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Gabapentin: Wirksam bei Alkoholabhängigkeit

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Neben psycho- und sozialtherapeutischen Ansätzen spielen auch Arzneimittel eine bedeutende Rolle bei der Behandlung der Alkoholabhängigkeit. Das bislang verfügbare und recht unterschiedlich wirksame Repertoire (Disulfiram, Calciumcarbimid/Cyanamid, Acamprosat, Baclofen [off label] und Naltrexon) wird jetzt ergänzt – durch Gabapentin.

In einer 12 Wochen dauernden, doppelblinden und placebokontrollierten Studie wurden 150 alkoholabhängige Frauen und Männer im Alter von 18 Jahre mit täglich 900 mg oder 1800 mg Gabapentin bzw. Placebo behandelt.

Die Abstinenzraten betrugen

  • in der Placebogruppe: 4,1 %
  • in der 900mg-Gabapentingruppe: 11,1 %
  • in der 1800mg-Gabapentingruppe: 17,0 % (NNT = 8)

Die Raten für den Verzicht auf schweres Trinken lauteten

  • in der Placebogruppe: 22,5 %
  • in der 900mg-Gabapentingruppe: 29,6 % und
  • in der 1800mg-Gabapentingruppe: 44,7 % (NNT = 5)

Ernsthafte unerwünschte Wirkungen traten nach Angaben der kalifornischen Autoren nicht auf, allerdings beendeten 9 von 150 Patienten ihre Studienteilnahme wegen Nebenwirkungen. Ein Unterschied zwischen den drei Gruppen ergab sich weder für die Compliance oder das Durchhaltevermögen (85 von 150) noch die Fähigkeit, die eigene Zuordnung zu erraten.

Im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts könnte sich Gabapentin auch in der hausärztlichen Praxis anbieten.

Mason BJ, Quello S, Goodell V, Shadan F, Kyle M, Begovic A. Gabapentin treatment for alcohol dependence – a randomized clinical trial. JAMA Intern Med 2014; 174: 70–7

Abbildung: Fvasconcellos/wikipedia


(Stand: 19.02.2015)

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