Loading...

ZFA-Logo

Fentanylpflaster: AKdÄ warnt vor unkritischer Anwendung

PDF

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft warnt in einer „Drug Safety Mail“ vor der unkritischen Anwendung von Fentanylpflastern.

In der Mitteilung heißt es: „Fentanylpflaster sind in Deutschland zum stark wirksamen Opioid der ersten Wahl geworden. Bei Verordnung und Umgang werden jedoch Empfehlungen für eine sichere Anwendung nicht immer beachtet: So werden Fentanylpflaster häufig bei opioidnaiven Patienten eingesetzt und durch die Verordnung von zu hohen Dosierungen bei Therapiebeginn können vor allem ältere und multimorbide Patienten gefährdet werden. Trotz Kontraindikation werden Fentanylpflaster auch bei akuten Schmerzen verordnet, und nur bei einem Viertel der Patienten liegen Erkrankungen vor, die z.B. wegen Schluckstörungen eine transdermale Schmerzmittelgabe erforderlich machen“.

Die AkdÄ bezieht sich dabei auf eine Publikation aus dem Bremer Institut für Epidemiologie und Präventionsforschung (BIPS).

In die Analyse gingen 35.262 Patient/innen (davon 84,5 % opioidnaiv) von vier deutschen Krankenkassen ein.

  • Bei 21.596 (72,5 %) dieser Patienten war aus der Diagnosedokumentation nicht ersichtlich, warum keine oralen Zubereitungen gewählt wurden.
  • Bei 71,2 % wurde die empfohlene Initialdosierung von 12,5 ìg/h überschritten.
  • Knapp die Hälfte erhielt lediglich ein einziges Rezept.

Garbe E, Jobski K, Schmid U. Utilisation of transdermal fentanyl in Germany from 2004 to 2006. Pharmacoepidemiol Drug Saf 2012; 21: 191–198

Foto: wikipedia/Harbin


(Stand: 17.10.2012)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.