Loading...

ZFA-Logo

44. DEGAM-Kongress: Zukunft hausärztlichen Handelns

PDF

Der diesjährige Kongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), der vom 23. bis 25. September in Dresden stattfand, stellte sich den aktuellen wie auch den zukünftigen Herausforderungen in der Allgemeinmedizin. Unter dem Motto „Quo vadis Allgemeinmedizin? – Hausärztliches Arbeiten in den nächsten zehn Jahren“ trafen sich mehr als 370 Kongressteilnehmer aus allgemeinmedizinischer Wissenschaft und Praxis, um gegenwärtige und zukünftige Strukturen sowie Aufgaben der Primärversorgung vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und dem (drohenden) Hausärztemangel zu diskutieren.

Der Jahreskongress der DEGAM ist das wichtigste wissenschaftliche Forum der deutschen Allgemeinmedizin. Die zahlreichen wissenschaftlichen Vorträge und Posterpräsentationen zu verschiedensten Themen der Allgemeinmedizin spiegelten die ganze Vielfalt allgemeinärztlichen Denkens und Handelns wieder.

Das diesjährige Kongressthema gewann vor dem Hintergrund der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussionen zur Reformierung des Gesundheitssystems zusätzlich an Bedeutung. Bereits im Sondergutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen 2009 wird auf die für die medizinische Versorgungsqualität zentrale Bedeutung einer durch Hausärzte koordinierten Versorgung hingewiesen. Die Rolle des Hausarztes gilt es im Hinblick auf eine immer älter werdende Bevölkerung und der damit einhergehenden Zunahme von chronischen Krankheiten und Multimorbidität sowie deren Folgen zu diskutieren. Zahlreiche Vortrags- und Podiumsveranstaltungen widmeten sich diesen Zukunftsthemen aus inhaltlicher und / oder organisationstheoretischer Sicht.

Weitere wichtige Highlights wurden in diesem Jahr durch die Beteiligung international renommierter Wissenschaftler gesetzt, die den Kongress um die internationale Perspektive erweiterten. Der Soziologe Prof. Dr. Jouke van der Zee (Niederlande) präsentierte im Rahmen seiner internationalen Gesundheitssystemanalysen einen Vergleich der sozialen Positionierung und Honorierung von Hausärzten in verschiedenen westeuropäischen Ländern. Prof. Dr. med. Chris del Mar (Australien) hielt einen Vortrag zur Implementierung von Forschungsergebnissen in die Praxis des hausärztlichen Handelns. Auch das mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG) organisierte Präkonferenz-Symposium thematisierte diesen Zusammenhang: Das IQWiG und die Hausärzte – wie können wir uns (noch) besser verstehen? Bei dieser Podiumsdiskussion war auch der neue Leiter des IQWiG Prof. Dr. med. Jürgen Windeler anwesend. Die Verzahnung von Wissenschaft und Praxis kennzeichnete das Konzept des diesjährigen Kongresses.

Eingebunden in den Kongress, der u. a. vom Deutschen Hausärzteverband (DHÄV) und dessen Institut für hausärztliche Fortbildung (IhF) unterstützt wurde, war die Mitgliederversammlung der Fachgesellschaft mit Neuwahl des Präsidiums (s. oben).

Parallel zu den zahlreichen Vortragsveranstaltungen und Posterpräsentationen, die das aktuelle Forschungsgeschehen in der deutschen Allgemeinmedizin widerspiegelten, wurde von der seit 1.9.2010 neuberufenen Professorin Dr. med. Antje Bergmann und ihren Mitarbeiterinnen erstmalig in Dresden der Tag der Allgemeinmedizin® (TdA) durchgeführt. Zielgruppe dieser Veranstaltung bildeten niedergelassene Hausärzte und ihre Praxisteams aus der Region, denen eine qualitativ hochwertige evidenzbasierte Fortbildung zu aktuell relevanten Themen angeboten wurde. So spielten im Rahmen der TdA-Podiumsveranstaltungen Fragen zur Zukunft der Primärversorgung eine große Rolle. Darüber hinaus wurden interaktive Workshops angeboten, die die praktischen Fertigkeiten, das Praxismanagement oder den Umgang mit Medizintechnik behandelten. Durch die Einbindung des TdA in das Kongressprogramm der DEGAM war den Teilnehmern der Zugang zu allen wissenschaftlichen Veranstaltungen möglich. Damit konnte die wichtige Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis geschlagen bzw. stabilisiert werden.

Posterpreise

Beim Kongress wurden erneut Posterpreise vergeben: Den 1. Preis erhielt Claudia Mews aus Hamburg mit dem Thema „Interdisziplinäres Wahlpflichtfach Orale Geriatrie – Konzeption, Durchführung und Evaluierung des allgemeinmedizinischen Anteils einer Lehrveranstaltung“. Der 2. Preis ging an Stefan Bösner „Gender Bias im Umgang mit Brustschmerzpatienten“ und der 3. Preis an Viktoria Bachmann „Erwartungen und Erfahrungen chronisch kranker Patienten mit russisch-sprachigem Migrationshintergrund beim Hausarzt“. Die Preise, die vom Deutschen Ärzte-Verlag gesponsert wurden, hat der neugewählte Sprecher der Sektion Forschung, Prof. Dr. Attila Altiner überreicht.

Der Abstractband und einzelne Vorträge stehen als PDF zum Herunterladen auch auf www.degam.de zur Verfügung.


(Stand: 27.12.2010)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.