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Empfehlung zur Vorsorge-Koloskopie in einer Hausarztpraxis

DOI: 10.3238/zfa.2018.0443-0448

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Bernhard Riedl, Klaus Linde

Schlüsselwörter: Allgemeinmedizin Kolonkarzinom Koloskopie-Screening retrospektive Studie

Hintergrund: Seit 2002 ist das Koloskopie-Screening in Deutschland als Früherkennungsmaßnahme bei Menschen ab 55 Jahren vorgesehen. Bis heute sind die Teilnahmeraten gering. In der Hausarztpraxis des Erstautors wird versucht, möglichst alle Patientinnen und Patienten über die Möglichkeit der Vorsorge-Koloskopie zu informieren und zur Teilnahme zu motivieren. In einer retrospektiven Auswertung der Routinedokumentation der Praxis wurden Teilnahmerate, Anteil von Ablehnungen und die erhobenen Befunde untersucht.

Methoden: In die Auswertung wurden alle Patientinnen und Patienten der Hausarztpraxis einbezogen, die zwischen 2002 und 2017 eine Koloskopie erhalten und dabei das 55. Lebensjahr vollendet hatten sowie alle Patientinnen und Patienten über 55 Jahre, die nie eine Koloskopie erhalten hatten.

Ergebnisse: 753 Patientinnen und Patienten wurden in die Auswertung eingeschlossen. 546 Patienten (73 %) unterzogen sich mindestens einer Koloskopie, bei 114 (14 %) war eine Koloskopie aufgrund Ablehnung oder Hinderungsgründen nicht möglich und 103 Patienten (13 %) wurden übersehen oder konnten noch nicht angesprochen werden. 262 der koloskopierten Patienten (48 %) wiesen Adenome auf, 18 Patienten (3 %) ein Karzinom (darunter drei Patienten, die eine Screening-Koloskopie abgelehnt hatten). Es traten zwei Komplikationen auf (0,4 %; Perforation bzw. relevante Blutung bei Abtragung großer Adenome). Ein Patient ist im Verlauf des Untersuchungszeitraums an seinem Karzinom verstorben.

Schlussfolgerungen: Aus den Daten konnte nicht in jedem Fall sichergestellt werden, ob es sich um eine echte Screening-Koloskopie handelte. Die Anzahl der dokumentierten Adenome liegt im untersuchten Kollektiv deutlich höher als in anderen Studien. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine systematische hausärztliche Beratung die Inanspruchnahme des Koloskopie-Screenings erhöhen könnte.

Retrospektive Auswertung der Routinedokumentation zu Teilnahmeraten und Befunden der Jahre 2002 bis 2017

Retrospective Evaluation of Routine Data between 2002 and 2017

Institut für Allgemeinmedizin, Technische Universität München Peer-reviewed article eingereicht 26.07.2018, akzeptiert: 19.09.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0443–0448

Hintergrund

Darmkrebs ist in Deutschland bei Frauen nach Brustkrebs die zweithäufigste und bei Männern nach Prostata- und Lungenkrebs die dritthäufigste Krebsentität....


(Stand: 19.11.2018)

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