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Hochschullehrer für Allgemeinmedizin diskutieren Status quo und Zukunftsperspektiven der medizinischen Ausbildung

40. Symposium der Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin (GHA)

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Die medizinische Ausbildung im Allgemeinen und die allgemeinmedizinische Ausbildung im Speziellen sind vielen Veränderungen unterworfen. Die Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin (GHA) stellte sich deshalb auf ihrem 40. Symposium folgende Fragen: „Bilden wir die Richtigen aus – bilden wir richtig aus?“ Die Diskussion erstreckte sich dabei vom Auswahlverfahren für das Medizinstudium über die Forderungen der Studierenden für ihr Fach bis hin zu Möglichkeiten von privaten medizinischen Hochschulen.

Dass es sich beim Medizinstudium nach wie vor um ein besonders beliebtes Studienfach handelt, verdeutlichte zu Beginn des Symposiums Dr. Irmgard Streitlein-Böhme (Leiterin des Studiendekanats, Medizinische Fakultät Freiburg), die zudem darauf verwies, dass die medizinischen Fakultäten sehr verschiedene Aufnahmekriterien hätten. Die Ablehnungsquote von Interessenten liege dabei immerhin zwischen 80 und 90 Prozent. Trotzdem gibt es vielfach – gerade auch in der Allgemeinmedizin – einen deutlichen Mangel an Nachwuchs. Naomi Lämmlin (Präsidentin der Bundesvereinigung der Medizinstudierenden Deutschlands) betonte in ihrem Vortrag deshalb die Bedeutung des Fachs und forderte eine longitudinale Einbindung in das Studium sowie mehr Lehrstühle für Allgemeinmedizin.

Damit sind wichtige Zukunftsperspektiven im sich wandelnden Medizinstudium angesprochen. Passend hierzu nahm Prof. Attila Altiner (Studiendekan der Medizinischen Fakultät, Universität Rostock) eine Bewertung der Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Weiterentwicklung des Medizinstudiums vor. Sein Urteil: Das Gutachten biete eine große Chance zur Stärkung der Allgemeinmedizin, zugleich sei aber ein entsprechendes Engagement der Lehrenden vonnöten. Dr. Marianne Giesler, Leiterin Kompetenzzentrum Lehrevaluation Baden-Württemberg (Medizinische Fakultät Freiburg), unterstützte die Empfehlungen des Wissenschaftsrats ebenfalls, schließlich fühlten sich die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin nur teilweise auf ihre Tätigkeit als Hausarzt vorbereitet. Dr. Marco Roos (Junge Allgemeinmedizin Deutschland) ergänzte, dass sich immerhin 90 Prozent wieder für die Weiterbildung Allgemeinmedizin entscheiden würden.

Vier verschiedene ärztliche Ausbildungsgänge in Deutschland

Einblick in neue ärztliche Ausbildungsgänge und damit Alternativen zum klassischen Medizinstudium boten die Vorträge des zweiten Symposiums-Tages. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die Private Medical Schools, so zum Beispiel die Asklepios Medical School, Hamburg, die Kassel School of Medicine und die Medizinische Hochschule Brandenburg, die zum Beispiel mithilfe eines regionalen Fokus einen Beitrag zur dortigen Versorgung mit Ärzten leisten möchten. „Die unterschiedlichen Ausbildungsordnungen können dabei durchaus einen befruchtenden Effekt für das Medizinstudium haben“, resümiert Dr. med. Andreas Graf von Luckner, Vorsitzender der GHA.

Als generelles Fazit des Symposiums bleibt festzuhalten, dass mit dem derzeitigen Auswahlverfahren nicht unbedingt „die Richtigen“ zum Medizinstudium zugelassen werden. Darüber hinaus gibt es Verbesserungspotenzial hinsichtlich der derzeitigen Ausbildungsstandards. Eine Verschlankung des Studiums erscheint sinnvoll. Die derzeitigen Bemühungen des Wissenschaftsrats sind aus Sicht der GHA aber der richtige Weg. Eine zügige Umsetzung ist – gerade vor dem Hintergrund des Mangels in der primärärztlichen Versorgung – dabei unabdingbar.

Korrespondenzadresse

Gesellschaft der Hochschullehrer
für Allgemeinmedizin (GHA) e.V.

c/o Lehrbereich Allgemeinmedizin,
Universitätsklinik Freiburg

Elsässer Str. 2m

79110 Freiburg

Tel.: 0761 27072490, Fax: 0761 27072480

Andreas-Luckner@t-online.de


(Stand: 18.11.2015)

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