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Original oder Fälschung?

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Michael M. Kochen


Original, so heißt es in Wikipedia, „steht für ein echtes Exemplar, als Gegensatz zur Fälschung oder Nachbildung“. An anderer Stelle wird diese Erklärung verdeutlicht: „Das ist niemals ein Original von Piccasso, ein Kenner sieht das sofort“.

Eine Originalarbeit in einer medizinischen Fachzeitschrift wie der ZFA hat allerdings wenig mit dem o.g. Gegensatz Original versus Fälschung zu tun (obwohl es zweifellos gefälschte Originalarbeiten gibt). Originalarbeiten berichten vielmehr über eigene empirische Forschung, die neue Erkenntnisse produziert. Die Darstellung bzw. Zusammenfassung schon bekannten Wissens wäre hingegen eine Übersichtsarbeit.

In den Richtlinien für Autorinnen und Autoren der ZFA gibt es entsprechend unterschiedliche Kategorien von Arbeiten, die eingereicht werden können (neben Originalarbeiten und Übersichten auch Fallberichte, „besondere Artikel“, Meinungen, Editorials und Leserbriefe).

In der vorliegenden Ausgabe der ZFA finden sich zwei Originalarbeiten: Auf Seite 391 „Wie stehen Bürgermeister und Hausärzte eines schwäbischen Landkreises zum Konzept einer Primärversorgerpraxis?“ von Simon Klausmann, Bettina Brandt und Jost Steinhäuser. Und auf Seite 415 „Kann Videoedukation Kenntnisse von Medizinischen Fachangestellten zum Impfmanagement verbessern?“ von Dominik Jabs, Stefanie Joos und Horst Prautzsch.

Was ist an Originalarbeiten so besonders? Universitäten fordern eine Mindestanzahl für eine Habilitation und medizinische Datenbanken wie z.B. Medline oder Science Citation Reports machen die Indexierung einer Zeitschrift unter anderem von der Anzahl publizierter Originalarbeiten abhängig.

Science Citation Reports vergibt an Zeitschriften, aus denen Artikel besonders häufig zitiert werden, sog. Impactfaktor(IF)-Punkte. Die meisten Hochschulen vergeben IF-Punkte hingegen für Publikationsleistungen individueller Wissenschaftler, deren Texte in solchen Blättern veröffentlich werden. Diese Praxis ist zwar weder wissenschaftlich begründet, noch entspricht sie den Zielsetzungen des Erfinders (Eugene Garfield, 1925–2017). Aber so ist die Praxis nun einmal.

Die ZFA ist zwar in großen Indices gelistet (z.B. Embase, Skopus), aber nicht in Medline oder Science Citation Reports – ein Schicksal, das wir mit anderen, nicht-englischsprachigen, allgemeinmedizinischen Journalen teilen (z.B. mit unserer holländischen Schwesterzeitschrift Huisarts en Wetenshap). Wir erfüllen zwar alle geforderten Kriterien (u.a. externes Gutachtersystem [Peer-Review], Offenlegung von Finanzierung und Interessenkonflikten, englische Abstracts, Textfreigabe [open access] bereits nach sechs Monaten)) – aber bei der Anzahl von Originalarbeiten müssen wir noch nachlegen. Das zumindest haben uns die Verantwortlichen von Medline bei einem früheren Antrag auf Listung mitgeteilt.

Die folgende Grafik (sie wurde von Prof. Hanna Kaduszkiewicz erstellt) zeigt, dass wir in den letzten neun Jahren zwischen zwei und drei Originalarbeiten pro Ausgabe publiziert haben.

Nun würden wir natürlich gerne diese Anzahl erhöhen, um unsere Chancen beim nächsten Antrag auf Listung zu verbessern. Unsere Bitte geht daher an alle Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) und der österreichischen Schwesterverbände, insbesondere an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter universitärer Institutionen, uns bei dieser Zielsetzung nach Kräften zu unterstützen.

Dafür sagen wir schon heute: Herzlichen Dank!

Michael M. Kochen


(Stand: 16.10.2017)

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