Loading...

ZFA-Logo

Jahresbericht des SGAM-Präsidenten

PDF

Johannes Dietrich

Zu Beginn meines diesjährigen Berichtes möchte ich bruchstückhaft ein Stück weiter zurückblicken, da ich anno 2012 nunmehr eine Dekade lang die Geschicke der SGAM als Präsident, ich habe auch gern den Terminus Oberhäuptling genannt, leite.

2002 bin ich angetreten, unsere SGAM zu verjüngen, mehr Öffentlichkeit zu wagen, die Weiter- und Fortbildung zu intensivieren und – so hatte ich die Hoffnung – die hervorragende Forschungsarbeit meines Vorgängers Grethe, die SESAM–Studien, fortzusetzen und weiterzuentwickeln, wobei ich mit Unterstützung durch die beiden sächsischen Universitäten rechnete. Es sollten die Verbindungen zur DEGAM, zum HÄV und zur Politik ausgebaut werden.

Wir vergeben Forschungs- und Ehrenpreise, bieten regelmäßig einen Prüfungsvorbereitungskurs an und haben zuletzt auch unsere Medizinischen Fachangestellten, ehemals Arzthelferinnen, ins Fortbildungsboot nach Lichtenwalde geholt. Die unter dem Aspekt der Erlangung eines Fortbildungszertifikates ins Leben gerufenen jährlichen Curricula, das erste fand im Januar 2004 statt, sind durch ihre speziellen Inhalte und die angenehme Atmosphäre sehr populär. Ihr Stellenwert und ihre Eintragung im Fortbildungskalender sind für uns nicht mehr wegzudenken.

Unsere Zeit ist sehr schnelllebig, und wir alle müssen an unserem beruflichen oder eben auch ehrenamtlichen Platz darauf reagieren. Ich meine, bei einem durchaus kritischen Rückblick ist uns das recht gut in unserer wissenschaftlichen Fachgesellschaft der Allgemeinärzte Sachsens, der SGAM, gelungen. Auch die Mitgliederzahlen bestätigen den insgesamt positiven Entwicklungstrend der SGAM.

An vorderster Stelle ist bei einem Blick auf die vergangenen zwölf Monate natürlich wieder meinen Präsidiumsmitgliedern Andreas Schuster, Erik Bodendieck, Roger Voigt, Lars Schirmer, Antje Bergmann und Anne Gerlach zu danken, die durch ihre unverwechselbare, kritisch korrektive und intensive Mitarbeit ein Gelingen unserer SGAM-Vorhaben erst ermöglichten. Alle haben weitere ehrenamtliche Aufgaben – und das nicht nur in Sachsen – übernommen. Deren Vielzahl hier zu nennen, würde den Rahmen eines kurzen Resümees aber sprengen.

Führungsarbeit ist immer auch Gemeinschaftsarbeit, und das wird bei guter personeller Kontinuität, die dennoch von Verjüngung und damit neuem Schwung gekennzeichnet ist, in der SGAM gewährleistet. Und diesen neuen Schwung beziehen wir auch durch die gelungene Einbindung der JASa, der jungen Allgemeinärzte Sachsens, in die Weiter- und Fortbildungsarbeit der SGAM. So waren zwei JASa-Mitglieder zu unserer Klausurtagung, die Anfang März in Dresden stattfand, eingeladen und diskutierten lebhaft mit. Schließlich war dort unser Thema die Verbesserung der Weiterbildung. Etliche unserer gewissermaßen gestandenen Mitglieder haben sich für eigene Veranstaltungen der JASa zur Verfügung gestellt und bieten ihre Hilfe an.

Im Medienbereich, den Anne Gerlach nach wie vor betreut, stehen ebenfalls Änderungen an. In diesem Monat werden wir die Zusammenarbeit mit dem Kirchheim-Verlag und der Zeitschrift „Der Allgemeinarzt“ beenden. Die Kooperation war ausgezeichnet, insbesondere mit dem Redaktionskollegium und dem Herausgeber, und wir bedanken uns nachdrücklich für das Verständnis und die souveräne Umsetzung unserer Anliegen. Aber wir sind der Meinung, dass in der Frage eines gedruckten Newsletters Aufwand und Nutzen nicht in gebührender Relation stehen. So wollen wir künftig auf einen solchen verzichten und ggf. eigene Veröffentlichungen, vorrangig über unsere Website (wie bereits den „offenen Brief“), aber auch in der ZFA und im „Hausarzt“ platzieren. Dieser unter maßgeblicher Federführung von Lars Schirmer vom Präsidium der SGAM erstellte offene Brief informiert zur Frage der differenten Behandlung verschiedener Hausarztgruppen hinsichtlich Arznei- und Heilmittelrichtgrößen. Aktuellen berufspolitischen Fragen wollen und können wir uns – wie das eben genannte Beispiel zeigt – nicht entziehen.

Unser Internetauftritt wurde anno 2011 umgestaltet und modernisiert. In diesem Bereich werden sicherlich noch etliche Aufgaben hinzukommen. Ein fact sheet über Zahlen und Vorhaben zur SGAM wird noch in diesem Jahr – nicht nur auf unserer Website – publiziert werden.

