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Versorgungs-Report 2013/2014: Schwerpunkt Depression

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Paul Kokott

Die Publikation aus dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WidO), der Versorgungs-Report 2013/2014, umfasst drei Teile, das Schwerpunktthema Depression, Krankheits- und Behandlungsmonitoring sowie Daten und Analysen. In seinem Schwerpunkt widmet sich der Report der Depression als der häufigsten Form psychischer Erkrankungen.

Depressive Erkrankungen haben wegen ihrer hohen Prävalenz und der erheblichen krankheitsbedingten Belastungen eine besondere Bedeutung für die Gesellschaft und das Gesundheitssystem. Nach der Besprechung der Prävalenz und Inzidenz depressiver Erkrankungen nach Alter, Geschlecht und Schweregrad, einschließlich der Einteilung nach Raumordnungsregionen, wird die Versorgungssituation analysiert sowie sowohl innovative Versorgungsansätze zur Behandlung von Depressionen als auch zur Pharmakotherapie anhand der verordneten Antidepressiva differenziert dargestellt.

Der zweite Teil bietet fünf Versorgungsanalysen zu Diabetes mellitus Typ 2, Rückenschmerzen, Herzinsuffizienz, Herzkatheterversorgung und zur Arzneimittelversorgung älterer Patienten. Der stark altersassoziierte Diabetes mellitus zählt zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen in Deutschland. Die AOK-Daten zeigen eine Prävalenz des Diabetes mellitus Typ 2 von 9,8 % auf. Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und Arzneiverordnungen sowie die Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus werden analysiert. 26,4 % der deutschen Wohnbevölkerung ab 18 Jahren sind vom Rückenschmerz betroffen. Das Therapiegeschehen wird kritisch bewertet, indem die Autoren die Evidenzlage im Bereich der bildgebenden Diagnostik und der Behandlungsverfahren als unsicher charakterisieren. Bei den Menschen ab 65 Jahren mit einem Anteil von 20,6 % an der Bevölkerung wird vor dem Hintergrund alterstypischer Mehrfacherkrankungen Polymedikation beobachtet. Vielfach erhalten die Patienten häufig potenziell ungeeignete Arzneimittel. Die Herzinsuffizienz, etwa in der Hälfte der Fälle Folge einer koronaren Herzerkrankung, geht mit hohen Morbiditäts- und Mortalitätsrisiken einher. Auf Basis der AOK-Versichertenstruktur, alters- und geschlechtsstandardisiert hochgerechnet auf die deutsche Wohnbevölkerung, ermittelten die Autoren für 2010 eine Jahresprävalenz von 4,7 % (Männer: 4,2 % und Frauen 5,0 %). Bei der Herzkatheterversorgung in Deutschland ist auffällig, dass sie im europäischen Vergleich eine der höchsten Herzkatheter-Raten und PCI-Anteile aufweist. Der Statistikteil „Daten und Analysen“ informiert auf Grundlage der Daten von mehr als 24 Mio. AOK-Versicherten ausführlich über Behandlungsprävalenzen und Hospitalisierungsquoten für die häufigsten Erkrankungen differenziert nach Alter und Geschlecht. Neben den häufigsten Behandlungsdiagnosen und stationären Behandlungsanlässen werden die Arzneiverordnungen mit den am häufigsten verordneten Wirkstoffgruppen 2010 in Deutschland und die Ärztliche Inanspruchnahme – ambulante Behandlungsfälle je Einwohner und nach Arztfachgruppen – sowie die Inanspruchnahme von Heilmitteln und die Verteilung der Ausgaben ergänzt und veranschaulicht anhand instruktiver Abbildungen und Tabellen umfassend erläutert.

Insgesamt ein aufschlussreiches Buch, das interessante Fakten und Bezüge zur abgehandelten Thematik vermittelt.

Jürgen Klauber, Christian Günster, Bettina Gerste, Bernt-Peter Robra, Norbert Schmacke (Hrsg.)

Versorgungs-Report 2013/2014

Schwerpunkt Depression

Schattauer 2014

346 Seiten, 50 Abb., ca. 78 Tab.

ISBN 978–3794529292

Preis: 54,99 Euro

Korrespondenzadresse

Dr. med. Paul Kokott

Stormstraße 21

38226 Salzgitter-Lebenstedt

dr.kokott@t-online.de


(Stand: 19.02.2015)

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