Loading...

ZFA-Logo

Ein nicht alltäglicher Einsatz der Feuerwehr auf der Notfallstation eines britischen Krankenhauses

PDF

Michael M. Kochen


Das Auseinanderziehen der beiden Ringenden mit Büroklammern zeigt den ganzen Einfallsreichtum der beteiligten Kollegen …

Nichts Ungewöhnliches, werden Sie vielleicht sagen, die Feuerwehr bringt doch jeden Tag kranke Patienten zur stationären Aufnahme. Im folgenden Fall geht es allerdings um etwas geringfügig anderes.

Ich weiß nicht, ob alle Verheirateten unter Ihnen einen Ehering tragen. Ist dann bei denjenigen, die sich dieser sichtbaren Traditionsübung unterziehen, der Ring aus Gold oder aus Silber? Oder gar aus ... Titan? Titanringe erfreuen sich (wie ich gelesen habe) einer zunehmenden Beliebtheit, weil sie unverwüstlich, leicht und hypoallergen sein sollen.

Zwischen Gold-, Silber- und Titanringen gibt es einen entscheidenden Materialunterschied: Muss ein Titanring aus medizinischen Gründen entfernt werden, lässt sich das keineswegs mit einer sonst wirksamen, einfachen Zange bewerkstelligen. Dazu braucht man Spezialinstrumente …

Zwei Autoren aus Sheffield berichten über eine Patientin, deren Ringfinger nach einem 6-stündigen (!) Thermalbad so angeschwollen war, dass sie sich in der Notfallambulanz des örtlichen Krankenhauses vorstellte.

Hier eine kurze Auflistung der vergeblichen Maßnahmen, den Titanring vom Finger zu entfernen:

• Hochbinden des Arms für 8 Stunden;

• Gleitgel;

• Druckverband;

• Feuerwehreinsatz mit unhandlicher Spezialzange;

• Einsatz von zwei Knocheninstrumenten aus der plastischen Chirurgie (beide gingen zu Bruch).

Geholfen hat schließlich ein Bolzenschneider, der interessanterweise im Instrumentenlager der Operationsräume gefunden wurde.

Salibi A, Morritt AN. Removing a Titanium wedding ring. Emerg Med J 2016; 33: 170

Abbildung: Mit freundlicher Genehmigung des Emergency Medical Journal


(Stand: 29.01.2018)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.