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Sicheres Medikamentenmanagement im Pflegeheim

DOI: 10.3238/zfa.2019.0059-0065

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Tanja Schleef, Ulrike Junius-Walker, Olaf Krause

Schlüsselwörter: Apotheker Hausarzt Medikationsreview Pflegeheim interprofessionelle Zusammenarbeit

Hintergrund: Heimbewohner (HBW) sind häufig von einer Polypharmazie betroffen und nehmen häufiger potenziell inadäquate Medikamente (PIM) ein, mit negativen Auswirkungen auf die Arzneimitteltherapiesicherheit. Auch eine unzureichende Zusammenarbeit der drei wichtigsten Professionen – Hausarzt, Pflegekraft, Apotheker – kann die Arzneimitteltherapiesicherheit beeinträchtigen. In einer Pilotstudie wurde die Kooperation im Rahmen einer interdisziplinären Visite (Hausarzt und Apotheker, ggf. mit Pflegekraft) sowie deren Auswirkung auf die Medikation von HBW untersucht.

Methoden: Eine ATHINA-geschulte Apothekerin (Fortbildungsangebot für Apotheker zur Durchführung von Medikationsreviews) führte in einem Pflegeheim Medikationsreviews durch und erarbeitete Änderungsempfehlungen. Die Ergebnisse sollten vor Ort in einer gemeinsamen Visite übermittelt werden, die Akteure konnten jedoch die Art der Besprechung der Ergebnisse frei wählen. Im Rahmen des Pilotprojekts fand eine Prä-Post-Analyse der Medikation statt, zusätzlich wurden Interviews mit den Projektbeteiligten durchgeführt.

Ergebnisse: Am Pilotprojekt nahmen die Pflegedienstleitung, eine Apothekerin, drei Hausärzte und zwölf HBW teil. 152 Medikamente der Bewohner wurden einem Review unterzogen, es fanden sich PIM, Doppelverordnungen und potenzielle Interaktionen. Nach Umsetzung der Änderungsempfehlungen reduzierten sich sowohl PIM und Doppelverordnungen als auch die Gesamtmedikation von durchschnittlich 13,6 auf 11,8 Präparate pro HBW. Die Interviews zeigten, dass die Form der Zusammenarbeit von den Hausärzten bestimmt wurde. Der Nutzen der Kooperation wurde für die beteiligten Professionen sichtbar, wenn auch unterschiedlich hoch bewertet.

Schlussfolgerungen: Die Einbindung einer heimversorgenden Apothekerin kann die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöhen. Zusätzlich sollte die interprofessionelle Kooperation und Kommunikation zwischen Pflege, Ärzten und Apothekern optimiert werden.

Die interdisziplinäre Visite im Praxistest

Practical Testing of an Interdisciplinary Visit

Institut für Allgemeinmedizin, Medizinische Hochschule Hannover Peer-reviewed article eingereicht 19.09.2018, akzeptiert: 23.10.2018 DOI 10.3238/zfa.2019.0059–0065

Hintergrund

Heimbewohner gehören zu einer besonders vulnerablen Gruppe, die von Multimorbidität und Frailty betroffen sind und deren medikamentöse Versorgung weithin als kritisch bewertet wird [1]. 84 % aller Heimbewohner (HBW) hierzulande...


(Stand: 15.02.2019)

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