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Folgen eines Cricket-Übungsspiels: Commotio Cordis

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Manche Zeitgenossen behaupten ja, dass „Sport gleich Mord“ sei – dem will ich mich dezidiert nicht anschließen. Einmal abgesehen von den sog. Extrem-Sportarten, sind Gefahren einer sportlichen Betätigung zwar selten, bei Gelegenheit aber auch nicht ganz ohne.

Im Lancet wird ein 25-jähriger, gesunder Mann beschrieben, der sich an einem Cricket-Übungsspiel beteiligte. Profis tragen üblicherweise einen Brustschutz, den dieser Mann als „Laie in Übung“ nicht besaß.

Während des Spiels wurde er von einem Cricketball am linkslateralen Thorax getroffen und brach innerhalb von 30 Sekunden bewusstlos zusammen. In Abbildung 1 sehen Sie die Prellmarke.

Anwesende Betreuer begannen umgehend mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Der neun Minuten später eintreffende Notdienst fand den Mann im Kammerflimmern und applizierte einen Stromstoß von 200 Joule. Unmittelbar danach setzte Sinusrhythmus ein und der Patient wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort waren alle kardiologischen und Laboruntersuchungen normal.

Nach 14 Tagen kehrte der Mann (ein Ingenieur) wieder an seinen Arbeitsplatz zurück. Cricket spielt er weiterhin – mit Brustschutz.

Spencer RJ Sugumar H, Jones E, Farouque O. Commotio cordis: a case of ventricular fibrillation caused by a cricket ball strike to the chest. Lancet 2014; 383: 1358

Abbildungen:

Abbildung 1 Prellmarke durch Cricketball


(Stand: 19.02.2015)

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