Loading...

ZFA-Logo

Freie oder fixe Kombination – wie sieht der beste Start in die hausärztliche Blutdrucktherapie aus?

DOI: 10.3238/zfa.2018.0449-0453

PDF

Linda Sanftenberg, Florian Niederbuchner, Christian Leistner, Jörg Schelling

Schlüsselwörter: Bluthochdruck Hausarzt Initialtherapie Kombinationstherapie fixe Kombinationstherapie


Anteile von Patienten mit fixen und freien Kombinationstherapien bei berichteten Nebenwirkungen, Therapieumstellungen und Therapieabbrüchen
Vergleich zwischen fixer und freier Kombination als Initialtherapie bezüglich Therapieumstellungen und Therapieabbrüchen

Hintergrund: Arterielle Hypertonie ist eine weit verbreitete Erkrankung mit schweren Langzeitfolgen und stellt einen wichtigen Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse dar. Zur individuellen Einstellung der Blutdruckwerte beinhaltet die Kombinationstherapie bei manifester Hypertonie viele Vorteile, wobei sich das Therapieschema bei Verwendung einer fixen Kombinationstherapie vereinfachen lässt. Ein unerwünschter Therapieabbruch mehrerer Wirkstoffe birgt hier allerdings hohe Risiken und wird durch verschiedene Parameter begünstigt.

Methoden: Retrospektive Fragebogenstudie mit medikamentös therapierten Hochdruckpatienten in fünf Hausarztpraxen im Zeitraum 02/2015–10/2015. Gefragt wurde nach der Verträglichkeit der verordneten Medikamente, Adhärenz und erfolgten Therapiemodifikationen. Es wurden Häufigkeitsanalysen durchgeführt und deren Lagemaße mittels T-Test analysiert (Signifikanzniveau p ≤ 0,05). Zur Überprüfung von Hypothesen wurden Kreuztabellen angelegt und deren Unabhängigkeit mittels Chi-Quadrat-Test überprüft. Um verschiedene Therapieschemata miteinander vergleichen zu können, wurde eine Gewichtung entsprechend der Verordnungshäufigkeiten durchgeführt. Für Variable mit zu geringer Beobachtungszahl fand der exakte Test nach Fisher Anwendung.

Ergebnisse: 132 Patientenfragebögen wurden ausgewertet. 72,6 % der analysierten Patienten wurden zum Zeitpunkt der Datenerhebung mit einer freien Kombination oder Monotherapie therapiert, 27,4 % mit einer fixen Kombination. Von den Patienten, die bereits über mindestens einen Therapieabbruch berichtet hatten, waren 71,4 % mit einer freien Kombinationstherapie oder Monotherapie behandelt worden und 10,4 % dieser Patienten hielten sich selbst für adhärent. Waren mehr als fünf Nebenwirkungen berichtet worden, hatte bereits in 42,9 % der Fälle ein Therapieabbruch stattgefunden. Therapieumstellungen führten signifikant häufiger zu Therapieabbrüchen (p = 0,040). 56,3 % der Patienten, die initial eine freie Kombination oder Monotherapie erhalten hatten, hatten mindestens schon einen Therapieabbruch erlebt.

Schlussfolgerungen: Gute Compliance ist für eine erfolgreiche Blutdrucktherapie wichtig. Diese lässt sich u.a. durch fixe Kombinationstherapien erhöhen. Um das Risiko eines unerwünschten Therapieabbruchs zu minimieren, sollten Nebenwirkungen und Therapieumstellungen aber möglichst vermieden werden und die Wahl der Initialtherapie sollte sorgsam erfolgen. Eine allgemeingültige Empfehlung der Therapieform kann nicht ausgesprochen werden. Vielmehr sollte die Wahl der passenden Blutdrucktherapie mit jedem Patienten individuell und mit diesem gemeinsam getroffen werden.

1 Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Allgemeinmedizin, Campus Innenstadt 2 Anerkannte Lehrpraxis der Ludwig-Maximilians-Universität München Peer-reviewed article eingereicht: 24.05.2018; akzeptiert: 04.09.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0449–0453

Hintergrund

Die arterielle Hypertonie ist ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und stellt eine der häufigsten Todesursachen bei Erwachsenen aller einkommensstarken Regionen weltweit dar [1]. Es werden...


(Stand: 19.11.2018)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.