Nach wie vor fühlen wir uns in erster Linie für das Fachlich-wissenschaftliche unseres schönen Berufs zuständig. Eben deshalb organisieren wir jährlich eine Klausurtagung mit dem Wissenschaftlichen Beirat, auf der wir auch über die Vergabe des SGAM-Forschungspreises beraten. Insgesamt wünsche ich mir dort eine umfangreichere Teilnahme der Gewählten des Hausarztverbandes und des gesamten Wissenschaftlichen Beirates. Ein anderer Termin wird sich nur schwer finden lassen.

Nachdrücklich spreche ich mich für eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Hausärzteverband aus, wobei aber a priori gemeinsame Wege und Strategien gesucht werden sollten. Die Teilnahme von Vertretern des Hausarztverbandes und der SGAM an den jeweiligen Veranstaltungen sollte besser ermöglicht werden. Voraussetzung ist freilich, dass infolge einer ordentlichen Vorabstimmung, Themen und Tagungsort nicht miteinander konkurrieren.

Mit unserer Muttergesellschaft, der DEGAM, sind wir in stetig besser werdendem Kontakt. Mancher SGAM-Vorschlag oder manches unseres fachgesellschaftlichen Procedere wurde bewusst oder vielleicht auch unabsichtlich übernommen – und wir lernen von der DEGAM auch. Personeller Untersetzung bedarf es aber immer, um etwas Neues anzupacken. Es hat sich gezeigt, dass ein immer währendes Aufeinanderzugehen die Grundvoraussetzung für ein gedeihliches Miteinander ist – und das wird von beiden Seiten so gesehen. Ein Beispiel hierfür ist ja auch die Tatsache, dass wir in diesem Jahr mit Prof. Dr. Kochen dem herausragenden letzten Präsidenten der DEGAM unseren Ehrenpreis überreicht haben. Gehen wir diesen Weg weiter, bringen wir unseren praxisrelevanten Stil in die DEGAM ein! Wir finden dort offene Ohren.

Die Forschungsarbeit gewinnt in der SGAM an Fahrt. Frau Prof. Bergmann ist es gelungen, junge Ärztinnen und Ärzte zu gewinnen, die unsere SESAM-Studien mit Leben erfüllen. Unbestritten steigt über diese Arbeiten, aber auch über unsere vielfältigen anderen Aktivitäten die Wahrnehmung der SGAM in der Öffentlichkeit. Darauf können wir, so meine ich, durchaus ein wenig stolz sein. Und dennoch: Ohne eine wirklich breite sich einbringende Gruppe von Kolleginnen und Kollegen sowie auch von nichtärztlichen Mitarbeiterinnen ist dies auf Dauer nicht möglich. Ergo, wie in jedem Jahr, erfolgt meine Bitte und Aufforderung zur Beteiligung an unseren gemeinsamen Vorhaben.

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich die fleißige Arbeit der Helferinnen „im Hintergrund“, sprich Mitarbeiterinnen der Geschäftstelle und beim Schatzmeister, Katrin Rauer, Siegrid Dietrich und Claudia Schönfelder, würdigen. Ein ganz besonderer Dank geht in diesem Jahr an das Kassenprüferehepaar Lembcke, da unser Freund Hans-Georg wegen der schweren und hoffentlich nun überstandenen Krankheit seiner Frau Dorothea in seiner Praxis und im Nebenamt viel allein agieren musste.

Ein Jahresbericht der SGAM, so kurz gefasst und unvollständig er auch sein mag, wäre selbstverständlich nicht vollständig, ohne unsere hervorragend angenommenen und mit sehr interessanten Inhalten ausgestatteten Curricula nochmals zu erwähnen. Das vom 18.– 21. Januar 2012 erneut in Weinböhla abgehaltene 9. Curriculum, das inzwischen sogar als Weiterbildungsofferte von Facharztkandidatinnen und -kandidaten angenommen wird, ist ein Beweis hierfür.

Als Ausblick darf ich hier anführen, dass wir uns vorgenommen haben, Kriterien zu erarbeiten, damit eine verbesserte Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin möglich wird. Hilfreich könnte ein von der SGAM vergebenes Weiterbildungszertifikat für entsprechende Arztpraxen/MVZ sein. Wir sehen es nach wie vor als unsere Hauptaufgabe an, im Bereich der Aus-, Weiter- und Fortbildung Aktivitäten zu entwickeln, die einen hohen wissenschaftlichen Standard unter uns Allgemeinärzten erhalten, wenn möglich erhöhen und die nachrückende Generation mit fundiertem Praxiswissen und großer Wissenschaftlichkeit auf ihren exzellenten Beruf vorzubereiten.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Johannes Dietrich

Präsident SGAM e.V.

SGAM Geschäftsstelle

Obere Hauptstraße 1

09241 Mühlau

Tel.: 03722 92883

info@sgam.de


(Stand: 17.10.2012)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.