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Vorfeldtherapie des akuten Myokardinfarkts: Sauerstoffgabe unwirksam!

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Die Gabe von Sauerstoff zählt bei der Vorfeld-Versorgung von Patienten mit akutem Myokardinfarkt zu den Routinemaßnahmen. Ich weiß nicht, ob auch Sie annehmen, dass diese Maßnahme biologisch plausibel und wissenschaftlich belegt ist – ich zumindest habe das lange für gesichertes Wissen gehalten.

Ein Team aus britischen und spanischen Wissenschaftlern um die Oxforder Abteilung für Allgemeinmedizin haben jetzt eine Metaanalyse publiziert, die zum Ergebnis kommt, dass die Annahme eines Nutzens bezüglich Schmerz, Komplikationen und Mortalität mindestens optimistisch ist. Die Erkenntnis ist übrigens seit geraumer Zeit Teil der entsprechenden Leitlinien.

Obwohl die Autoren in allen weltweit verfügbaren Datenbanken suchten, war ihre Ausbeute ziemlich mager: Sie fanden ganze drei kontrollierte Studien mit insgesamt 387 Patienten – ziemlich wenig für ein so häufiges Problem. Als Maß des gefundenen Nutzens wurde das relative Risiko (RR) berechnet.

Das Sterberisiko betrug unter Sauerstoff (verglichen mit normaler Luft) 2,88, bei definitiv bestätigten Infarkten sogar 3,03. Dass diese Werte – wohl aufgrund der geringen Patientenzahl – statistisch nicht signifikant waren, tröstet kaum. Zu Recht mahnen die Autoren, große und methodisch einwandfreie Untersuchungen durchzuführen, um endlich zuverlässigere klinische Sicherheit zu bekommen

Burls A, et al. Oxygen therapy for acute myocardial infarction: a systematic review and meta-analysis. Emerg Med J 2011; 28: 917–23

Foto: fotolia / fotokalle


(Stand: 19.03.2012)

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