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22. Jahreskongress der Sächsischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SGAM) e.V.

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Anne Gerlach

Vom 7.6. bis zum 8.6.2013 lud unsere Fachgesellschaft zum 22. Jahreskongress in das Best Western Hotel am Schlosspark in Lichtenwalde ein.

In vielerlei Hinsicht war es in diesem Jahr ein denkwürdiges Ereignis.

Neben den – wie gewohnt – qualitativ hochwertigen und praxisrelevanten Fortbildungsthemen stand zum einen der Führungswechsel im Präsidium an, zum anderen wurde mit dem „Letter of intent“ ein Signal gesetzt im Bemühen um den Erhalt einer qualitativ hochwertigen Facharztausbildung.

Fachliches und Impulse aus der Hochschule

Am Freitag früh begann das Programm mit dem Thema Pulmologie, wobei die Schwerpunkte vor allem auf der Therapie der chronisch respiratorischen Insuffizienz, Schlafapnoe- und Sauerstofftherapie lagen. Dr. Arne Drews, niedergelassener Pulmologe aus Grimma, war trotz eigener Betroffenheit durch die Hochwasserkatastrophe angereist und konnte zu o.g. Themen aus seinem breiten Erfahrungsschatz berichten sowie zu zahlreichen Fragen aus dem Auditorium Hilfestellung geben.

Der zweite Teil des Vormittags gehörte zunächst der „Lehre in der Arztpraxis“. Professor Dr. Antje Bergmann aus Dresden, Inhaberin des Lehrstuhls für Allgemeinmedizin, warb überzeugend dafür, sich mehr für die studentische Ausbildung zu interessieren und zu engagieren. Dies kann speziell durch die Registrierung als Lehrpraxis der TU Dresden für das zweiwöchige Blockpraktikums erfolgen. Die frühzeitige Einbindung der Studenten in die praktische Allgemeinmedizin hat viele positive Aspekte für Praxisinhaber und Praktikant, ist unabdingbar in der Nachwuchsgewinnung und sichert uns später gut ausgebildete Hausärzte!

Zum anderen referierte Dr. Thilo Schwalenberg, Oberarzt für Urologie am Universitätsklinikum Leipzig, über Diagnostik und Therapie der Harninkontinenz – für betroffene Patient/innen ein leidvolles Thema und für allgemeinmedizinische Praxen in ihrer Koordinationsfunktion von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Im Anschluss an das gemeinsame Mittagessen im angenehmen Ambiente des Kongresshotels wandte sich das Programm dem deutlich ernsteren und wichtigen Thema „Häusliche Gewalt“ zu.

Dr. Julia Schellong, Oberärztin für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Dresden, berichtete dazu anschaulich über ihre Arbeit und notwendige Kriseninterventionen. Ergänzend konnte sie den Teilnehmern auch Anlaufstellen und Kontakte bei offenen Fragen vermitteln.

Positive Bilanz beim Führungswechsel

Am Nachmittag wurde in der Mitgliederversammlung der Rechenschaftsbericht des Präsidenten Dr. Johannes Dietrich, der Bericht des Schatzmeisters Dr. Roger Voigt und der Bericht der Kassenprüfer Ehepaar Lemcke mit großem Interesse verfolgt. Nach 11 verdienten Jahren an der Spitze des SGAM-Präsidiums legte Dr. Dietrich sein Amt als Präsident nieder. An dieser Stelle sei ihm nochmals für sein unermüdliches Engagement für die Allgemeinmedizin und die Belange unserer Fachgesellschaft gedankt. Sein Nachfolger Dr. Andreas Schuster aus Annaberg würdigte dies in seiner Laudatio am Abend. Wir freuen uns auf eine aktive und produktive gemeinsame Schaffensperiode unter seiner Führung.

Gemeinsame Kultur und wichtiger Beschluss

Der Gesellschaftsabend sollte in diesem Jahr neben dem gewohnten unterhaltsamen Beisammensein auch der Bekanntmachung einer gemeinsamen Absichtserklärung dienen.

Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen, Erik Bodendieck, Vizepräsident der Sächsischen Landesärztekammer und Dr. Andreas Schuster, neuer Präsident der SGAM, unterzeichneten gemeinsam den „Letter of intent“. Er soll Grundlage für die Entwicklung eines Gütesiegels sein, das – in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und unter Federführung der SGAM – zeitlich definiert an Weiterbildungsstätten verliehen wird, die verbindliche Qualitätskriterien für eine hochwertige allgemeinmedizinische Weiterbildung erfüllen. Hintergrund der Initiative ist das Bekenntnis aller Teilnehmer zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in Sachsen auf qualitativ hochwertigem Niveau.

Den kulturellen Teil bestritt in diesem Jahr sehr spritzig, jung und innovativ die Freiberger A-cappella-Band „Die Notendealer“, die mit eigenen Kreationen und Klassikern hervorragend beim Publikum ankam.

Effektive hausärztliche Bildgebung und Kardiologie

Am Samstag Vormittag beleuchtete Dr. Heiko Stellmach, niedergelassener Kardiologe, verschiedene Aspekte zum Thema „Neue orale Antikoagulanzien“. Für jedes der letztendlich gar nicht mehr so neuen Medikamente konnte er Vor- und Nachteile, Ausschlusskriterien und Einsatzschwerpunkte darstellen – dies empfanden alle als sehr hilfreich für die tägliche eigene Praxis.

Den Schlusspunkt setzte Dr. Thomas Jordan aus Chemnitz mit seinem interessanten und gelungenen Vortrag über Bildgebung für Hausärzte zum effektiven und sinnvollen Einsatz der multiplen diagnostischen Möglichkeiten, die uns im Alltag zur Verfügung stehen. Wann benötigt man ein MRT und für welche Indikation ist ein CT ausreichend – den Teilnehmern wurden konkrete Praxistipps an die Hand gegeben.

Mit dem Abschlusswort unseres neuen Präsidenten wurde der Samstag gegen Mittag beendet.

Zusammenfassend war es wieder eine sehr gelungene Mischung aus hochkarätiger Fortbildung, berufspolitischem Engagement und geselligem Beisammensein.

Wir freuen uns schon jetzt und sind gespannt auf den 23. Jahreskongress der Sächsischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin im Juni 2014 in Lichtenwalde.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Anne Gerlach

Schwanauer Straße 78

09128 Chemnitz,

gerlach22@gmx.de

Abbildungen:

Gemeinsame Unterzeichnung des „Letter of intent“ durch Vertreter der SGAM, der KV Sachsen und der Sächsischen Landesärztekammer.


(Stand: 14.10.2013)

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