Loading...

ZFA-Logo

Herbsttreffen des EGPRN in Vilnius

DOI: 10.1055/s-2007-992799

Herbsttreffen des EGPRN in Vilnius

440 Kommentar/Meinung Herbsttreffen des EGPRN in Vilnius Autumn Meeting of the EGPRN in Vilnius Autor Institut G. Schmiemann Abt. Allgemeinmedizin, Med Hochschule Hannover, Hannover, Germany Zusammenfassung & Bericht vom Herbsttreffen der EGPRN in Vilnius. Schwerpunkt der Veranstaltung war das Thema „Mental Health in Primary Care“. Abstract & Report of the EGPRN autumn meeting in Vilnius. Main theme was “Mental Health in Primary Care”. Commissioned article Bibliogra?e DOI 10.1055/s-2007-992799 Online-Publikation: 2007 Z Allg Med 2007; 83: 440–441 © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York ISSN 1433-6251 Korrespondenzadresse G. Schmiemann Abt. Allgemeinmedizin Med Hochschule Hannover Carl Neuberg str. 1 Hannover 30625 Germany schmiemann.guido@mhhannover.de Zweimal im Jahr treffen sich unter dem Dach des EGPRN (European General Practice Research Network) an der allgemeinmedizinischen Forschung Interessierte. Ziel dieses Netzwerkes ist es, Forschungsaktivitäten in der Allgemeinmedizin anzustoßen und zu fördern. Diese Förderung schließt nicht nur nationale Projekte, sondern gerade auch die Initiierung und Unterstützung einer internationalen Zusammenarbeit ein. Nach dem Nijmegen-Treffen im Frühjahr fand das diesjährige Herbsttreffen vom 27.–30. September in der litauischen Hauptstadt Vilnius statt. Insgesamt 91 Teilnehmer/-innen aus 24 Ländern beschäftigten sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Mental Health in Primary Care“. Bereits vor dem eigentlichen Kongressbeginn fanden wie gewohnt die pre-conference workshops statt. Sie bieten die Möglichkeit, sich im kleinen Rahmen intensiv auszutauschen bzw. gemeinsam Forschungsideen zu entwickeln. Neben Foren wie „Open Research Market – Marketplace for Research Proposals“ und „Clinical Trials Results and General Practice“ wurde auch ein Workshop zu „Collaborative Studies“ angeboten: Eines der Ziele von EGPRN ist die Durchführung gemeinschaftlicher Studien zur Erweiterung der wissenschaftlichen Basis der Hausarztmedizin. Mit der Vorstellung einer internationalen Untersuchung zur „Prävalenz des Burnout Syndroms bei Hausärzten in Europa“ wurde die Machbarkeit eines solchen Gemeinschaftsprojektes bewiesen. Magdalena Esteva Cants aus Spanien stellte Ergebnisse dieser Befragung von insge- samt 1393 Hausärzten aus 12 europäischen Ländern vor. Der Eröffnung durch den Präsidenten Paul van Royen folgten zwei Keynote-Lectures durch Prof. E. Laurinaitis von der lokalen Universität (einer der ältesten Europas) zum Thema „What the mental health ?eld can expect from GPs?“ gefolgt vom Leiter der Abteilung Allgemeinmedizin Prof. Kasiulevicius zum Thema „Mental health care after stroke in family practice“. In zum Teil parallel laufenden Veranstaltungen wurde in den beiden folgenden Tagen eine Vielzahl unterschiedlicher Vorträge geboten. Die eingereichten Arbeiten wurden entweder als Vortrag (15 Minuten mit anschließender viertelstündiger Diskussion), als Poster oder als Kurzvortrag (10 Minuten Vortrag und Diskussion) präsentiert. Der Themenschwerpunkt wurde aus einer Vielzahl von Facetten betrachtet, qualitative und quantitative Arbeiten waren dabei gleichermaßen vertreten. Neben Validierungsstudien zu Testinstrumenten und Fragenbogenstudien zur Beurteilung der Versorgung wurden zum Beispiel Arbeiten zur Erfassung der Prävalenz verschiedener psychischer Erkrankungen in der Hausarztpraxis vorgestellt. Erwartungsgemäß befasste sich eine Vielzahl der Vorträge mit der Depression. Im Einzelnen ging es unter anderem um: § Bestehende Versorgungsstrukturen aus der Sichtweise der Hausärzte/-innen § Verbesserungsmöglichkeiten der bestehenden Versorgung Schmiemann G. Herbsttreffen des EGPRN in Vilnius … Z Allg Med 2007; 83: 440–441 Kommentar/Meinung 441 § Erfassung der Prävalenz in Hausarztpraxen § Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten § Komorbidität Neben den inhaltlichen Aspekten ist die familiäre Atmosphäre besonders hervorzuheben. Die wohlwollende Aufnahme aller Präsentationen zusammen mit der konstruktiven Kritik durch erfahrene Kollegen/-innen erleichtert es ungemein, auch selbst -einmal etwas vor internationalem Publikum vorzustellen. Neben den Vorträgen wurden insgesamt 25 Poster zu unterschiedlichen Schwerpunkten präsentiert, von der Lehre (Gender and instant aging system) über die Auswertung von Behandlungsdaten (Gebrauch von Benzodiazepinen) und die Prävalenz psychiatrischer Erkrankungen wurden viele verschiedene Themenfelder angesprochen. Den Posterpreis erhielt Peter Vajer aus Ungarn für seine Arbeit zum „Assessment of diagnostic probability estimates of some common diagnoses among Hungarian family doctors“. Besonders spannend war auch die Möglichkeit, nicht nur theoretisch von den Strukturen des lokalen Gesundheitssystems zu erfahren, sondern im Rahmen eines Praxisbesuches auch einen kleinen Einblick in den Alltag zu bekommen. Neben den großen Polikliniken werden in zunehmendem Maße auch „Privat“ Praxen eröffnet. Aušra Gudaityté, die litauische Vertreterin beim EGPRN, führte uns in einer kleinen Gruppe durch ihre Praxis. Für mich war es insgesamt ein lohnender „Schnupperbesuch“ auf einem internationalen Kongress. Für Neugierige bietet sich im nächsten Jahr die Gelegenheit, in Antalya (Schwerpunkt: Muskuloskelettale Beschwerden) oder Budapest (kardiovaskuläre Prävention) teilzunehmen. Weitere Informationen zum nächsten und die Abstracts zum letzten Treffen sind unter www.egprn.org zu ?nden. Schmiemann G. Herbsttreffen des EGPRN in Vilnius … Z Allg Med 2007; 83: 440–441


(Stand: 11.11.2007)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.