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21. Jahreskongress der SGAM

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Anne Gerlach

Auch nach dem Jubiläumsjahr 2011 (20. Kongress) folgte dieses Jahr in bewährter Manier die 21. Auflage der inzwischen breit anerkannten Hausarztfortbildung durch die Sächsische Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SGAM). Tagungsort war wieder Lichtenwalde bei Chemnitz. Die Organisation war zum ersten Mal der etablierten Firma „Intercom“ übergeben worden war, um der wachsenden Größe der Veranstaltung Rechnung zu tragen.

Das barocke Flair des Schlosses und der Parkanlagen in Lichtenwalde sowie das moderne Ambiente des Kongresshotels verbanden sich zum wiederholten Male mit den praxisrelevanten Schwerpunkten zum lohnenswerten Fortbildungswochenende.

Der Freitag, unter der Tagungsleitung des SGAM-Präsidenten Dr. Johannes Dietrich, begann mit dem Thema Diabetes mellitus. Erik Bodendieck, Facharzt für Allgemeinmedizin und Diabetologie in Wurzen sowie Vizepräsident der Sächsischen Landesärztekammer, informierte über Neuigkeiten bei Disease-Management-Programmen und Leitlinien – für alle Teilnehmer Wissensgewinn, Austauschmöglichkeit und Diskussionspotenzial.

Danach berichteten Roger Voigt, Facharzt für Allgemeinmedizin in Oberoderwitz, und Dr. Karen Voigt, Sozialwissenschaftlerin an der Medizinischen Klinik III der TU Dresden, über den aktuellen Stand der SESAM-5-Studie und deren weitere Planung. An die niedergelassenen Kollegen wurde in diesem Zusammenhang Dank für die Unterstützung und herzliche Einladung zur erneuten Mitbeteiligung ausgesprochen – allgemeinmedizinische Forschung funktioniert eben nur mit Allgemeinmedizinern, wie Roger Voigt in seinem Vortrag explizit betonte. Er rief die Kollegen auf, selbst zur Forschung in ihrem Arbeitsgebiet beizutragen und sich nicht von Fachfremden „beforschen zu lassen“.

Grit Rajteric, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Chemnitz, wies in den anschließenden 45 Minuten auf unterhaltsame Art und Weise auf Stolperstellen und Rechtsprobleme bei Kooperationsformen hin.

Der frühe Nachmittag gehörte Dr. Marc Grundeis, Facharzt für Hämatologie/Onkologie in Chemnitz. Sein Thema „Leukämien erkennen“ stieß auf sehr großes Interesse in der Zuhörerschaft.

Konstruktives Miteinander, Nachwuchswissenschaft und Forschungspreisverleihung

Am späten Nachmittag traf sich ein großer Teil der Fachgesellschaft zur Mitgliederversammlung. Der Rechenschaftsbericht des Präsidenten sowie die Berichte von Schatzmeister und Kassenprüfer wurden vom Auditorium positiv aufgenommen.

Der diesjährige SGAM-Forschungspreis (hochwertiges Meißner Porzellan!) ging an Dr. Katharina Gerlach. Sie konnte mit ihrer Promotionsarbeit zum Thema „Durchfall als allgemeinmedizinischer Beratungsanlass“ ein Teilgebiet unseres täglichen Handwerks überzeugend aufarbeiten und beleuchten.

Ehrenpreisverleihung

Einen besonders bewegenden Moment erlebten die teilnehmenden Kolleg/innen, als auch in diesem Jahr der Ehrenpreis der Sächsischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin verliehen wurde. Preisträger war Prof. Dr. Michael M. Kochen, federführender Herausgeber der Zeitschrift für Allgemeinmedizin (ZFA) und ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM).

