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Eingereicht zur Publikation: Umgang mit Ablehnungen

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Die Ablehnung einer (bei einer möglichst renommierten Zeitschrift) eingereichten Arbeit ist für Autoren und Autorinnen jedes Mal schmerzhaft, zählt aber zum „Schicksalsprofil“ aller Kolleginnen und Kollegen, die wissenschaftlich arbeiten. Hochrangige Journals weisen immerhin eine Ablehnungsrate von 80 % auf ...

Zwei australische Forscher haben jetzt einen innovativen und wenig zeitaufwendigen Vorschlag gemacht, wie man mit solchen Ablehnungen umgehen sollte. Die beiden haben einen Standardbrief entworfen (rejection of rejection letter), den man mit geringfügigen Variationen einfach an den zuständigen Herausgeber schicken kann. Er beginnt mit den Worten: „Danke für die Ablehnung unseres Manuskriptes. Leider können wir diese Entscheidung nicht akzeptieren. Wie Sie wahrscheinlich wissen, erhalten wir jedes Jahr viele solcher Ablehnungen und sind leider nicht in der Lage, allen diesen Entscheidungen zuzustimmen …“

Weiter heißt es in dem Brief: „Mit wachsendem Druck bez. Zitierungsraten und heftiger Konkurrenz bei der Drittmittelförderung akzeptieren wir üblicherweise weniger als 30 % der erhaltenen Ablehnungen. Bitte nehmen Sie das nicht als Bewertung Ihrer Arbeit – der Standard einiger Ablehnungen ist in der Tat sehr hoch. Eine der spezifischen Gründe für unsere Entscheidung war das Versagen von Gutachter 1, die Genialität unserer Studie zu erkennen. Die einfache Feststellung ,diese Studie ist weder neu noch interessant und erweitert keineswegs unseren Wissensstand auf diesem Gebiet‘ kann als Begründung nicht gelten. Diese Anmerkungen, zusammen mit den lateinischen Zitaten von Gutachter 2 machten die Akzeptanz Ihrer Ablehnung von vorneherein extrem unwahrscheinlich. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Herausgeberteam viel Erfolg bei Ihren künftigen Ablehnungen, die Sie vielleicht anderswo anbringen können. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass unsere ablehnende Entscheidung in Bezug auf Ihre Ablehnung endgültig ist. Wir haben unser Manuskript in der ursprünglichen Form nochmals hochgeladen, erwarten die Druckfahnen und freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit mit Ihnen.“

Bevor Sie nun selbst ein solches Schreiben aufsetzen, zeige ich Ihnen noch schnell die Titelseite der Veröffentlichung (Abb. 1).

Wer das British Medical Journal regelmäßig liest, erkennt mit geschultem Blick, dass es sich hier um einen Beitrag zur Weihnachtsausgabe handelt. Dort werden traditionell witzige Vorschläge und erfundene Studien zum Besten gegeben.

Abbildungen:

Abbildung 1 Ausriss aus dem British Medical Journal


(Stand: 15.12.2017)

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