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Licht am Ende des Tunnels …

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W. Niebling

Hamburg war eine Reise wert. Der dort vor wenigen Wochen zu Ende gegangene 48. DEGAM-Kongress war in jeder Hinsicht ein Erfolg. Eine Rekordteilnehmerzahl (mehr als 700), überwiegend junge Kolleginnen und Kollegen aus Praxen und universitären Einrichtungen, viele Studierende, unsere DEGAM-Nachwuchsakademie, die Absolventen des Professionalisierungskurses, die den Staffelstab an ihre Nachfolger übergaben sowie eine hohe wissenschaftliche Qualität und auch Praxisrelevanz der Poster, Vorträge und Workshops sprechen für sich. Die spürbare Aufbruchsstimmung wurde befördert durch einen strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Manche, so war zu hören, hätten sich noch mehr Zeit gewünscht für den Austausch und Begegnungen am Rande des Kongresses. Den Organisatoren des Kongresses, Martin Scherer und seinem Team, der DEGAM-Geschäftsstelle und allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben, ein herzliches Dankeschön.

Auf Vorschlag des DEGAM-Präsidiums wählte die Mitgliederversammlung am 18. September 2014 Michael M. Kochen zum ersten Ehrenpräsidenten unserer Fachgesellschaft. Sie würdigte damit seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Allgemeinmedizin und die Hausärzteschaft in Deutschland und weit darüber hinaus. Michael Kochen war seit 1985 Präsidiumsmitglied der DEGAM, von 2004–2010 deren Präsident und ist seither Sonderbeauftragter für die DEGAM-Benefits. Michael Kochen hat diese Art des Wissenstransfers zu einer unverwechselbaren Marke der „gelebten“ evidenzbasierten Medizin entwickelt und seit 2004 mehr als 500 DEGAM-Benefits erstellt. Wir hoffen, dass noch viele derartige „Wohltaten“ folgen mögen und senden auf diesem Weg unsere herzlichsten Glückwünsche nach Freiburg.

Neben den oben geschilderten, durchaus subjektiv erlebten Indikatoren dafür, dass es mit der Allgemeinmedizin wieder vorwärts geht, gibt es auch „harte Daten“. Die akademische Institutionalisierung kommt voran; in den letzten Monaten wurde eine Reihe von Lehrstühlen besetzt und neue Ausschreibungen sind auf dem Weg. Die Zahl der Weiterbildungsverbünde als ein wichtiger Garant für Planungssicherheit in der beruflichen Karriere unseres Nachwuchses steigt. Die Akzeptanz unseres Faches bei den Studierenden ist im Aufwind, wie das von der KBV in Auftrag gegebene „Berufsmonitoring Medizinstudenten 2014“ belegt. Die politischen Rahmenbedingungen mit dem erklärten Willen der „Stärkung der Allgemeinmedizin“ sind so günstig wie noch nie. Sie sollen mit dem bevorstehenden „Versorgungsstärkungsgesetz“ in Paragrafen gegossen werden. Nicht zuletzt zeigen die kürzlich präsentierten Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation der Hausarztzentrierten Versorgung in Baden-Württemberg aller anfänglichen Skepsis zum Trotz, dass besonders ältere und chronisch Kranke von der patientenorientierten Versorgung durch engagierte Hausärzte und ihrem Mitarbeiterteam profitieren.

Es gilt nun auf diesen Wegen weiter zu gehen, sich durch Rückschläge nicht entmutigen zu lassen. Ich ganz persönlich sehe Licht am Ende eines langen Tunnels.

Mit herzlichen Grüßen


(Stand: 13.05.2015)

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