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Kardiovaskuläre Prävention

DOI: 10.1055/s-2004-816220

Kardiovaskuläre Prävention

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ZfA 2004 \"037\", 23.2.04/dk köthen GmbH Kardiovaskuläre Prävention Wandlung von Wissen, Lebensweise und Ethik? Cardiovascular Prevention ± Change of Knowledge, Way of Life and Ethics? Editorial/Fortbildung 70 U. W. Popert Kardiovaskuläre Risiken werden nun seit gut 5 Jahrzehnten behandelt; dies geschah mit unterschiedlichen ¹idealenª Zielwerten, die mit unterschiedlichen Substanzen erreicht werden sollten. Dabei schienen die Prinzipien der Behandlung fest zu stehen. Die bisherigen Leitlinien sind aber durch neuere Studienergebnisse überholt worden: ± Auch sehr alte und junge Risikopatienten müssen einbezogen werden; ± Sport, ASS und Statine sind auch in der Primärprävention wirksam; ± nicht einzelne Risiken, sondern das Gesamtrisiko zählt. ± Koronare Herzkrankheit, Diabetes, Hypertonie, Adipositas, Apoplex, arterielle Verschlusskrankheit und Hypercholesterinämie sollten wegen ähnlicher diagnostischer und präventiver Vorgehensweisen zusammen betrachtet werden. ± Bei einzelnen Risikofaktoren wird die Berechtigung fester Grenzwerte sowohl bei der Therapieindikation als auch als Therapieziel hinterfragt. ± Nicht einzelne Therapien, sondern das gesamte Therapiekonzept zählt. ± Die Latenzzeit der Arterioskleroseentwicklung erfordert frühen Präventionsbeginn. Eine realisierbare Leitlinie zur kardiovaskulären Prävention wirft wegen der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung und der potenziellen Kosten nicht nur Fragen nach gesichertem Wissen und Effizienz einzelner Maûnahmen, sondern auch nach Behandlungsschwellen und Behandlungsprioritäten auf. Diese Fragen können nicht allein durch Wertung von Evidenzen entschieden werden, sondern erfordern eine gesellschaftliche Diskussion ebenso wie den individuellen Konsens mit dem Patienten. In mehren Beiträ- gen in dieser und den folgenden Ausgaben der ZFA wollen die Autoren der DEGAM-Leitliniengruppe ¹Kardiovaskuläre Präventionª einige neuere evidenzbasierte Grundlagen und den aktuellen Diskussionsstand aufzeigen. All dies ist Hintergrund für die noch zu schaffende hausärztliche Leitlinie ¹Kardiovaskuläre Präventionª. Aufdecken von Risikofaktoren, Beratung zu gesunder Lebensführung und Therapiekoordination sind typisch hausärztliche Aufgaben. Zwischen evidence basiertem Wissen und dessen Umsetzung in der Praxis gibt es bekannte Diskrepanzen, die nicht selten aus den Anforderungen der Praxis heraus erklärt werden können. Hierfür aber bedarf es der maûgeblichen Beteiligung der ärztlichen Basis. Soll eine auch in der Praxis angewendete Präventions-Leitlinie entstehen, dann muss schon bei der Entwicklung einer solchen mit der Basis zusammen gearbeitet werden. Daher sind Rückmeldungen und Vorschläge der Leserinnen und Leser besonders willkommen. Interessenkonflikte: keine angegeben. Zur Person Uwe Popert; Arzt für Allgemeinmedizin, seit 1989 in Praxisgemeinschaft niedergelassen in Kassel. Verheiratet, 3 Kinder. Seit 1995 Qualitätszirkel-Moderator Seit 1999 1. Vorsitzender des Gesundheitsnetzes Nordhessen. Seit 2002 Lehrbeauftragter an der Abteilung Allgemeinmedizin der Universität Göttingen. Interessensschwerpunkte: Kardiovaskuläre Prävention, Evolution des Gesundheitswesens, Naturheilverfahren, Verhaltenstherapie, Chirotherapie. Institutsangaben Abteilung für Allgemeinmedizin, Universität Göttingen, Göttingen Korrespondenzadresse Uwe Wolfgang Popert ´ Facharzt für Allgemeinmedizin ´ Dörnbergstr. 2 ´ 34119 Kassel ´ E-mail: Uwe.Popert@t-online.de Bibliografie Z Allg Med 2004; 80: 70  Georg Thieme Verlag Stuttgart ´ New York ´ ISSN 0014-336251 ´ DOI 10.1055/s-2004-816220


(Stand: 02.02.2004)

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