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Behandeln Hausärztinnen und Hausärzte Kinder und Jugendliche?

DOI: 10.3238/zfa.2018.0390-0395

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Wolfram J. Herrmann, Adrian Berlt, Victoria Spengler, Rebecca Loos, Christoph Heintze, Felix Holzinger

Schlüsselwörter: Befragung Familienmedizin Jugendliche Kinder

Hintergrund: Kinder und Jugendliche werden in Deutschland sowohl von Hausärzten als auch von Kinderärzten behandelt. Dabei steigt mit zunehmendem Alter der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die von Allgemeinärzten betreut werden. Bisher ist jedoch unbekannt, welcher Anteil hausärztlicher Praxen überhaupt Kinder und Jugendliche behandelt.

Methoden: In einer Zufallsauswahl von Berliner und Brandenburger Hausarztpraxen wurden medizinische Fachangestellte oder Hausärzte mittels computergestützter Telefoninterviews (CATI) befragt, ob und ab welchem Alter sie Kinder und Jugendliche behandeln. Die Ergebnisse wurden getrennt nach Bundesland sowie Gemeindetyp ausgewertet und mittels non-parametrischer Tests auf Unterschiede in Anteil bzw. Altersverteilung geprüft.

Ergebnisse: Es konnten 200 Hausarztpraxen in die Auswertung eingeschlossen werden (Teilnahmerate 85,3 %). 25,5 % der Hausarztpraxen behandeln prinzipiell keine Kinder und Jugendlichen. Dieser Anteil unterscheidet sich nicht nach Bundesland oder Gemeindetyp. Das Alter, ab welchem Kinder und Jugendliche behandelt werden, unterscheidet sich jedoch signifikant: Während in Großstädten 13,6 % der Praxen Säuglinge unter einem Jahr behandeln, sind dies in Mittelstädten 26,5 % und in Kleinstädten und ländlichen Gemeinden 37,5 %.

Schlussfolgerungen: Ob und ab welchem Alter Kinder und Jugendliche behandelt werden, differiert stark zwischen Hausarztpraxen. Kenntnisse zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen sind für zukünftige Hausärzte wichtig, können aber nur in einem Teil der Praxen während der Weiterbildung erworben werden. Gründe für die unterschiedliche Versorgung sollten zukünftig näher erforscht werden.

Eine repräsentative Befragung Berliner und Brandenburger Hausarztpraxen

A Representative Survey among Family Practices in Berlin and Brandenburg

Charité-Universitätsmedizin Berlin Peer-reviewed article eingereicht: 03.04.2018, akzeptiert: 21.06.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0390–0395

Hintergrund

Die kinderärztliche Versorgung in Deutschland ist immer wieder Gegenstand der Diskussion, weil nach der Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigungen häufig eine Überversorgung mit Kinderärzten vorliegt und...


(Stand: 03.01.2019)

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