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Kompetenzzentren Weiterbildung: Helfende Hand für angehende Hausärzte

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Begleitende Schulungen für Ärzte in ihrer Weiterbildung, Mentorenprogramme, Train-the-Trainer-Kurse für Weiterbildungsbefugte: Das Angebot der Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin ist vielfältig. Seit Jahresbeginn steht eine solch strukturierte Unterstützung für angehende Hausärzte fast flächendeckend zur Verfügung. In 14 KV-Regionen sind die Kompetenzzentren nach Vorgaben aus dem Versorgungsstärkungsgesetz bereits tätig, das Saarland und Brandenburg folgen in den kommenden sechs Monaten. Die Angebote haben sich damit rasch etabliert: Die Förderung auf Basis von Paragraf 75a SGB V war erstmals im Juli vergangenen Jahres möglich.

Für den Deutschen Hausärzteverband ist der Aufbau der Kompetenzzentren ein wichtiger Schritt zur Förderung des hausärztlichen Nachwuchses. Die angehenden Hausärzte erhalten durch die Zentren während ihrer gesamten Weiterbildungszeit eine helfende Hand und eine deutliche Struktur auf ihrem Weg zum Facharzttitel. In der Ausgestaltung des Versorgungsstärkungsgesetzes hatte sich der Verband deshalb deutlich für eine solche flächendeckende Struktur zur Stärkung der Weiterbildung eingesetzt. So forderte etwa das Forum Ärzte in Weiterbildung wiederholt eine stärkere Verzahnung von Aus- und Weiterbildung – was durch den Aufbau der Kompetenzzentren nun geschieht: Zwölf der 14 bereits tätigen Kompetenzzentren werden von allgemeinmedizinischen Universitätsinstituten koordiniert.

Den Aufbau der Strukturen hat der Deutsche Hausärzteverband auch aktiv unterstützt. Beispielsweise hatte die bei dem Verband angesiedelte Stiftung Perspektive Hausarzt das Train-the-Trainer-Programm in Baden-Württemberg finanziell gefördert.

Für den medizinischen Nachwuchs ist das ein bedeutendes Zeichen. „Wir junge Ärztinnen und Ärzte legen große Hoffnung in die Verbesserung unserer Weiterbildung durch die Kompetenzzentren“, erklärt Dr. Jens Lassen, stellvertretender Sprecher des Forums Weiterbildung im Deutschen Hausärzteverband. Er selbst kennt das Angebot aus eigener Erfahrung: Im fünften Jahr seiner Weiterbildung ist Lassen aktuell in einer Hausarztpraxis in Nordfriesland tätig. Kurz nach dem Start dort kam die Einladung zur Schulung des Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein ins Haus. Sein Fazit nach dem Besuch: Das Curriculum sei „hervorragend“. „Es war gut organisiert und es wurde praxisnahes Wissen vermittelt, etwa zu Rückenschmerzen“, lobt Lassen. „Daneben habe ich theoretisches Wissen erhalten, das mir in der klinischen Weiterbildung nicht vermittelt wurde.“

Doch die Ärzte in Weiterbildung erhalten nicht nur inhaltliche und strukturelle Hilfe. Das Angebot der Kompetenzzentren ist in vielen Regionen bewusst in Kleingruppen gestaltet und soll so auch den Austausch zwischen angehenden Hausärzten intensivieren. Die Begleitseminare mit regelmäßigen Treffen sowie Unterstützung durch erfahrene Hausärztinnen und Hausärzte in Mentoringprogrammen können helfen, die Identität des Faches Allgemeinmedizin zu stärken, ist sich Forumssprecherin Dr. Leonor Heinz sicher. Und das sei „von enormer Bedeutung für die zukünftige Hausarztmedizin“.

In der Tat sind an die Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin große Hoffnungen geknüpft. „Die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin ist besonders vielfältig, die häufigen Stellenwechsel sind anspruchsvoll“, erklärt Heinz. „Aus diesem Grund müssen dringend Verbundweiterbildungen und Kompetenzzentren weiter auf- und ausgebaut werden, denn in dieser Form der Weiterbildung liegt die Zukunft.“ Die Kompetenzzentren können so helfen, angehende Ärzte für das Fach zu gewinnen und die Weiterbildungszeit in vielen Fällen effizienter zu gestalten. Denn nicht zuletzt kann die Koordination zwischen allen an der allgemeinmedizinischen Weiterbildung beteiligten Akteuren auch helfen, Verzögerungen vorzubeugen, die oft aus organisatorischen Gründen auftreten.

In weiteren Schritten geht es nun um die noch stärkere Vernetzung der Aus- und Weiterbildung, vor allem aber auch eine stärkere Präsenz der Allgemeinmedizin an den Universitäten. Doch die Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020 gestaltet sich aktuell noch wesentlich zögerlicher als der Aufbau der Kompetenzzentren. Dabei können die neuen Strukturen für Ärzte in Weiterbildung nur ein Schritt in der Nachwuchsgewinnung sein. Ebenso wichtig ist eine Stärkung der Allgemeinmedizin an den Universitäten – sodass angehende Ärzte schon möglichst früh in Kontakt mit der Hausarztmedizin kommen. Auf dem Weg zum Facharzt unterstützen dann die Kompetenzzentren.

Wie weit ist die Umsetzung des Kompetenzzentrums in Ihrer Region – und wer sind Ihre Ansprechpartner? Eine bundesweite Übersicht finden Sie unter

hausarzt.link/dNxlh.

Jana Kötter

Leitung Politik „Der Hausarzt“


(Stand: 15.02.2018)

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