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„Das Schwierige ist schön – Difficilia quae pulchra“

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Diese Feststellung des Erasmus von Rotterdam, dem Augustinermönch und bedeutendsten Humanisten des 16. Jahrhunderts, gilt in besonderer Weise für unsere wissenschaftliche Fachgesellschaft, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiern kann.

Es war ein schwieriger Weg, den die Kollegen Jungmann und Kerger am 12. Februar 1966 in Frankfurt/M. mit der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin begannen. Es war eine Zeit, in der die „zunehmende Spezialisierung in der Medizin die Frage hatte aufkommen lassen, ob der Praktische Arzt überhaupt eine Zukunft habe“, wie Gernot Lorenz in seiner Rede „30 Jahre DEGAM“ auf dem 19. Hausärztetag 1996 in Bremen erinnerte. Die prägenden Persönlichkeiten der Gründerjahre erkannten, dass das erst zwei Jahre später erstmals in der Musterweiterbildungsordnung verankerte Gebiet Allgemeinmedizin nur dann eine Zukunft haben würde, wenn die hausärztliche Tätigkeit wissenschaftlich erforscht und an den Universitäten gelehrt werden kann. Auch wenn noch im gleichen Jahr in Freiburg auf Initiative des Leiters der medizinischen Poliklinik Professor Hans Sarre der erste Lehrauftrag („Die Tätigkeit des Praktischen Arztes“) an Siegfried Häußler erteilt wurde, stieß die akademische Institutionalisierung unseres Faches an den Universitäten auf (bis heute) anhaltende Widerstände.

Kannte ich die ersten 25 Jahre der DEGAM nur aus den Schilderungen älterer Kolleginnen und Kollegen, so durfte ich die zweite Hälfte selbst miterleben. Auch hier bleibt festzuhalten: Es war und ist schwierig und ... trotzdem schön. Die nachfolgenden Interviews mit DEGAM-Zeitzeugen geben darüber Aufschluss. Ferdinand Gerlach konstatiert an dieser Stelle, die DEGAM habe ihren Mitgliedern den Stolz auf ihr Fach zurückgegeben. Ich selbst bin stolz und finde es schön, dass die DEGAM

ein international anerkanntes Leitlinienprogramm ohne externe Finanzierung auf den Weg gebracht hat,

Kongresse von hoher wissenschaftlicher Qualität veranstaltet, auf denen ich mir nicht den Weg durch die Ausstellung von Pharmaherstellern bahnen muss,

zusammen mit der Österreichischen und Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin erfolgreiche Drei-Länder-Kongresse veranstaltet,

sich eine ZFA ohne Anzeigen der pharmazeutischen Industrie leistet,

mit dazu beiträgt, dass unser Fach an den Universitäten und bei den Studierenden im Aufwind ist und nicht zuletzt

so viele junge und engagierte Ärztinnen und Ärzte als Mitglieder gewinnen konnte.

Der DEGAM noch viele erfolgreiche Jahre und Ihnen Spaß bei der Lektüre dieser „Gold-ZFA“!

„Werde, was du noch nicht bist,

bleibe, was du jetzt schon bist;

in diesem Bleiben und diesem Werden

liegt alles Schöne hier auf Erden.“

Franz Grillparzer (1791–1872)

Herzlich Ihr

W. Niebling


(Stand: 10.02.2016)

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