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Bericht der AG Komplementärmedizin

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Auch im achten Jahr nach ihrer Gründung traf sich in Düsseldorf beim DEGAM-Kongress die Arbeitsgemeinschaft Komplementärmedizin. In dieser AG werden aktuelle Themen an der Schnittstelle von Allgemeinmedizin und Komplementärmedizin besprochen.

In diesem Jahr wurde von Prof. Detmar Jobst das Thema „naturheilkundliche Verfahren/Komplementärmedizin in Leitlinien“ vorgestellt. Die gemeinsame LL (S2 k) „Rhinosinusitis“ (RS) der Fachgesellschaften HNO und DEGAM konnte 2017 zum Abschluss gebracht werden (www.awmf.org/uploads/tx szleit?linien/017–049_und_053–012l_S2k_?Rhinosinusitis_2017–07_01.pdf). Naturheilkundlich finden dort Erwähnung: Inhalation von heißwarmen Dämpfen für die akute Spülung mit Sole für die chronische RS. Pflanzenheilkundlich empfohlen werden für die akute RS Cineol (Eukalyptus-Extrakt) und patentierter Mischextrakt aus Ampfer, gelbem Enzian, Holunder, Eisenkraut und Schlüsselblume. Das Projekt einer S1-LL „Knieschmerzen bei Arthrosezeichen“ empfiehlt naturheilkundlich neben (angeleiteter) Übungsbehandlung auch Akupunktur, Blutegel, Wärme- bzw. Kälteanwendung und einige pflanzliche Extrakte (Ingwer, Curcuma, Teufelskralle). Generell sollen von Leitlinienautoren gezielt naturheilkundliche Verfahren in der Literatursuche zu ihrem Thema berücksichtigt werden.

Ein weiteres Projekt zu „Kompetenzbasiertes Lernen in der Komplementären und Integrativen Medizin (KIM) für Ärzte in Weiterbildung“ wurde von Dr. Corina Güthlin, Prof. Stefanie Joos und Dr. Jan Valentini präsentiert. Dabei wird eine Liste an Basiskompetenzen im Bereich der KIM ausgearbeitet, die alle Ärzte am Ende ihrer Weiterbildung zum FA Allgemeinmedizin kennen bzw. können sollten, um komplementärmedizinische Methoden in der Konsultation anzusprechen und dazu beraten zu können. Diese sollten kein Ersatz für komplementärmedizinische Zusatzweiterbildungen sein. Potenzielle Adressaten/innen sind Ärzte in Weiterbildung, Weiterbildungsbefugte und Kompetenzzentren. Die Kompetenzen umfassen folgende Bereiche: (A) Medizinisches Wissen, (B) Patientenversorgung und Kommunikation, (C) Praxisbasiertes Lernen und Weiterbildung, (D) Professionalität, (E) KIM im deutschen Gesundheitssystem.

Neben der Besprechung von inhaltlichen Themen wurden auch die Sprecher der AG neu gewählt. Prof. Detmar Jobst und Dr. Corina Güthlin wurden von Prof. Klaus Linde und Dr. Jan Valentini abgelöst. Weitere Einzelheiten zum Selbstverständnis der AG finden sich bei Joos et al. [1].

Korrespondenzadresse

Dr. med. univ. Jan Valentini<br/>Institut für Allgemeinmedizin<br/>und Interprofessionelle Versorgung, <br/>Universitätsklinikum Tübingen <br/>Oslanderstraße 5, 72076 Tübingen<br/>Tel.: 07071 2980255<br/>Jan.Valentini@med.uni-tuebingen.de

Literatur

1. Joos S, Breivogel B, Gündling P, et al. Komplementärmedizin in der hausärztlichen Praxis. Zur Gründung der Arbeitsgruppe Komplementärmedizin (AG KompMed) in der DEGAM. Z Allg Med 2010; 86: 337–341


(Stand: 15.12.2017)

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