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Niederlassung auf dem Lande (USA): Bildungsgrad der Ehepartner spielt negative Rolle

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Michael M. Kochen


Logistic Regression Models of the Likelihood That a Physician Worked in a Health Profession Shortage Area (HPSA), 2005–2011

Über den überwiegend verteilungsbedingten Ärztemangel (insbesondere den Mangel an Hausärzten) auf dem Lande gibt es ausreichend Literatur. Mir war bislang aber nicht bekannt, dass auch der Bildungsgrad der Ehepartnerin/des Ehepartners eine wichtige Rolle dabei spielen könnte – zumindest in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Ein Team von Ökonomen, das eine 1 %-Stichprobe aller amerikanischen Ärzt/innen im Alter von 25–70 Jahren untersuchte (response rate > 95 %), fand dabei Folgendes heraus:

• Der Anteil an Verheirateten mit einer/m beruflich hochgebildeten Ehepartner/in (mind. sechs Jahre College [vor 1990] bzw. mind. ein Mastergrad [ab 1990]) stieg in den letzten 50 Jahren erheblich an: von 8,8 % im Jahre 1960 auf 54,1 % im Jahre 2010.

• Rund ein Drittel der Ehepartner/innen war ebenfalls Ärztin/Arzt.

• 5,3 % aller Ärzte arbeiteten zwischen 2005 und 2011 auf dem Lande; von der Bevölkerung waren es 10,9 % – eine deutliche Diskrepanz.

• Der Vergleich zwischen Ärzt/innen mit beruflich hochgebildeten Ehepartner/in und solchen ohne beruflich hochgebildeten Ehepartner/in, ergibt zwar keinen riesigen, aber doch einen signifikanten Unterschied von 2,9 % (mit 4,2 % vs. ohne 7,2 %; adjustierte odds ratio 0,62 (95%-Konfidenzintervall 0,56–0,69; p < 0,001).

• Nicht nur der Faktor „Bildung der Ehepartner/innen“ spielt eine (negative) Rolle. Auch unverheiratete Ärzt/innen arbeiteten signifikant seltener auf dem Lande.

Die Ergebnisse sind in der Abbildung anschaulich dargestellt.

Staiger DO, Marshall SM, Goodman DC, Auerbach DI, Buerhaus PI. Association between having a highly educated spouse and physician practice in rural underserved areas. JAMA 2016; 315: 939–941. Frei verfügbar unter: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2497899


(Stand: 26.01.2018)

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