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EbM: GLP-1-Rezeptoragonisten – neues Wundermittel zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2?

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Andreas Sönnichsen

 

Frage

In den vergangenen zwei Jahren sind mehrere randomisiert-kontrollierte Endpunktstudien zu injizierbaren GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA oder auch GLP-1-Analoga) publiziert worden. Ist es empfehlenswert, diese Präparate routinemäßig zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 einzusetzen, wenn durch Lebensstiländerung und Metformin keine befriedigende Stoffwechseleinstellung erzielt werden kann?

 

Antwort

Im Gegensatz zu praktisch allen anderen Antidiabetika außer Metformin gibt es für die GLP-1-RA deutliche Hinweise auf einen Nutzen im Hinblick auf kardiovaskuläre Endpunkte, die einen Therapieversuch vor allem für jüngere, stark übergewichtige Patienten und Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen gerechtfertigt erscheinen lassen. Die positiven Effekte werden allerdings durch eine hohe Rate an gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen erkauft, die im Vergleich zu Placebo bei etwa jedem 20. Patienten zum Therapieabbruch führen. Eine abschließende Beurteilung von Nutzen und Risiken ist in Anbetracht fehlender Langzeitdaten derzeit noch nicht möglich.

 

Hintergrund

Im Jahr 2006 wurde mit Exenatid (Byetta®) das erste injizierbare Inkretinmimetikum durch die EMA zugelassen. Das Medikament kam 2007 auf den deutschen Markt. Es handelt sich um ein Polypeptid aus 39 Aminosäuren, das ursprünglich aus dem Speichel der nordamerikanischen Krustenechse stammt und als Medikament heute biotechnologisch hergestellt wird. Als Polypeptid muss das Arzneimittel injiziert werden, da es bei oraler Gabe durch die Peptidasen des Verdauungsapparats zerstört wird. Es...


(Stand: 15.02.2018)

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