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Abszess eröffnet: Postoperative Antibiose?

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Wie wir alle im Studium gelernt haben, sollen (nach dem Hippokrates zugeschriebenen Satz „Ubi Pus, ibi evacua“) Abszesse inzidiert und entleert werden. Nach vorliegenden Zahlen erscheinen Patienten mit Abszessen offenbar immer häufiger in Praxen und Kliniken. In den USA hat die Zahl der entsprechenden Besuche in Notfallstationen zwischen 1996 und 2005 von 1,2 auf 3,3 Millionen zugenommen (die Gesamtzahl der Besuche stieg hingegen deutlich langsamer an).

Auch wenn Sie das vielleicht mit ungläubigem Staunen zur Kenntnis nehmen, erhalten laut Studien rund die Hälfte aller Abszess-Patienten in Notfallstationen der Vereinigten Staaten nach erfolgter chirurgischer Behandlung Antibiotika (davon 51 % Trimethoprim-Sulfamethoxazol).

Muss man (ansonsten unkomplizierte) Abszesse lediglich operieren oder sind danach auch noch Antibiotika indiziert?

Eine kürzlich publizierte Metaanalyse fand in der Literatur zwar 106 Studien zu diesem Thema, davon waren aber gerade einmal vier randomisiert und placebokontrolliert (rekrutiert: 428 Erwachsene und 161 Kinder). Die Teilnehmer wurden entweder einem Antibiotikum (Cefridin, Cefalexin, TMP-SMZ) oder einem Placebo zugeteilt.

Nach Ablauf von mindestens sieben und maximal zehn Tagen ergaben sich keine signifikanten Vorteile einer Antibiose nach Inzision und Drainage.

Singer AJ, Thode HC. Systemic antibiotics after incision and drainage of simple abscesses: a meta-analysis. Emerg Med J 2014; 31: 576–578


(Stand: 13.05.2015)

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