Loading...

ZFA-Logo

Vorsicht vor nichtsteroidalen Antiphlogistika bei Schwangeren

PDF

Kanadische Autorinnen haben aus dem seit 1997 bestehenden Schwangerschaftsregister der Provinz Quebec 4.705 Frauen mit spontanem Abort identifiziert und jede dieser Frauen mit zehn Kontrollen aus demselben Register verglichen (gleiches Gestationsalter zum Indexdatum [Abort]).

Es zeigte sich, dass unter den 4.705 Fällen mit Abortanamnese:

  • 352 (7,5%) während der Schwangerschaft nichtsteroidale Antiphlogistika (außer ASS) eingenommen hatten.
  • Dies war bei den 47.050 Kontrollen nur bei 1.213 Frauen (2,6%) der Fall.
  • Der errechnete Unterschied ist statistisch signifikant und klinisch relevant (Odds Ratio OR 2,43 [95% Konfidenzintervall 2,12–2,79]).

Unter den Einzelsubstanzen betrug das Risiko bei:

  • Diclofenac OR 3,09 [95% Konfidenzintervall 1,96–4,87]
  • Naproxen OR 2,64 [95% Konfidenzintervall 2,13–3,28]
  • Celecoxib OR 2,21 [95% Konfidenzintervall 1,42–4,45]
  • Ibuprofen OR 2,19 [95% Konfidenzintervall 1,61–2,96]

Eine Dosisabhängigkeit des gefundenen Zusammenhangs ließ sich nicht feststellen.

Quintessenz: Trotz möglicher Störfaktoren bei Beobachtungsstudien sollte Schwangeren empfohlen werden, sich gegenüber Nichtsteroidalen Antiphlogistika äußerste Zurückhaltung aufzuerlegen – die meisten dieser Substanzen sind in bestimmten Dosen frei verkäuflich.

Nakhai-Pour HR, et al. Use of nonaspirin nonsteroidal anti-inflammatory drugs during pregnancy and the risk of spontaneous abortion. CMAJ 2011; 183: 1713–20 (frei unter www.tinyurl.com/64s7nbc)

Foto: fotolia / wibaimages


(Stand: 19.03.2012)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.