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PSA-Screening – die Diskussionen gehen weiter

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Die kürzlich erfolgte Empfehlung der amerikanischen Gesundheitsbehörden gegen das routinemäßige PSA-Screening gesunder Männer hat nicht dazu geführt, dass konträre Diskussionen etwa seltener geworden wären. Eine im New England Journal of Medicine publizierte Studie zur Frage, ob das Screening die Gesamtmortalität der untersuchten Probanden reduzieren kann, dürfte die Gemüter weiter erhitzen – den Gegnern allerdings Auftrieb geben.

Dieselbe Wissenschaftlergruppe aus Rotterdam, die – im Gegensatz zu amerikanischen Autoren – seinerzeit nachwies, dass das PSA-Screening die Mortalität an Prostatakrebs signifikant senken kann, zeigte jetzt, dass sich die Gesamtmortalität nicht ändert.

Die Studie wurde in acht europä-ischen Ländern durchgeführt und randomisierte insgesamt 162.388 Männer zwischen 55 und 69 Jahren. Knapp 73.000 wurden gescreent und gut 89.000 ohne Screening kontrolliert. Nach im Mittel elf Jahren verminderte sich die krebsspezifische Sterblichkeit um 29 % (absolute Reduktion 1,07 Todesfälle pro 1.000 Männer). Anders ausgedrückt: Um nach 11 Jahren einen Todesfall an Prostata-Karzinom zu verhindern, mussten 1.055 Männer zum Screening eingeladen und 37 Fälle identifiziert werden.

Bei der Gesamtmortalität aber gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Legt man die Effektivitätskriterien der ursprünglichen Definition von Screeningmaßnahmen zugrunde, kommt es bei Krebserkrankungen auf die statistisch signifikante und klinisch relevante Verminderung der Gesamtsterblichkeitsrate an und nicht auf die Art des Todes

Die Originalarbeit (Schröder FH, et al. Prostate-cancer mortality at 11 years of follow-up. N Engl J Med 2012; 366: 981–90) können Sie frei herunterladen unter www.nejm.org/doi/full/

10.1056/NEJMoa1113135

Foto: fotolia/BerlinStock


(Stand: 13.12.2012)

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