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Testosteronsubstitution bei Männern über 65: Vielleicht besserer Sex, aber Risiko eines Prostatakarzinoms nicht untersucht

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Michael M. Kochen

Viel Medienwirbel verursachte eine im New England Journal of Medicine publizierte Studie, die bei Männern über 65 Jahren mit erniedrigtem Testosteronspiegel durch entsprechende Substitution u.a. eine moderate Besserung der Sexualfunktion erzielen konnte. Der oft beobachtete Vitalitätsmangel wurde hingegen nicht beeinflusst.

Die 790 Teilnehmer, die über ein Jahr mit Testosteron-Gel oder Placebo behandelt worden waren, entsprachen gerade einmal 1,5 % aller 51.085 für die Studie gescreenten Männer. Die meisten der akzeptierten Patienten wiesen Adipositas und Hypertonie auf, über ein Drittel Diabetes und fast 20 % eine Schlaf-Apnoe (allesamt Risikofaktoren für eine erektile Dysfunktion). Ob die Ergebnisse angesichts einer solchen Selektion auf die Mehrheit älterer Männer mit vermindertem Serumtestosteron übertragbar sind, darf bezweifelt werden.

Das auffallendste Defizit der Arbeit aber ist, dass ein vielfach diskutiertes, potentielles Risiko einer Testosteronsubstitution (nämlich die mögliche Stimulation eines subklinischen Prostatakarzinoms) wegen einer zu geringen Teilnehmerzahl nicht beurteilt werden konnte.

Snyder PJ, Bhasin S, Cunningham GR, et al. Effects of testosterone treatment in older men. N Engl J Med 2016; 374: 611–24. Frei verfügbar unter: www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1506119


(Stand: 29.01.2018)

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