. Ähnliche Untersuchungen sind in den Industrienationen schwierig, unter anderem deswegen, weil bei den hohen Durchimpfungsraten für eine Vielzahl von unterschiedlichen Zielkrankheiten und der allgemein sehr niedrigen Kindersterblichkeit kausale Zusammenhänge nicht von vornherein zu erkennen sind. Nolte verweist jedoch auf eine amerikanische Beobachtungsstudie an mehr als 300.000 Kindern, die einen Gesundheitsvorteil für willkürlich ungeimpfte Kinder aufzeigt.

Mit Veröffentlichung dieses Artikels wurde die Diskussion über Nutzen und Risiken von Impfungen erneut eröffnet. Als Haus- und Familienärzte sehen wir eine Zunahme von autoimmunologisch bedingten Erkrankungen wie Typ-1-Diabetes, Asthma, Multipler Sklerose und anderer Krankheiten und Gesundheitsphänomene, deren Ursache wir nicht kennen, die uns aber sehr beunruhigen sollten. Noltes Ausführungen legen es nahe, dass Immunisierungen als Ursache für die Zunahme dieser Krankheiten infrage kommen und er fordert konsequenterweise, dass ,,... wir die Impfroutine kritisch und für jede Zielerkrankung einzeln hinterfragen.“

Der Artikel von Stephan Nolte ruft nach einer Stellungnahme durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin.

Interessenkonflikt: Als impfender Hausarzt verdiene ich mit jeder Impfung sieben Euro brutto.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Philipp Conradi

Facharzt für Allgemeinmedizin

Otto-Dix-Ring 98

01219 Dresden

Tel.: 0351 2752457


(Stand: 19.01.2016)

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