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Zum Artikel Thyreostase-Antikoagulation

Guido Schmiemann

Die Veröffentlichung eines Einzelfallberichtes, noch dazu ein Bericht zu einer Medikamenteninteraktion, ist für die ZFA eher ungewöhnlich. Diese Ausnahme muss jedoch keine bleiben, sie kann vielleicht als Ansporn für weitere Arbeiten dienen. Die vorliegende Arbeit von Egidi et al. demonstriert den Umgang mit einer im hausärztlichen Alltag entstehenden pharmakologischen Fragestellung („Vermutete Wechselwirkung von Marcumar mit Thyreostatika“). Von der Vermutung über die Formulierung einer Suchstrategie zur gezielten Literaturrecherche zeigen die Autoren, in welchem Umfang ein wissenschaftliches Arbeiten mit den in der Praxis vorhandenen Voraussetzungen möglich ist. Gleichzeitig zeigt ihr Fallbeispiel anschaulich, welche Bedeutung eine hausärztliche Beobachtung für die Pharmakovigilanz hat. Klinische Zulassungen erfolgen, ohne dass langjährige Erfahrungen mit den entsprechenden Wirkstoffen bestehen. Entsprechend bedeutsam ist die weitere Beobachtung „am Markt“. Eine Pharmakovigilanz kann helfen, bedeutsame Nebenwirkungen oder Interaktionen, die selten oder nur in kleinen Subpopulationen auftreten, zu erfassen. Unsere Stellung als „Hauptverordner“ ebenso wie die langjährige Begleitung der Patienten ermöglicht eben auch ein konstantes „Monitoring“ der eingesetzten Wirkstoffe. Aufgrund seiner vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten sowie seiner geringen therapeutischen Breite nimmt Marcumar eine herausragende Stellung im Bereich der Medikationsfehler ein und wird allein deshalb meist sehr kritisch beobachtet. Selbst für diesen Wirkstoff gilt, dass ein Blick in die Fachinformationen weder ausreicht, um eine Interaktion zu bestätigen, noch um eine vermutetet Interaktion sicher auszuschließen.

Nutzen Sie doch diesen Artikel, um an Medikamenteninteraktionen als Ursache für z. B. auffällige Laborwerte zu denken, und melden Sie diesen Verdacht am besten weiter, dann können auch andere von diesem Wissen profitieren.

Möglichkeiten, Arzneimittelinteraktionen zu melden gibt es u. a. hier:

Arzneimittelkommission der Ärzteschaft www.akdae.de/50/50/ index.html

Arzneitelegramm www.arznei-telegramm.de/abo/netz.pdf

Daneben hat die DEGAM Patienteninformationen zum Thema Marcumar erstellt, die in der Praxis eingesetzt werden können.

www.degam.de/typo/uploads/media/Gerinnungshemmung.pdf

Korrespondenzadresse:

Dr. med. Guido Schmiemann, MPH

Institut für Allgemeinmedizin

Medizinische Hochschule Hannover

Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover

schmiemann.guido@mh-hannover.de


(Stand: 08.06.2011)

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