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Sektionstreffen Forschung 2013 in München: Wo wollen wir hin?

DOI: 10.3238/zfa.2013.0459-0460

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Stefanie Joos, Antonius Schneider

Bei dem Sektionstreffen auf dem DEGAM-Kongress im September in München wurden die Vorschläge für die neuen Sektionssprecher ausgearbeitet, da Prof. Dr. Attila Altiner aufgrund seiner vielfältigen Aufgaben, unter anderem als Studiendekan, für das Amt des Sektionssprechers nicht mehr zur Verfügung stand. Wir möchten ihm an dieser Stelle für die geleistete Arbeit und sein Engagement danken. Neu gewählt wurden Stefanie Joos als stellvertretende Sprecherin und Antonius Schneider als Sprecher der Sektion Forschung.

Im Rahmen der Diskussionen zur Wahl wurde von einigen Teilnehmern eine Unzufriedenheit bezüglich der inhaltlichen Ausrichtung der Sektion geäußert. Insbesondere wurden eine klare Leitidee bzw. Agenda und Prioritätensetzung für die Sektion vermisst. Diesbezüglich ist es problematisch, dass eigentlich nur die zwei Sprecher anfallende Managementaufgaben übernehmen, z.B. extern angebotene Forschungsanfragen und -kooperationen, strategische Kommunikation mit der DFG etc. Der einzige konkrete inhaltliche Bezug für die Mitglieder der Sektion ergab sich durch die regelmäßige Versorgung mit Informationen zu Forschungsausschreibungen, die durch Dr. Corina Güthlin an uns weitergegeben wurde. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön!

Während der Diskussion ergaben sich Ansätze zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der „Corporate Identity“ für die Sektion Forschung. Eine erste Aufgabe wurde in der Entwicklung eines Leitbildes bzw. einer Agenda gesehen, auf deren Basis die Ausrichtung der Sektion, die anstehenden Aufgaben und deren Priorisierung entwickelt werden. Im besten Sinne eines shared decision making wollen wir dies gerne gemeinsam mit den Mitgliedern der Sektion anpacken und laden ein zu einem Workshop in die Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung Heidelberg am 29. Januar 2014 von 11:00 bis 18:00 Uhr.

Wer teilnehmen möchte, soll sich bitte baldmöglichst per E-Mail bei Stefanie Joos (stefanie.joos@med.uni-heidelberg) oder Toni Schneider (antonius.schneider@tum.de) anmelden. In dem Workshop sollen nicht nur Zukunftsstrategien entwickelt werden, sondern auch über Möglichkeiten einer verbesserten Zusammenarbeit und stärkeren Vernetzung innerhalb der Sektion nachgedacht werden.

Nach wie vor gibt es Überlegungen, einen Forschungskurs für junge Wissenschaftler an den Abteilungen und Instituten für Allgemeinmedizin einzurichten. Die Notwendigkeit eines derartigen Kurses wurde auf der Sektionssitzung allerdings kontrovers diskutiert. Viele Wissenschaftler sahen inzwischen zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten für sich vor Ort, während andere dringend mehr Wissensvermittlung und Unterstützung wünschten. Vonseiten des Präsidiums kam der Impuls, dass wir ein DEGAM-Wissenschaftskonzept benötigen, das eine Bestandsaufnahme bisheriger Aktivitäten enthält, künftige Maßnahmen darstellt (z.B. Methodenworkshops, Forschungskurse, Antragscoaching, Netzwerke, zertifizierte Forschungspraxen), aber auch interne Prozeduren z.B. für Anträge auf Unterstützung enthält. Da wir derzeit kein klares Bild bezüglich der Bedürfnisse haben, werden wir eine direkte Anfrage an die einzelnen allgemeinmedizinischen Abteilungen und Institute richten. Über eine rege Teilnahme an der Umfrage, die wir in den kommenden Monaten starten werden, würden wir uns sehr freuen.

Wer jetzt schon seine wissenschaftlichen Kenntnisse zügig voranbringen möchte, kann auch an dem internationalen Forschungskurs teilnehmen, der schwerpunktmäßig von Prof. Geert-Jan Dinant, Universität Maastricht, betreut wird. Nähere Informationen unter www.familymedicinemaastricht.nl/what-we-do/courses/researchtraining.

