Loading...

ZFA-Logo

Ideological Debates in Family Medicine

Herausgegeben von Stephen Buetow und Tim Kenealy. Hardcover, 324 Seiten mit ausführlichem Register. Nova Science Publishers, New York 2007. ISBN-13: 978–1–60021–616–9, erhältlich über z. B. Amazon (79,99 €) oder www.novapublishers.com

Witten

Ideologische Debatten erleben wir oft als das autistische Beharren auf der eigenen Position der Kontrahenten, bei dem es um Recht-Bekommen und Recht-Behalten, um Macht geht. Nicht so in diesem ungewöhnlichen Buchprojekt der beiden neuseeländischen Herausgeber: Sie haben 35 Autoren aus 14 Ländern (überwiegend in Europa und Nordamerika) dazu gebracht, aktuelle und wichtige Kernfragen der Primärversorgung und Familienmedizin einander zuhörend und respektierend, aber polarisierend in Paaren miteinander zu diskutieren. Unter den Autoren sind langjährige Vordenker unseres Faches, u. a. Iona Heath, Frede Olesen, Walter Rosser, Barbara Starfield, Igor Svab und Chris van Weel. Vertreten werden jeweils eine Pro- und eine Contra-Position zu zentralen Fragen, etwa: Sollte die Allgemeinmedizin einen Fokus auf Familienversorgung (wieder)entdecken? Sollte die Allgemeinmedizin Bevölkerungsmedizin betonen? Sollte sich die Allgemeinmedizin mehr auf die Kranken konzentrieren? Sollte die Allgemeinmedizin ihre Kollegen ermutigen, sich zu spezialisieren, Luxusmedizin anzubieten oder in Gemeinschaftspraxen zu arbeiten? Braucht Allgemeinmedizin mehr oder weniger Evidenzbasierung, mehr Rationalität oder mehr Emotionalität?

Bemerkenswert ist die Reflektiertheit und Fundiertheit, mit der in diesen konzeptionellen Debatten die jeweilige Position zu den Herausforderungen, vor denen unser Fach derzeit und zukünftig steht, vertreten wird. Vielfalt, Komplexität und Unsicherheit sind Kernmerkmale unseres Praxisalltages. Im besten Fall ist der Leser nach der nicht immer einfachen, aber gut strukturierten Lektüre um viele bis dahin eigentlich klare und festgelegte eigene Ansichten ärmer.


(Stand: 08.06.2011)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.