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Geringe diagnostische Ausbeute der elektiven Koronarangiografie

Bei der elektiven Koronarangiografie zum Ausschluss einer koronaren Herzerkrankung in den USA handelt es sich offenbar (auch nach Meinung der Autoren) um die massenhafte Anwendung u. U. gefährlicher diagnostischer Maßnahmen. Ach so, in Amerika, na das kennt man doch – bei uns ist das ganz anders. Wenn sich diejenigen, die so denken, da mal nicht irren ... Trotz des Mangels an konkreten Zahlen zur Koronarangiografie lassen Daten aus Deutschland über die Zahl von Schrittmacherimplantationen, Hysterektomien u.v.a.m. vermuten, dass es hierzulande nicht so viel anders aussieht.

Amerikanische Wissenschaftler haben über fast 4 Jahre in 663 Krankenhäusern des „American College of Cardiology National Cardiovascular Data Registry“ fast 400.000 Patienten ohne bekannte KHK identifiziert (mittleres Alter 61 Jahre; 52,7 % Männer, 26 % Diabetiker; 69,6 % Hypertoniker), die sich einer elektiven Koronarangiografie unterzogen. Eine vorangehende nichtinvasive Diagnostik wurde bei knapp 84 % der Personen durchgeführt.

Ergebnis: 39,2 % der angiografierten Patienten wiesen eine koronare Herzkrankheit auf. Unabhängige Prädiktoren waren – wer hätte das gedacht – männliches Geschlecht, höheres Alter, Diabetes mellitus Typ 1 und Fettstoffwechselstörungen. Der positive Ausfall eines nichtinvasiven Untersuchungsverfahrens hatte nur moderate Vorhersagekraft (adjustierte odds ratio 1,28; 95 % CI 1,19–1,37).

Schlussfolgerung der Autoren: Die aktuellen Strategien zur Entscheidungsfindung, ob invasive Diagnostik angewendet werden sollte oder nicht, müssten „substanziell verbessert“ werden.

Foto: fotolia/Jeffrey Collingwood

Patel RM et al. Low Diagnostic Yield of Elective Coronary Angiography. N Engl J Med 2010; 362: 886–95.


(Stand: 14.10.2010)

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