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Das Dilemma der Allgemeinmedizin in Österreich II

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Julia Baumgartner

Junge Allgemeinmedizin Österreichs – JAMÖ

Die „Junge Allgemeinmedizin Österreich“ wurde 2006 auf Initiative von Andreas Rinnerberger und Silke Farthofer nach internationalem Vorbild bereits bestehender VdGM-Mitgliedsorganisationen gegründet. (Das Vasco da Gama Movement ist die eine Arbeitsgruppe der WONCA Europe für junge Allgemeinmediziner in Weiterbildung bis 5 Jahre nach Ende der Ausbildung.) Sie ist der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin angegliedert und hat derzeit etwas über 90 Mitglieder. Die Mitgliedschaft ist bereits während des Studiums, bis 5 Jahre nach Ende der allgemeinmedizinischen Ausbildung kostenlos möglich.

Eines unserer Hauptziele ist es, die allgemeinmedizinischen „Geheimnisse“ zu lüften und in Österreich bekannt zu machen.

Die Geheimnisse der Allgemeinmedizin

  • Allgemeinmedizin ist eine eigenständige Disziplin.
  • Es gibt universitäre Forschung und Lehre im Bereich der Allgemeinmedizin.
  • Eine gute Primärversorgung ist für die Qualität und Finanzierbarkeit eines Gesundheitssystems von größter Bedeutung.
  • AM macht Spaß.

In den letzten Jahren haben wir durch eine Vielzahl von Aktivitäten versucht, uns diesem Ziel anzunähern. Ein wichtiger Beitrag dabei war die Medienarbeit. Es ist uns gelungen, dass im letzten Jahr sämtliche Medizinmedien, verschiedene Tageszeitungen, ein Wochenmagazin und ein Fernsehbeitrag im ORF, über das Thema der Zukunft der Allgemeinmedizin und die Missstände der Ausbildung berichtet haben.

Weitere wichtige Punkte unserer Arbeit sind Gespräche mit Stakeholdern unseres Gesundheitssystems, Veranstaltung von Diskussionsveranstaltungen und die Organisation von Workshops im Rahmen von Kongressen.

Einen sehr wichtigen Aspekt in unserer Arbeit nimmt auch die internationale Zusammenarbeit mit den Kollegen des VdGM ein. Mit Hilfe von Austauschprogrammen und der Teilnahme an den WONCA-Kongressen (welche uns dank finanzieller Unterstützung seitens der ÖGAM möglich war), war es uns erst möglich, die allgemeinmedizinischen Geheimnisse zu lüften und mehr über Ausbildung, Lehre und Forschung in diesem Bereich zu erfahren. Ein Höhepunkt in diesen Bereich war sicherlich die Teilnahme am WONCA-World-Kongress in Cancun, an dem 4 JAMÖs teilnahmen und wir neben einer Posterpräsentation über unsere Aktivitäten und der Informationsstandbetreuung für Wonca Europe in Wien 2012, eine hervorragende Gelegenheit hatten, internationale Kontakte zu knüpfen und mehr über die „globale Primärversorgung“ zu erfahren.

Die Erfahrungen im In- und Ausland haben uns aber auch gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir „Jungen“ versuchen, uns Gehör zu verschaffen und zu organisieren. Dadurch können wir wieder frischen Wind in Diskussion bringen, die teilweise schon Jahrzehnte lang laufen. Außerdem liegt derzeit der Altersschnitt der Aktiven in der ÖGAM und Wonca meist bei 50+ und es ist eine sehr große Herausforderung für uns, diese Funktionen einmal zu übernehmen und die bisher geleistete Arbeit so gut weiterzuführen. Wir hoffen aber auch in Zukunft mit der Erfahrung und der Unterstützung der ÖGAM einen positiven Beitrag zur allgemeinmedizinischen Versorgung in Österreich leisten zu können.

Um auch in Zukunft junge KollegInnen für den Beruf des Allgmeinmediziners begeistern zu können, sind unserer Meinung nach folgende Schritte notwendig:

  • Aufwertung im Sinne eines Facharztstatus mit verbesserter Weiterbildung und verpflichtender allgemeinmedizinischer Lehrpraxis
  • Verbesserung der „Familienfreundlichkeit“ durch flexiblere Arbeitszeiten und Zusammenarbeitmöglichkeiten
  • Etablierung allgemeinmedizinischer Institute an allen Medizinunis und Aufbau von Forschungsnetzwerken, um wissenschaftliches Arbeiten im hausärztlichen Bereich zu ermöglichen.

(Stand: 27.12.2010)

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