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Steigerung der Nutzung von Fehlerberichts- und Lernsystemen – eine Fragebogenstudie

DOI: 10.3238/zfa.2018.0070-0075

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Anna C. Bauer, Martin Beyer, Michael Paulitsch, Hardy Müller, Ferdinand M. Gerlach, Beate S. Müller

Schlüsselwörter: Berichts- und Lernsystem CIRS Patientensicherheit Risikomanagement

Hintergrund: Ziel von Fehlerberichts- und Lernsystemen (CIRS, critical incident reporting systems) ist die Sammlung und Analyse von kritischen Ereignissen, um zukünftigen Fehlern vorzubeugen. Im ambulanten Sektor ist die Nutzungsfrequenz häufig gering. Die Theorie des geplanten Verhaltens (TPB, theory of planned behavior) kann zur Analyse von Nutzerverhalten herangezogen werden. Ziel dieser Studie war es, über die Anwendung der TPB Ansatzpunkte für eine Nutzungssteigerung von CIRS zu definieren.

Methoden: Querschnittsstudie; Konzeption und Pilotierung eines Fragebogens für 69 Praxen eines Praxisnetzes. Per Pfadanalyse wurde die Anwendbarkeit des TPB-Modells geprüft. Multivariate Kovarianzanalysen und die Bestimmung von Konfidenzintervallen prüften die Effekte des Patientensicherheitsklimas und MFA- (medizinische Fachangestellte) und arztspezifischer Faktoren auf die CIRS-Nutzung.

Ergebnisse: Aus 43 Praxen gingen 140 Bögen ein (95 MFA, 45 Ärzte, Rücklaufquote 41 %). Alle TPB-Teilbereiche (persönliche Einstellung, soziale Normen, eigene Kontrollüberzeugung) waren statistisch signifikant und positiv mit Nutzungsabsicht und berichtetem Nutzungsverhalten assoziiert. Die eigene Kontrollüberzeugung zeigte den größten Zusammenhang. Die ärztliche Berufsgruppe, ein positives Sicherheitsklima und eine besondere Funktion der MFA hingen positiv mit den TPB-Faktoren zusammen.

Schlussfolgerungen: In unserer Studie wurde die TPB erstmals auf CIRS-Nutzung in der Primärversorgung angewendet. Soweit bei insgesamt kleinen Fallzahlen beurteilbar, wurde die Assoziation aller Teilbereiche mit Nutzungsabsicht und berichteter Nutzung belegt. Weitere Studien sind jedoch erforderlich.

Anna C. Bauer1, Martin Beyer1, Michael Paulitsch1, Hardy Müller2, Ferdinand M. Gerlach1, Beate S. Müller1

1 Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt am Main 2 Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG), Hamburg Peer-reviewed article eingereicht: 28.09.2017, akzeptiert: 11.01.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0070–0075

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(Stand: 15.02.2018)

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