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Bridging – gemeinsam geht es besser!

DOI: 10.3238/zfa.2013.0487-0490

Neue S1-Handlungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)

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Was ist bekannt?

Spätestens seit der Veröffentlichung einer zahnärztlichen Stellungnahme [1] und den Empfehlungen der Leitliniengruppe Hessen [2] hat die Unterbrechung einer oralen Antikoagulation und ggf. deren Überbrückung mit Heparin (Bridging) ihre theoretische Grundlage gefunden. Allerdings ist sie noch nicht als standardisiertes Vorgehen in der medizinischen Versorgung angekommen. Andererseits nimmt die Zahl der antikoagulierten Patienten als auch die Zahl der operativen bzw. zahnärztlichen Eingriffe stetig zu.

Für hausärztliche Qualitätszirkel zur Pharmakotherapie wurde in den vergangenen Jahren die Datenlage zur Unterbrechung der Antikoagulation erneut aufbereitet [3]. Mit diesen Informationen sollen die Teilnehmenden verstärkt zu einer systematischen Implementierung motiviert werden.

Was ist neu?

In die Handlungsempfehlung „Bridging“ ist eine Anleitung mit dem aktuell gültigen Management einer Unterbrechung der Antikoagulation [4] integriert. In dieser Anleitung sind die Zuständigkeiten für die einzelnen Verfahrensabschnitte geregelt. Nachdem die Hausarztpraxis das individuelle Patientenrisiko ermittelt hat, werden von den verantwortlichen Operateuren/Zahnärzten eindeutige Angaben zum Bridging verlangt. Anschließend werden die Patienten konkret über das Vorgehen instruiert. Die erforderlichen Maßnahmen können von Medizinischen Fachangestellten nach einer Einweisung weitgehend selbstständig umgesetzt werden. Die Dokumentation in der Praxis-EDV wird vereinfacht.

Was gibt es noch zu tun?

Noch nicht alle zahnärztlich bzw. operativ tätigen Personen sind über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur (Nicht-)Unterbrechung der Antikoagulation umfassend informiert. Diese Leitlinie kann bei der Verbreitung des Wissens unterstützend eingesetzt werden. Die patientenindividuelle Umsetzung der Antikoagulationsunterbrechung ist für das Praxisteam aufwendig; eine ergänzende schriftliche Patientenanleitung könnte den Prozess vereinfachen.

Interessenkonflikte: keine angegeben.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Armin Mainz

Gemeinschaftspraxis

Am Berndorfer Tor 5

34497 Korbach

dialog@praxis-korbach.de

www.praxis-korbach.de

Literatur

1. Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Zahnärztliche Chirurgie bei Patienten mit Antikoagulanzientherapie. Wissenschaftliche Stellungnahme, Stand 7/01

2. Leitliniengruppe Hessen. Hausärztliche Leitlinie „Antikoagulation“, 8. Juli 2006

3. Kaufmann-Kolle P. Verordnungsspiegel und Hintergrundinformationen „Antithrombotika“ (Hessen 7).

AQUA-Institut Göttingen, November 2011

4. Baron TH, Kamath PS, McBane RD. Management of antithrombotic therapy in patients undergoing invasive procedures (mit supplementary appendix). N Engl J Med 2013; 368: 2113–24

Facharzt für Innere Medizin, Korbach

DOI 10.3238/zfa.2013.0487–0490


(Stand: 23.01.2014)

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