Loading...

ZFA-Logo

Welche Inhalte und Rahmenbedingungen der Allgemeinmedizin bewerten Studierende als attraktiv oder unattraktiv?

DOI: 10.3238/zfa.2018.0488-0493

PDF

Antonia Bien, Ferdinand M. Gerlach, Corina Güthlin, Gisela Ravens-Taeuber, Bernd Bender, Miriam Rüsseler

Schlüsselwörter: Allgemeinmedizi Ausbildungsforschung Facharztweiterbildung Fachgebietswahl Studierende der Medizin

Hintergrund: Angesichts des Nachwuchsmangels in der Allgemeinmedizin kommt der Untersuchung des Bildes, das Studierende von dieser Fachrichtung haben, besondere Bedeutung zu.

Methoden: In einer querschnittlichen Fragebogenstudie wurden an den drei hessischen Medizinfakultäten (Marburg, Gießen, Frankfurt) Studierende in den Jahren 2015 und 2016 im Anschluss an ihr allgemeinmedizinisches Blockpraktikum befragt. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Attraktivitätsbewertung fachspezifischer Aspekte der Allgemeinmedizin. Die Auswertung erfolgte vor allem deskriptiv. Zudem wurde der Mann-Whitney-U-Test zur Analyse von Unterschieden in Bezug auf demografische Faktoren verwendet.

Ergebnisse: Die Rücklaufquote betrug 71 % (361 Fragebögen). Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie war für 98 % der Studierenden mit Interesse an der Fachrichtung Allgemeinmedizin wichtig. Prestigefaktoren wirkten auf Studenten attraktiver als auf Studentinnen. Als un­attraktiv galten vor allem fachspezifische Rahmenbedingungen und das Ansehen des Faches innerhalb der Ärzteschaft. Studentinnen erschienen die Teilnahme am ärztlichen Bereitschaftsdienst sowie die zeitliche Beanspruchung deutlich unattraktiver. Faktoren, die die Attraktivität einer Facharztweiterbildung in der Allgemeinmedizin steigern würden, betrafen vor allem strukturelle Themen wie die Sicherstellung einer Praxisvertretung. Studentinnen ebenso wie Studierenden in einer Partnerschaft erschienen Faktoren, die den Einstieg in und die allgemeinmedizinische Praxistätigkeit an sich erleichtern, wichtiger als ihren Kommilitonen.

Schlussfolgerungen: Viele Aspekte der Allgemeinmedizin, vor allem das ausgeglichene Verhältnis von Arbeit und Freizeit und inhaltliche Faktoren, wurden als attraktiv angesehen. Diese gilt es stärker zu bewerben. In Bezug auf einige unattraktiv bewertete Faktoren sollte stärker aufgeklärt werden, beispielsweise über Möglichkeiten zur Freistellung vom ärztlichen Bereitschaftsdienst. Die Ergebnisse liefern darüber hinaus konkrete Ideen, wie die allgemeinmedizinische Facharztweiterbildung attraktiver gestaltet werden kann, beispielsweise durch eine gute Einarbeitung und eine gesicherte Kinderbetreuung.

1 Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt am Main 2 Zentrum der Chirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt Peer-reviewed article eingereicht 19.06.2018, akzeptiert: 21.09.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0488–0493

Hintergrund

Zahlreiche Studien zum Nachwuchsmangel in der Allgemeinmedizin zeigen, dass im Verhältnis zum tatsächlichen Bedarf der Anteil der an der Allgemeinmedizin als Facharztweiterbildung als definitive Option interessierten Studierenden zu niedrig ist [1, 2]. Im...


(Stand: 14.12.2018)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.