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Topische NSAR bei muskuloskelettalen Schmerzen – mehr als ein Placebo?

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Andreas Sönnichsen

Frage

Patienten wünschen sich bei muskuloskelettalen Schmerzen nicht selten die Verordnung von „Schmerzsalben“ wie z.B. Diclofenac-Gel oder anderen topischen NSAR, die als Selbstmedikation in Deutschland nicht auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden können. Es stellt sich die Frage, ob es Studien gibt, welche die Wirkung solcher topischen Applikationen von NSAR untersucht haben bzw. welche Evidenz es für einen relevanten therapeutischen Effekt gibt.

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Antwort

Topische NSAR sind bei verschiedensten muskuloskelettalen Schmerzen effektiv. Die besten Daten liegen für die Behandlung von (Sport-)Verletzungen, Sprunggelenksdistorsionen und Gonarthrose vor, aber auch Nacken- und Muskelschmerzen sowie Tendinitiden und andere lokalisierte Beschwerden scheinen gut anzusprechen. Es ist verwunderlich, dass es keine einzige randomisiert kontrollierte Studie zur Wirkung topischer NSAR bei unspezifischen Kreuzschmerzen gibt. Aus Sicht des praktisch tätigen Arztes scheint auch in diesem Fall trotz fehlender Studienevidenz ein Therapieversuch mit topischen NSAR gerechtfertigt, wenn dadurch die Verordnung oraler NSAR vermieden werden kann.

Abteilung für Allgemeinmedizin, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien

Hintergrund

Muskuloskelettale Erkrankungen betreffen einen großen Teil der Bevölkerung. Die Punktprävalenz für Arthrosebeschwerden lag in der DEGS1-Studie bei ca. 20 % [1], die Punktprävalenz von Rückenschmerzen wird mit bis zu 37 % angegeben [2]. Schmerzen als Symptom muskuloskelettaler Beschwerden gehören mit zu den häufigsten Behandlungsanlässen in der allgemeinmedizinischen Praxis [3]. Sie bedingen...


(Stand: 15.01.2019)

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