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Schlaganfall-Nachsorge: Explorative Untersuchung von Beratungen durch „Mentorinnen und Mentoren“

DOI: 10.3238/zfa.2018.0419-0425

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Nils Ingvar Hansen, Janine Becker, Hendrik van den Bussche, Hanna Kaduszkiewicz

Schlüsselwörter: Patientenexperten Qualitative Studie Schlaganfall-Nachsorge Selbsthilfe teilnehmende Beobachtung


Abbildung 1 Vereinfachte Darstellung des Kategoriensystems der Gesprächsinhalte

Hintergrund: Es gibt kein einheitliches Konzept zur ambulanten Schlaganfall-Nachsorge. Ehrenamtliche Versorgungskonzepte wurden bisher nicht untersucht. Ziel dieser Studie ist es, die Anliegen Schlaganfall-Betroffener und ihrer Angehörigen in Beratungsgesprächen mit ehrenamtlichen Schlaganfall-Mentorinnen zu explorieren und zu prüfen, wie diesen Anliegen entsprochen wird.

Methoden: Qualitative Studie: teilnehmende Beobachtung von zwölf persönlichen Beratungsgesprächen durch Mentorinnen des Schlaganfall-Rings Schleswig-Holstein sowie Analyse von 68 anonymen Telefon-Beratungsprotokollen. Auswertung von Feldnotizen, Memos und Telefonprotokollen mittels QCAmap inhaltsanalytisch nach Mayring. Erhebung u.a. der modifizierten Rankin-Skala (mRS).

Ergebnisse: Die Beratungen dauerten 45–120 Minuten, im Durchschnitt 1,5 Stunden. In 75 % der Fälle waren Männer, in 25 % Frauen vom Schlaganfall betroffen. Altersbereich: 40–79 Jahre, mRS 1–4. Betroffene berichteten über körperliche Beschwerden (Lähmungen, Sensibilitäts- und Sprachstörungen), kognitive und psychische Störungen (Depression, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen). Emotionale Belastungen bestanden bezüglich Alltagsbewältigung, Abhängigkeit, familiärer Konflikte und finanzieller Probleme. Hoher Informationsbedarf bestand bezüglich der Erkrankung und sozialrechtlicher Fragen. Mentorinnen stellten einen persönlichen Bezug zu den Gesprächsinhalten her, indem sie vom eigenen Erkrankungsverlauf und Genesungserfolg berichteten. Dadurch fühlten Betroffene sich tatsächlich verstanden. Betroffene wurden motiviert, Eigenverantwortung zu übernehmen, eigenständig zu üben und konkrete Ziele zu formulieren.

Schlussfolgerungen: Aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen stärken die Mentorinnen die Motivation und Selbstmanagementfähigkeiten von Betroffenen. Das Projekt hat Vorbildcharakter für den Einsatz qualifizierter Laien in der Versorgung.

1 Institut für Allgemeinmedizin, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 2 Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Peer-reviewed article eingereicht: 27.04.2018, akzeptiert: 22.08.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0419–0425

* Die Nummer innerhalb der Klammer hinter den Zitaten entspricht der Kategoriennummer der qualitativen Inhaltsanalyse im Softwareprogramm QCAmap.

** Ein vom Schlaganfall-Ring auf Basis der ICF-Klassifikation entwickeltes...


(Stand: 12.10.2018)

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