Für das aktuelle Jahr 2013 gab es im Hinblick auf die Forschungslandschaft Allgemeinmedizin in Deutschland keine größeren Neuerungen. Prof. Eva Hummers-Pradier (EHP) ist weiterhin im Fachkollegium Medizin der DFG für das Fach Public Health, medizinische Versorgungsforschung, Sozialmedizin aktiv. Weiterhin ist sie auch Mitglied der Prüfungsgruppe Klinische Studien sowie stellvertretende Sprecherin der Sektion IV des Fachkollegiums, und nimmt somit an den sogenannten Ad-hoc-Sitzungen des Fachkollegiums Medizin teil, in denen u.A. über Nachwuchsakademien sowie die Antragsskizzen in koordinierten Verfahren (Forschergruppen, Klinische Forschergruppen) entschieden wird. Wir freuen uns sehr, dass wir seitens der Allgemeinmedizin in den Gremien der DFG vertreten sind. Jetzt ist es aber besonders wichtig, dass regelmäßig Anträge bei der DFG eingereicht werden, damit dort auch weiterhin die Notwendigkeit gesehen wird, die Allgemeinmedizin innerhalb der DFG adäquat abzubilden. Wenn zu wenige Anträge eingehen, könnten wir hier unseren Einfluss und den Sitz im Fach bzw. Fachkollegium wieder verlieren; zudem richtet sich das Geld, das die DFG für die einzelnen Fachkollegien und Fächer bereitstellt, nach der Zahl der Anträge. Also: Schreibt fleißig, die Förderquoten sind teilweise besser als bei BMBF-Anträgen, die notwendige Diktion allerdings etwas anders. EHP berät bei Bedarf gerne.

Nach wie vor sind zahlreiche Lehrstühle ausgeschrieben, teilweise sind Ausschreibungen in Vorbereitung. Aktuell gilt es, die Lehrstühle in Berlin, Lübeck, Tübingen, Würzburg, Homburg und Oldenburg zu besetzen. An der Ludwig-Maximilians-Universität München ist eine Ausschreibung in Vorbereitung. Im September 2013 hat Prof. Dr. Thomas Kühlein die Arbeit am Lehrstuhl Erlangen aufgenommen – herzlichen Glückwunsch!

Last but not least möchte ich noch auf die Aktivitäten der European General Practice Research Network (EGPRN) hinweisen. EGPRN unterhält seit vielen Jahrzehnten die zweimal jährlich an wechselnden Orten stattfindende Conference, zuletzt auf Malta (17.–20.10.13) und in Barcelona (8.–11.05.14). Jüngere und fortgeschrittene Wissenschaftler nutzen diese Conference beispielsweise für konstruktive Rückmeldung zu eigenen Projektideen (one slide five minutes), Ergebnispräsentation ihrer Studienergebnisse (Vortrag oder Poster), für edukative Zusatzangebote (preconference workshops) und natürlich auch zur Orientierung und Anregung durch Wissenschaftler anderer Länder bzw. zur Knüpfung und Pflege internationaler Kontakte und Kooperationen. Eine Mitgliedschaft ermöglicht Mitwirkung an den Geschicken der EGPRN, einen vergünstigten Kongressbeitrag, die Zusendung der Abstracts der Kongresse und einen freien Online-Zugang zum European Journal of General Practice (Impact Factor 2012: 0,741). Das Journal bietet neben Originalbeiträgen auch andere lesenswerte Formate! Weitere Informationen via Homepage (www.egprn.org ) oder PD Dr. Frank Peters-Klimm, Ansprechpartner für Deutschland (frank.peters-klimm@med.uni-heidelberg.de).

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Antonius Schneider

Institut für Allgemeinmedizin

Klinikum rechts der Isar

Technische Universität München

Orleansstraße 47

81667 München

antonius.schneider@lrz.tum.de

1 Institut für Allgemeinmedizin, Klinikum rechts der Isar, TU München

2 Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Heidelberg

DOI 10.3238/zfa.2013.0459–0460


(Stand: 14.11.2013)

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