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USA: Bestechung wird schwieriger

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Die USA machen offenbar Ernst mit ihrer Ankündigung, Zahlungen und andere Zuwendungen von pharmazeutischen Unternehmen an Ärztinnen und Ärzte in Praxis bzw. akademischen Krankenhäusern zu publizieren und über das Internet offen zu legen.

Ab 2013 werden demnach jährliche sog. Transparenzlisten veröffentlicht, in denen von den Herstellerfirmen genannt werden müssen

  • Datum, Höhe und Art der Zuwendung (z.B. Geld, Reiseunterstützung, Geschenke, Mahlzeiten),
  • Name und genaue Adresse von „Spender“ und Empfänger sowie
  • Name des „auslösenden“ Produkts, das in den Programmen Medicare (Krankenversicherung für Ältere über 64 Jahren) und Medicaid (Unterstützungsprogramm insbesondere für Bedürftige) verfügbar sein muss.

Ausgenommen sind lediglich einmalige geldwerte Zuwendungen unter 10 US$ (bei Kumulation innerhalb eines Jahres betrifft die Meldepflicht eine Summe ab 100 USD).

Auf die Frage eines Arztes, ob es auch meldepflichtig sei, wenn ein Pharmareferent einer Einzelpraxis „Bagels und Kaffee im Werte von 25 US$ spende“, lautete die eindeutige Antwort der zuständigen Centers for Medicare & Medicaid (CMS) „Ja“.

Vor der Publikation der Daten werden alle Betroffenen 45 Tage Zeit haben, um den zu veröffentlichenden Bericht auf Wahrheitsgehalt oder Fehler zu prüfen. Über die Behandlung eines eventuellen Widerspruchs ist zwar noch nicht endgültig entschieden, aber bestrittene Informationen werden dennoch mit dem Zusatz „disputed“ veröffentlicht.

Auch die vorgesehenen Strafen lassen sich sehen. Unternehmen, die eine Zuwendung nicht melden, zahlen max. 150.000 USD; die bewusste Kenntnis einer unterlassenen Meldung kostet max. 1 Million USD. Daten müssen fünf Jahre aufgehoben werden.

ProPublica, ein unabhängiges Nachrichtenportal, das „Resultate investigativen Journalismus im öffentlichen Interesse“ publiziert und 2011 den renommierten „Pulitzer Prize for National Reporting“ erhielt, unterhält seit 2009 eine Internetpräsenz namens Dollars for Docs. Dort können bereits heute in begrenztem Umfang Industriezuwendungen an Ärzte eingesehen werden

projects.propublica.org/docdollars/

Foto: Fotolia/georgenight


(Stand: 17.10.2012)

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