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Kammertachykardie?

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Das in der Abbildung gezeigte EKG stammt von einer 92-jährigen Frau, die mit einer Pneumonie stationär aufgenommen wurde. 15 Jahre früher wurde eine perkutane Koronarintervention durchgeführt mit nachfolgender ischämischer Kardiomyopathie. Im Krankenhaus entwickelte die Patientin epigastrische Schmerzen mit Übelkeit. Bei der körperlichen Untersuchung war sie sehr aufgeregt, der Blutdruck betrug 145/85 mmHg, die Herzfrequenz regelmäßige 75 Schläge/Minute.

Ist das eine Kammertachykardie? Falls ja, wie erklärt sich der offensichtliche Sinusrhythmus in Ableitung III?

Des Rätsels Lösung: Der beim EKG anwesende, erfahrene Doktor sah beim ersten Blick, dass die Frau zitterte und ihr klinischer Zustand nicht mit einer Kammertachykardie vereinbar war. Zur Dokumentation dieser „Diagnose“ hob er während der Untersuchung ihre linke Hand und stützte diese durch seine eigene – in Ableitung III war der Tremor dann verschwunden.

Martens P, Sinnaeve P. Tremor mimicking ventricular tachycardia. CMAJ 2015; 187: E326. Frei unter www.cmaj.ca/content/187/10/E326.long

Abbildungen:

Abbildung 1 EKG der 92-jährigen Patientin


(Stand: 23.01.2017)

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