In einer sehr emotionalen und persönlichen Laudatio gelang es Prof. Dr. Antje Bergmann, Inhaberin des Lehrstuhls für Allgemeinmedizin an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus in Dresden, allen Teilnehmern die vor allem auch menschliche Persönlichkeit des Preisträgers und sein unermüdliches fachliches und wissenschaftliches Engagement nahezubringen. An dieser Stelle sei ihr dafür nochmals herzlich gedankt. Im Gegenzug brachte Professor Kochen in einer unterhaltsamen Dankesrede seine Freude zum Ausdruck. Er wartete mit informativen Recherchen über die Stadt Chemnitz auf, bei denen sicher der ein oder andere Teilnehmer selbst noch über die nahegelegene, etwas in ihrer Bedeutung unterschätzte „Stadt der Moderne“ dazulernen konnte. Auch dafür einen herzlichen Dank an unseren Ehrenpreisträger.

Unterhaltung und Geselligkeit beim Festabend

Mit ihrem Programm „Odole mio“ sorgte die Künstlerin Kathy Leen für spritzige Unterhaltung mit sächsischem Charme beim Festabend zum Ausklang des ersten Kongresstages. Beim liebevoll ausgestalteten Buffet und künstlerischer Untermalung gab es viele kollegiale Gespräche und eine ganze Menge Spaß, die dafür sorgen werden, dass der Abend lange in besonderer Erinnerung bleibt.

Gynäkologie und Drogen-News am Samstag

Der zweite Kongresstag unter Moderation von Dr. Anne Gerlach war Themen aus der gynäkologischen Onkologie und der Suchtproblematik gewidmet.

Dr. Karin Kast, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und Oberärztin am Universitätsklinikum in Dresden, berichtete über neue Entwicklungen bei der Therapie des Mammakarzinoms. Noch immer das häufigste Malignom der Frau und täglich in unseren allgemeinmedizinischen Praxen anzutreffen, bedarf auch dieses Thema der regelmäßigen Wissensauffrischung. Die Referentin konnte dazu hervorragend beitragen. Im Anschluss daran folgte ein weiterer hochinteressanter Beitrag durch Oberarzt Dr. Wolfgang Müller, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin am Berglandklinikum Zittau und Leiter der dortigen Notaufnahme. Aus eigener täglicher Erfahrung mit substanzgebundenen Drogen und deren Konsumenten, konnte er den Tagungsteilnehmern umfassend über neue „Entwicklungen“ auf diesem Gebiet berichten. Bilderreich und sehr informativ, bildete sein Vortrag einen gelungenen Abschluss der diesjährigen Weiterbildung.

Der sächsischen Fachgesellschaft für Allgemeinmedizin ist es auch in diesem Jahr gelungen, einen hochkarätig besetzten und abwechslungsreichen Jahreskongress anzubieten. Ansteigende Teilnehmerzahlen sowie zunehmende Akzeptanz und Nachfrage bei jungen Kollegen, die als Geschenk zur Facharztprüfung kostenlos teilnehmen dürfen, bestätigen das Konzept. Die zusätzlich angebotene Fortbildung für Medizinische Fachangestellte (MFA) erfreute sich auch dieses Jahr wieder so großer Nachfrage, dass manche Kollegen/Helferinnen aufs nächste Jahr vertröstet werden mussten. Besonders am Herzen liegt den Veranstaltern der regelmäßige Facharztvorbereitungskurs durch Roger Voigt. Dieser wurde erneut von zahlreichen jungen Kollegen besucht und sorgte für ein erstes Kennenlernen des Anliegens der Fachgesellschaft.

Wir freuen uns über das gute Gelingen und können auf den 22. Jahreskongress am 7. und 8. Juni 2013 gespannt sein.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Anne Gerlach

Schwanauer Straße 78

09128 Chemnitz

gerlach22@gmx.de

Abbildungen:

Abbildung Ehrenpreisverleihung; v.l.n.r.: Prof. Dr. Antje Bergmann, Prof. Dr. Michael M. Kochen, Dr. Johannes Dietrich


(Stand: 17.10.2012)

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