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Phenprocoumon (Marcumar®, Generika): Kein Anstieg der Mortalität an intrazerebralen Blutungen über 15 Jahre

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In Stroke, einer Zeitschrift der American Heart Association , die sich speziell mit zerebrovaskulären Problemen beschäftigt, gingen finnische Autoren der Frage nach, ob der über die Jahre deutlich häufigere Einsatz von Warfarin (entspricht im wesentlichen unserem Phenprocoumon/Marcumar®) auch zu einem entsprechenden Anstieg der Mortalität an intrazerebralen Blutungen geführt hat. Um gleich die Antwort vorwegzunehmen: Hat er nicht!

Die Wissenschaftler identifizierten zwischen Anfang 1993 und Ende 2008 alle 952 Fälle von erstmalig aufgetretenen, intrazerebralen Blutungen in der westfinnischen Provinz Nord-Ostrobothnia (dort gibt es nur ein einziges Krankenhaus, das Patienten mit Symptomen eines zerebralen Insults aufnimmt); zusätzlich wurden sämtliche Todesbescheinigungen ausgewertet. Alle Fälle wurden ausnahmslos durch ein Schädel-CT verifiziert und – falls das Ereignis überlebt wurde – 12 Monate nachverfolgt.

Gleichzeitig konnten alle antikoagulierten Personen über das nationale Register sämtlicher verordneter Arzneimittel ausfindig gemacht werden (davon können deutsche Forscher nur träumen …). Es zeigte sich dabei, dass der Anteil antikoagulierter Patienten unter der Bevölkerung während der 16 untersuchten Jahre um den Faktor 3,6 von 0,68% auf 2,28% anstieg (in ganz Finnland war derselbe Trend zu beobachten). Von den 952 Patienten mit intrazerebraler Blutung nahmen 182 (18,5%) ein Antikoagulans ein – nur ganze neun Patienten erhielten neben Warfarin auch noch Thrombozytenaggregationshemmer!

Und nun kommt die Überraschung: Die Häufigkeit von warfarinassoziierten, intrazerebralen Blutungen ging statistisch ebenso zurück wie das entsprechende Sterberisiko – und dies trotz fast vierfachen Anstiegs der Antikoagulanzieneinnahme!

Huhtakangas J, et al. Effect of increased warfarin use on warfarin-related cerebral hemorrhage – a longitudinal population-based study. Stroke 2011; 42: 2431–2435

Foto: fotolia / Bergringfoto


(Stand: 19.03.2012)

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