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Direkte Bewerbung verschreibungspflichtiger Arzneimittel für Laien (DTCA): eine „Informationskampagne“ des österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller

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Obwohl die direkte Bewerbung verschreibungspflichtiger Arzneimittel für Laien, für die sich die Abkürzung DTCA eingebürgert hat (Direct-To-Consumer Advertising), weltweit nur in den USA und in Neuseeland legal ist, wird das Verbot immer wieder unterlaufen. Ein bekanntes Beispiel ist die als „Aufklärungskampagne“ getarnte Print- und TV-Werbung von Pfizer für Viagra, das zwar nie beim Namen genannt wird, aber stets als hellblaue Raute sichtbar ist. Seit Sildenafil als Generikum verfügbar ist, gerät sowohl die Tablettenform als auch die blaue Farbe etwas aus der Mode ... (Pfizer bietet allerdings in diesem Preiswettbewerb mit!).

Der Arzneimittelbrief beschreibt in seiner neuesten Ausgabe eine unverfrorene Aktion, mit welcher der österreichische Verband der Impfstoffhersteller die Pneumokokkenimpfung im nationalen Rundfunk (ORF) bewirbt – mit Unterstützung von Pfizer, Sanofi-Pasteur, MSD und unter Nutzung der Logos von Ärzte- und Apothekerkammer. Dabei werden gezielt Ängste geschürt (nach dem Motto: Abwehrkraft sinkt ab 50 Jahren, die Erreger lauern überall, werden durch Husten und Niesen übertragen und können zu Gehirnhautentzündung, Pneumonie und Sepsis bis zum Tode führen).

Begleitet wird die „Informationskampagne“ von der neuen (und weltweit einzigartigen Empfehlung) im österreichischen Impfplan 2013, den 13-valenten Konjugatimpfstoff bereits ab dem 51. Lebensjahr zu verabreichen. Gleichzeitig wurde die Vakzine bis Ende Februar 2013 in allen Apotheken des Landes zu vergünstigten Preisen abgegeben.

NN. Direct-to-Consumer Advertising im Österreichischen Rundfunk (ORF). AMB 2013; 47: 16DB01–02


(Stand: 14.11.2013)

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