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Die Resultate von sechs Jahren Weiterbildung für die hausärztliche Versorgung in Deutschland – Ergebnisse der KarMed-Studie (Teil 2)

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Hendrik van den Bussche, Sigrid Boczor, Stephanie Siegert, Sarah Nehls, Susan Selch, Rüja-Daniela Kocalevent, Martin Scherer

Schlüsselwörter: Berufswahl Hausarzt hausärztliche Versorgung Ärztinnen ärztliche Weiterbildung

Hintergrund: Hintergrund der KarMed-Studie ist der drohende Nachwuchsmangel im hausärztlichen Bereich. Das Ziel ist die längsschnittliche Untersuchung der Berufsvorstellungen von Absolventinnen und Absolventen des Medizinstudiums des Jahrgangs 2009 während eines darauffolgenden sechsjährigen Follow-ups in Bezug auf eine hausärztliche Tätigkeit. Dieser Zeitraum ist ein Jahr länger als die minimale Weiterbildungsdauer von fünf Jahren gemäß Weiterbildungsordnung. Untersucht wurde die Frage, welche Faktoren die Wahl einer hausärztlichen Tätigkeit beeinflussen. Ferner wurde analysiert, inwiefern eine hausärztliche Tätigkeit außerhalb der großen Städte beabsichtigt wird.

Methoden: Jährliche standardisierte postalische Befragungen der Absolventinnen und Absolventen von sieben medizinischen Fakultäten vom Praktischen Jahr bis maximal sechs Jahre nach abgeschlossener Weiterbildung. Rücklaufquoten: 48 % im ersten Befragungsjahr, danach in allen Befragungen 85 % und mehr. Längsschnittliche Auswertung mit deskriptiven statistischen Verfahren und Regressionsanalysen.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen eine beträchtliche Zunahme der Attraktivität der hausärztlichen Tätigkeit bei Ärztinnen über die sechs Jahre. Auffällig hierbei sind a) der zunehmende Wunsch, in einem Angestelltenverhältnis zu arbeiten und dies b) zunehmend in Teilzeit. Dass 14 % der hausärztlich Interessierten nach sechs Jahren Weiterbildung „in einer ländlichen Region“, weitere 24 % „in einer Kleinstadt“ tätig werden wollen, zeigt eine zunehmende Präferenz für eine hausärztliche Tätigkeit in kleineren Ortsgrößen. Regressionsanalytisch findet sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Präferenz für eine hausärztliche Tätigkeit und einer Elternschaft.

Schlussfolgerungen: Die Entwicklung geht vermutlich dahin, dass 70–75 % der künftig hausärztlich Tätigen Ärztinnen sein werden. Die hausärztliche Versorgung wird aber nicht nur ein weiblicher, sondern auch ein Eltern-Sektor. Die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung wird aber künftig dadurch schwieriger, dass die interessierten Ärztinnen mehrheitlich in Teilzeit und im Angestelltenverhältnis arbeiten möchten. Alternative Organisationsmodelle sollten entwickelt und praktisch geprüft werden, nicht zuletzt unter ökonomischen Aspekten.

Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Peer-reviewed article eingereicht 15.10.2018, akzeptiert: 12.11.2018 DOI 10.3238/zfa.2019.0009–0013

Hintergrund

Die vom Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf durchgeführte KarMed-Kohortenstudie untersucht die beruflichen Präferenzen und den Karriereverlauf von Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung (abgekürzt: ÄiW) vom Berufseinstieg bis zur fachärztlichen...


(Stand: 15.01.2019)

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